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Review: Divine Heresy
 
BLEED THE FIFTH

Album:
 BLEED THE FIFTH, 2007, Roadrunner

Stil:
 Death Metal

Wertung:
 6 von 7
6 von 7 Punkten
 M.K., 20.08.2007

Review:
 Dino Cazares, Schwergewicht an der Gitarre und ehemals Mitglied von stilprägenden Bands wie Fear Factory und Brujeria, hat mit Divine Heresy ein neues Projekt am Start. Mit dabei sind Vital Remains-Drummer Tim Yeung, Bassist Joe Payne und der bis vor Kurzem unbekannte Sänger Tommy Vext. Das Debüt namens BLEED THE FIFTH erscheint hierzulande beim renommierten Roadrunner Records-Label. Und gehört wohl zu den heftigsten Veröffentlichung dieser Plattenfirma im Jahr 2007.

Los geht es mit dem Titelsong, logischerweise "Bleed the Fifth". Sofort zu Beginn knallt es hier ohne Ende, Drummer Tim Yeung legt sich direkt ordentlich ins Zeug, während Cazares einen an Black Metal erinnernden Riff aus dem Handgelenk schüttelt. Vext gröhlt sich hier schon die Mandeln wund, seine raue Stimme passt optimal zum äußerst brutalen Spiel der restlichen Truppe. Das Tempo variiert hier des öfteren Mal, die Double Bass bleibt jedoch auf verdammt schnellen Level. Groove kommt dennoch nicht zu kurz, Cazares sorgt mit dementsprechenden Riffs und Soli für Abwechslung. Manche Parts erinnern natürlich auch an Fear Factory, das exakte Zusammenspiel aus Double Bass und Riffs sei hier genannt. Zum Ende hin wird es melodischer, bevor der Song ausfadet.
Weiter geht es mit "Failed Creation", musikalisch erinnert der Beginn schon fast an Grindcore. Die Geschwindigkeit ist dementsprechend hoch. Der Gitarrensound variiert zwischen Meshuggah und Fear Factory, während Tommy Vext auch mit klaren Vocals überzeugen kann. Wer im Hintergrund jedoch seichte Töne erwartet, hat sich geschnitten. Yeung verprügelt seine Snare, während alles von einer Double Bass untermalt wird. Erst nach ca. 80 Sekunden wird es kurzzeitig melodisch und ruhiger. Danach wird wieder ein verdammt hohes Tempo gefahren, die Produktion sorgt für einen richtig druckvollen Sound. Äußerst schnelles Material also, welches nur ab und zu durch melodische, ruhigere Parts mit gutem Gesang unterbrochen wird. Nach gut dreieinhalb Minuten hat man es dann überlebt.
Ruhig und mit einem dieser typischen Radioeffekte startet das nachfolgende "This Threat is real", bevor es nach 15 Sekunden mit auf den Punkt gespielten Riffs weiter geht. Erinnert wieder einmal an Fear Factory. Danach wird jedoch das Tempo wieder ordentlich angezogen, denoch bleibt der rote Faden der abhackten Riffs erkennbar und nachvollziehbar. Vext thront mit seiner dominanten Stimme über allem, vor allem im Refrain klingt er sehr gut und bedrohlich. Nach dem zweiten Refrain kommt es zu einem ruhigeren Part, der auch mit Synthesizern zu überzeugen weiss. Umso schneller und brutaler geht es weiter, jedoch gemischt mit den bereits erwähnten Synthesizern. Auch der Groove darf hier nicht zu kurz kommen, bis es kurzzeitig wieder ruhiger wird. Dann ist wieder Platz für eine reguläre Strophe, die aggressiv geshoutet wird. "This Threat is real" überzeugt durch überraschend eingesetzte Synthesizer sowie das Fehlen von klarem Gesang. Dieser hätte nun wirklich nicht gepasst.
Verdammt schnell beginnt "Impossible is Nothing". Wer hier jedoch einen Song über die aktuelle Adidas-Kampagne erwartet, sieht sich getäuscht. Divine Heresy spielen hier schneller als jeder Läufer in Schuhen mit drei Streifen rennen könnte. Trotz des teils komplexen Songwritings lässt sich der Kopf hier gut zu nicken, Dino überzeugt einmal mehr durch passend gespielte Riffs. Im klar gesungenen, von einer Double Bass unterlegten Refrain klingt Tommy Vext nach Fear Factory-Frontmann Burton C. Bell. Mit einem an jene Fear Factory erinnernden Part geht es nun weiter, kombiniert mit einem schnell gespielten Gitarrensolo. Hiernach bedienen sich Divine Heresy wieder kurz im Grindcore-Sektor, bevor es einmal mehr Zeit für den Refrain ist. Zum Ende hin wird noch ordentlich Arsch getreten, bevor nach knappen vier Minuten Feierabend ist.
