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Review: Dominoe |
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Album:
| | THE STORY IS SO FAR FROM TOLD..., 2008, NL Distribution |
Stil:
Wertung:
| |  6 von 7 Punkten | | J.G., 01.01.2009 |
Review:
| | Unglaublich, aber war, Dominoe existiert immer noch, obwohl seit ihrem Megahit "Here I am" vom Album KEEP IN TOUCH bereits 20 Jahre vergangen sind. Wer von den etwas älteren Semestern kann sich nicht erinnern an die Werbung für einen neuen Renault 5, dem die Hymne "Here I am" auf den (Auto-)Leib geschneidert schien? Die Chart-Erfolge stellten sich in der Folge nahezu zwangsläufig ein. Zu richtigem Reichtum oder dauerhaften Erfolg hat der Fernseh-Spot nach bandeigenen Aussagen jedoch nicht verholfen. Mehr aber als dieses zufällige One-Hit-Wonder ist kaum jemanden im Gedächtnis geblieben. Die nachfolgende Single "Let's Talk about Life" war sicherlich nicht von schlechten Eltern, schaffte es aber einfach nicht an den "Überhit" anzuknüpfen.
Nach 20 Jahren wollen es die beiden Masterminds Robert Pabst und Jörg Sieber nun noch einmal wissen und zeigen mit ihrem Album THE STORY IS SO FAR FROM TOLD..., dass sie seit damals nichts verlernt haben. Flüssig komponierter Mainstream Rock geht den Herren noch immer so leicht von der Hand, wie damals und mit einigen anspruchsvolleren Elementen werden sogar AOR-Fans auf ihre Kosten kommen. Unterstützt werden sie dabei noch von Drummer Christian Birawsky und der Sängerin Jane Bogaert, aus dem Sextett von damals ist also ein Quartett geworden.
Auch wenn vieles gleich geblieben ist, so wird man schnell feststellen, dass sich doch eines geändert hat. Wer Dominoe immer nur mit gemischten fetten Chören und synthielastigem Pop-Rock verbunden hat, der muss nun umdenken. Die 80er-Jahre Synthies wurden entrümpelt und die oftmals schmalzigen Chöre (man denke nur an "I don't know") wurden einer strengen Diät unterzogen, aber dazu mehr bei den einzelnen Songs.
Gleich zu Beginn mit "Yesterday was yesterday" eine Hymne an alle beziehungsgeschädigten Paare, "Gestern" doch "gestern" sein zu lassen und zum Telefon zu greifen, denn was ist schließlich schlimmer, als einsam zu sein. Klar erinnern die ersten Klänge an Hits von Brian Adams und Co., auch der Einsatz von Franz Weyerers Trompete ist nicht wirklich neu, jedoch geht der Song sofort ins Ohr und überzeugt mit einem gewissen Groove-Faktor.
Ein Schuss Brit-Rock gefällig? "Don't touch me - I like it" ist ein zeitgemäßer Mainstream Rocker, der mit seinem bestimmenden Beat sofort zum Mittanzen einlädt. Im Vergleich zu den 80ern sind die Chöre jedoch angenehm dezent arrangiert (ebenso wie das Saxophon) und bleiben so in angenehmer Erinnerung.
"Irresistible" ist der erste Vertreter der Herzschmerz-Fraktion im klassischem Gewand. Ruhige Gitarren, sanfter Gesang und die unverzichtbaren Uh-uh-uhh-Chöre machen es leicht, für kurze Zeit träumend abzutauchen. Die Rockliebhaber würden hier sicherlich lieber zu Bonfire greifen und wären erstaunt, wie nahe Pop und Rock beieinander liegen können.
Ob ernst gemeint oder als Gag wurde der recht flotte Rocker "Song for Nothing" zumindest textlich vor allem für Kretinetten komponiert, hat aber den Vorteil, dass es jedem sofort möglich ist, den Refrain mitzugröhlen.
Ja, ihre lest richtig, "Here I am" darf auch auf diesem Album nicht fehlen. Man kann nun über neu aufgenommene Songs denken was man mag und manche sich wirklich so überflüssig wie ein Kropf. In diesem Fall hat dem Hit von damals der neue rockige und ausdrucksstarke Anstrich wirklich gut getan. Vor allem die Duette von Jörg mit Jane wirken frisch und unverbraucht.
Retro-Disco-Klänge in einem Rocksong? Kann das gut gehen? Ich finde "The Force" mit seinem tierischen Groove durchaus gelungen wenn auch mir die Überleitung zum Refrain etwas zu schwülstig klingt. Ansonsten sorgen die Retro-Orgeln, Flöten und interessant gestimmten E-Gitarren für Abwechslung.
Nach balladeskem "Falling" wird für "Down and dirty" das Tempo wieder deutlich gesteigert. Gelungen ist hier vor allem die Synthese aus Slap-Gitarren, Rock-Rhythmen und den funky klingenden Bläsern, wobei der Rock die Oberhand behält.
Begleitet von Akustik-Gitarren wird mit "Breakin' out" erneut der Balladenweg eingeschlagen, wobei noch deutlich mehr Schwung mitgegeben wurde, als beim vorherigen Falling.
AC/DC? Status Quo? Nein, es sind immer noch Dominoe, die sich hier mit "One more Sugar" an einen echten Hard Rocker heran gewagt haben, der sogar damalige Härtegrade von "Gettin' Hot" verblassen lässt. Hier kann auch Jane zeigen, wie viel Rock-Bitch in ihr steckt. Schade nur, das solchen Anwandlungen so selten Beachtung auf diesem Album geschenkt wurde.
"Let's talk about Life", richtig, ist ebenfalls schon bekannt. Auch die zweite Erfolgssingle von damals wurde neu eingespielt und mit einem Schuss Blues versehen, die der Neuaufnahme gut getan hat.
Bevor es mit dem orchestral unterfütterten Schmachtfetzen "It's all about Love" in die Schlussrunde geht, wird vorher noch schnell ein flüssiger Rocksong "Just about my Face", der mit einigen Western-Style-Elementen aufgepeppt wurde und sich nahtlos in das bisher Gehörte einfügt.
Fazit: Nach etwas mehr als 50 Minuten verklingen die letzten Töne eines gelungenen und wirklich abwechslungsreiches Mainstream Rock-Albums, das durchaus mit Anspruch überzeugen kann, anstatt abgedroschene Phrasen zum hundertsten Male zu recyclen. Oftmals fragt man sich, ob es denn die Mühe lohnt, alte Zöpfe weiter zu flechten. Im Falle von Dominoe kann man diese Frage ohne lange überlegen zu müssen, mit "Ja" beantworten. |
Tipp:
| | Freunde des Mainstream Rocks und AOR sollten sich dieses Album nicht entgehen lassen. |
Titel-Liste:
| | - Yesterday was yesterday
- Don't touch me - I like it
- Irresistible
- Missing you
- Song for Nothing
- Raining
- Here I am
- The Force
- Falling
- Down and dirty
- Breakin' out
- One more Sugar
- Let's talk about Life
- Just about my Face
- It's all about Love
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Laufzeit:
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