 |
News |
 |
 |
Redaktion |
 |
 |
Kontakt |
 |
 |
Glossar |
 |
 |
Über uns |
 |
 |
Links |
 |
|
 |
Review: Disturbed |
 |
| |
Album:
| | INDESTRUCTIBLE, 2008, Reprise |
Stil:
Wertung:
| |  6,5 von 7 Punkten | | J.G., 30.05.2008 |
Review:
| | Was darf man von einer Band erwarten, die es mit ihren drei vorherigen Alben auf stolze 10 Mio. verkaufter Exemplare gebracht hat und damit nicht unbedingt zu den erfolglosen Bands zu rechnen ist? Haben Sie ihre Entwicklung beibehalten und den Trend hin zu glatteren Melodien, wie bei TEN THOUSAND FISTS vor drei Jahren beibehalten? Ob der Verzicht auf den bisherigen Produzenten ein Indiz für einen eventuellen Kurswechsel ist, davon möchte ich mich selbst überzeugen. Auch wenn die beiden Single-Hits "Inside the Fire" und "The Night" durchaus Hit-Potenzial besitzen, so füllen sie nicht ein ganzes Album. Den ersten Schock bekommen Sensibelchen sicherlich schon beim Anblick des Cover-Artworks, den Flammen und ein muskelbepacktes Monster mit Ketten besitzen seit einigen Jahren den schalen Beigeschmack der Manowar-Alben anhaftet. Soviel sei gesagt, Disturbed sind sich in jedem Fall treu geblieben und nicht über nacht zu True Metallern mutiert.
Fliegeralarm-Sirenen läuten den Titelsong "Indestructible" ein und eröffnen damit eines der größten Überraschungseier der letzten Jahre. Man hat es nur ein bisschen zu gut mit der Sirene gemeint, den eine halbe minute wäre auch genug gewesen. Ansonsten fliegen einem schon zu Beginn die liebgewonnenen Markenzeichen der Amerikaner um die Ohren, das einen hören und sehen vergeht. Hooklines, die sofort im Gedächtnis bleiben, sind gepaart mit David Drainmans charakteristischem Stakkato-Gesang, mitreisenden Gitarren-Soli von Don Donegan und der für Disturbed typischen Rhythmus-Arbeit.
Ausnahmen? Einzelfall? Mit nichten! Immerhin folgt mit "Inside the Fire" eine der Single-Auskopplungen, die schon bewiesen hat, dass sie genau das liefert, was drauf steht - Disturbed pur!
Fast an der Grenze des Proggressive Metal wird bei "Deceiver" auch Mal auf etwas ausgefallenere Hooklines gesetzt, was für etwas Abwechslung sorgt, dem Songfluss aber in keiner Weise schadet. Nichts spricht hier gegen ein gepflegtes Nackenkreisen.
"The Night", ebenfalls als Single-Auskopplung kein Unbekannter, fügt sich mit seinem Ohrwurm-Refrain nahtlos in das bisherige Gesamtbild ein.
Mid-Tempo war bisher das Maß der Dinge. Etwas mehr auf's Gaspedal getreten wird für "Perfect Insanity", was den charakteristischen Stakkato-Effekt nur noch verstärkt. Überraschend sicherlich der kleine Ausflug nach dem Break zum Psychedelic-Nachbarn, den von einem Gitarren-Solo gekrönt wird.
Warum müssen eigentlich viele spannende Verfolgungen in Filmen immer nachts bei Gewitter und Regen stattfinden, das habe ich mich schon häufig gefragt. Auch Disturbed sind der Meinung, Regen und Gewitter passen prima zu ihrem Song "Haunted". Was soll's, mir gefällt's trotzdem.
"Enough" - na, hoffentlich noch nicht. Dominante Drum-Artillerie ebnet zunächst das Feld, bevor dann die Gitarren-Front und der Mann am Mikro die gezielten Salven abfeiert. Nach kurzer Break-Verschnaufpause erwartet einen als kleines Schmankerl ein regelrechtes Sperrfeuer, bei dem sich auch der letzte freiwillig in Deckung wirft.
"The Curse" mit einem Touch Rammstein-Riffing ist die berühmt berüchtigte Ruhe vor dem Sturm, der mit sich mit "Torn" so richtig zur Höchstform aufläuft und mit einem Wechselbad zwischen Drum-Attacken und melodisch gediegenem Refrain voll punkten kann - vom beeindruckenden Gitarren-Solo ganz abgesehen.
Etwas schwachbrüstiger geht es für Bandverhältnisse bei "Divide" und "Façade" zur Sache. Wenn man jedoch bedenkt, auf welchem Niveau man sich hier bewegt, werden die Mitbewerber neidlos anerkennen müssen, dass manches eigene vermeindliche Hit-Material hier nicht mithalten kann.
Selten bot ein Album für mich so viele Songs, die sich zum abfeiern eignen. Kaum einer der Songs ragt aus der Masse hervor, vielmehr sind alle Songs nahezu auf gleicher qualitativ exzellenter Augenhöhe.
Fazit: Ja! Genau das darf und sollte man von einer Band mit dieser Vorgeschichte erwarten. Was bei TEN THOUSAND FISTS doch zu sehr kommerziell und vorhersehbar ausgefallen war, hat man gänzlich entrümpelt. Noch etwas BELEIVE ist geblieben, aber ansonsten herrscht wieder die Ursprünglichkeit und natürliche Härte von THE SICKNESS. Wer jetzt annimmt, man habe lediglich alte Songs ausgegraben, die es damals nicht auf's Album geschafft haben, der hat sich getäuscht. Hier wurde der "Back to the Roots"-Spirit mit der spielerischen Erfahrung vergangender Jahre zu einem hervorragenden Album verschmolzen. Glücklicherweise gibt es doch immer wieder Bands, denen dieser Schritt gelingt - und Disturbed sine eine davon - Ja!
So am Rande: Nein! Das muss ich dann aber doch noch los werden. Am Opener "Indestructible" merkt man gleich, dass es sich nur um Nicht-Deutsche handeln kann, denn für jemanden wie mich, der noch als Schüler miterlebt hat, dass bei Probe-Alarm der Klassenraum verlassen werden musste, erweckt dies keine angenehmen Erinnerungen. Sorry Jungs, gut gemeint, aber da habt ihr kein Feingefühl bewiesen. Bestimmt nicht absichtlich, aber - Nein! |
Tipp:
| | Klar, für Disturbed-Jünger ein 'Must-Have' und für alle, die mit der Mischung aus Nu Metal und klassischem Rock etwas anfangen können, besser als jedes chemische Aufputschmittel. |
Titel-Liste:
| | - Indestructible
- Inside the Fire
- Deceiver
- The Night
- Perfect Insanity
- Haunted
- Enough
- The Curse
- Torn
- Criminal
- Divide
- Façade
|
Laufzeit:
Probehören und Kaufen:
Empfehlen:
|
|
 |
|
 |
|
 |
Bandinfos |
 |
 |
Neue Reviews |
 |
|