In der Mitte des Albums gelegen ist "Saviour Self". Dieser Song beginnt ebenfalls mit Synthesizern bzw. verzerrten Gitarren, bis ein weiteres Mal das Gaspedal ordentlich durchgedrückt wird und hohes Tempo gefahren wird. Der ein oder andere Riff ist wieder einmal typisch Cazares, jedoch findet sich auch die ein oder andere klar gespielte Melodie im Song. Nach 01:15 Minuten geht es mit eben jenem melodischen Part und klar gesungen Parts im Refrain weiter, gefolgt von einem kurzen, groovenden Part, der jedoch nur Vorarbeit für die ebenfalls brutale, zweite Strophe leistet. Diese fällt überraschend kurz aus, es ist ein weiteres Mal an der Zeit für den Refrain. Im zweiten Durchlauf wird dieser von einer schnellen Double Bass unterlegt, gefolgt von einer schnell gespielten Kombination aus Double Bass und Riffs. Gute Mischung also aus Melodie und Härte.
Der längste Song auf BLEED THE FIFTH nennt sich "Rise of the Scorned" und ist knappe fünf Minuten lang. Zu Beginn gibt es hier sehr ruhige Gitarrenmelodien, die akustisch vorgetragen werden, untermalt mit Synthesizern. Nach vierzig Sekunden ist jedoch Schluß mit Träumerei, es geht brutal weiter. Der Hauptriff könnte ein weiteres Mal aus dem Black Metal stammen, während in den Strophen die Komplexheit wieder eingeführt wird. Hier knallt dem Hörer die Double Bass durch die Ohren, kombiniert mit dem aggressivem Shouting von Tommy Vext. Kurzzeitig gibt es eine ruhige Phase, die jedoch nur einige Sekunden anhält. Nach einer weiteren Brutalo-Phase geht es mit sehr überzeugendem Klargesang weiter, welcher in einen etwas ruhigeren Part beheimatet ist. Danach regiert wieder die absolute Härte, bevor sich am Ende eine ruhige Gitarrenpassage ihren Weg durch das Double Bass-Gewitter bahnt. Eine Mischung aus Chaos, Melodie und Aggression, die vor allem eins verspricht: Abwechlungsreichtum.
Weiter geht es mit "False Gospel" und auch hier wird direkt gezeigt, wo der Hammer hängt. Vext gröhlt sich mit seiner rauen Stimme durch die Strophe, während Yeung und Cazares eine gute Mischung aus Härte und Melodiegespür auftischen. Im Refrain wird auch hier wieder mit Keyboards etc. gearbeitet, die die Gesangslinie gut ergänzen. Nach dem zweiten Refrain kommt es zu einem Kurswechsel, der jedoch nichts an Brutalität einbüßt. Gescheiter Song mit einer alles zermalmenden Double Bass, die sich vor allem in der zweiten Hälfte sehr präsent zeigt.
Der drittletzte Song nennt sich "Soul decoded (Now and Forever)" und erinnert zu Beginn sehr stark an Meshuggah, dieser Eindruck bleibt auch in den Strophen bestehen. Diese werden gewohnt rau geshoutet, erinnert etwas an Phil Anselmo, ehemals Pantera. Nach dem ersten Refrain, der übrigens auch nicht klar gesungen wird, gibt es eine astrein gespielte Double Bass zu hören, die im weiteren Verlauf auch Teile vom Gesang untermalt. Im zweiten Teil des Songs kommt es zu einer sehr groovigen Bridge, in der Tim Yeung ein weiteres Mal wie von Sinnen auf seine Snare einprügelt. Zum Ende hin gibt es noch einmal ein Tribut an Meshuggah zu hören, dann ist nach fast genau vier Minuten Schluss.
Fast schon orchestral beginnt "Royal Blood Heresy", trotz der vereinzelt gespielten Double Bass. Im weiteren Verlauf spielt Cazares im Mid Tempo daher, während Yeung für das hohe Tempo verantwortlich zeichnet. In der folgenden Strophe legen die beiden dann mehr Wert auf Groove und auch im Refrain ist dies der Fall. Ein weiterer schneller Song also, der einen roten Faden erkennen lässt. Nach gut drei Minuten wird klar gesungen, erinnert etwas an Howard Jones von Killswitch Engage. Im Hintergrund feuert Cazares einen Black Metal-Riff ab, während Yeung ein weiteres Mal hinterm Drumset durchdreht. Danach geht es mit einer weiteren Strophe und dem Refrain weiter. Die letzte Minute wird rein instrumental gespielt und kann überzeugen. Wie der komplette Song.
Den Abschluss bildet das 03:33 Minuten lange "Closure". Beginnt mit einer ruhigen Gitarrenmelodie und klarem Gesang von Vext, während Yeung für seine Verhältnisse im Schneckentempo spielt. Gerade der Refrain erinnert mich sehr an die ein oder andere Godsmack-Ballade. Die zweite Hälfte des Songs überrascht dann doch mit einem Tempo, welches angezogen wird und sogar über eine Double Bass verfügt, nur um wieder zum balladesken Grundtempo zurück zu kommen. In den letzten dreißig Sekunden darf Vext dann noch shouten, doch auch das passt recht gut in den Song. Ein überraschend softer Track, der im Gegensatz zum kompletten Album steht und dennoch vollkommen überzeugen kann.

Fazit: Divine Heresy um Mastermind Dino Cazares legen mit BLEED THE FIFTH ein verdammt brutales Werk auf den Tisch. Das Tempo ist in allen Songs, bis auf das abschließende "Closure", äußert hoch. Gerade vor der fast schon unhumanen Leistung von Tim Yeung muss man den Hut ziehen. Der Mann verprügelt sein Drumset als gäbe es kein Morgen mehr.
Der bislang total unbekannte Tommy Vext macht am Mikrofon einen guten Job. Über das Talent und die Leistungen von Cazares muss nicht mehr viel geschrieben werden. Doch es gibt auch negatives zu berichten: Vieles im Songwriting erinnert zu sehr an Gruppen wie Fear Factory und Meshuggah. Und wäre der letzte Song ebenfalls auf der selben Schiene gewesen, würde sich meiner Meinung nach sehr viel ähneln. Doch für ein Debütalbum ist BLEED THE FIFTH auf jeden Fall gelungen. Fans von den oben genannten Bands sowie die Freunde des wirklich brutalen Metal sollten sich Divine Heresy unbedingt zu Gemüte führen.

Tipp:
 Eigentlich gibt es auf BLEED THE FIFTH keinen schlechten Song. Doch hervorheben aus der Masse an gutem Material möchte ich "This Threat is real" sowie "Saviour Self" und das abschließende "Closure".

Titel-Liste:
 
  1. Bleed the Fifth
  2. Failed Creation
  3. This Threat is real
  4. Impossible is Nothing
  5. Saviour Self
  6. Rise of the Scorned
  7. False Gospel
  8. Soul decoded (Now and Forever)
  9. Royal Blood Heresy
  10. Closure

Laufzeit:
 38:53 Min.

Band-Infos:
 
  • www.myspace.com/divineheresyband 


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