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Review: Down to the Bone
 
MÜNCHHAUSEN STELLVERTRETER SYNDROM

Album:
 MÜNCHHAUSEN STELLVERTRETER SYNDROM, 2008, Eigenvertrieb

Stil:
 Crossover, Nu Metal

Wertung:
 3 von 7
3 von 7 Punkten
 M.U., 01.08.2008

Review:
 Also, es gibt schon ziemlich durchgeknallte Bands. Die einen schminken sich wie verrückt (wie Kiss), die anderen tragen extrem schrille Ledermasken (wie Slipknot) und andere wiederum lösen sich auf, bevor das Debüt-Album erschienen ist. Zu den letzteren gehören die österreichische Band Down to the Bone. Noch während der Produktion ihres ersten Albums war einfach Schluss; das Album soll daher als "finales Statement" dienen.
Zu Beginn ihrer Aktivititäten agierten sie noch als Coverband bevor ein eigener Stil gefunden wurde. Eine eindeutige Aussage über ihre Stilrichtung wird nicht gemacht.
Auch das Line-Up mit zwei Mädels und zwei Jungs sicherlich eine nicht alltägliche Mischung. Lassen wir uns also überraschen.

Mit dem Opener "Une Chanson" beginnt dieses Album. Die klare und durchdringende Stimme der Sängerin lässt es einen eiskalt den Rücken runterlaufen. Bestimmt nahezu einmalig ist die Sprache: Sie ist nämlich französisch. Im Heavy Metal Bereich ist dies wohl außergewöhnlich. Der Sound ist total groovig und echt mitreißend.
Im genauen Gegensatz erscheinen einem die beiden nächsten "Coming Home" und "Tired". Langsam, balladenhaft. Die einprägsame Stimme hinterlässt ähnliche Gefühle wie der Opener. Sie stehen musikalisch aber im totalen Gegensatz zu ersten Song.
Mit dem Song "One Day" nehmen sie wieder den roten Faden von "Une Chanson" auf. Jedoch frönt man wieder der englischen Sprache und die Melodie ist etwas ruhiger und gediegener. Die Breaks in der Mitte lassen den Song in drei Teilen erscheinen. Danach orientiert man sich leicht angehauchten orientalischen Klängen. Nach dem nächsten Break führt man die Linie des ersten Teils wieder fort.
Ziemlich jazzige Klänge leiten "Hello" ein. Das rhythmische Schlagzeug hat eine gewissen Touch á la Red Hot Chilli Peppers. Sehr melodiös und melancholisch.
Mit einem Schlagzeugsolo stimmen sie auf den nächsten Song "Manic Street Preacher". Soll das eine Anspielung auf die Band "Manic Street Preacher" sein? Der tolle, rockige Anfang macht leider wieder dem balladenhaften Gesang Platz. Irgendwie lässt sich dieser Song überhaupt nicht einordnen. Mit Passagen, die an Ill Nino oder Dry Kill Logic erinnern und dann wieder mit Passagen, die an diverse Popband erinnern, kann man irgendwie nichts anfangen.
Schnell weiter zum nächsten Song namens "Demons". Doch dieser schließt nahtlos an "Coming Home" und "Tired" an. Auch der Nachfolger "Addicted" ist keinen Deut besser, eher noch abwegiger. Da helfen auf harte Einlagen nicht. Und Passagen, die an Police erinnern, auch nicht. "The Queen" und "Ideal World" schlagen in die gleiche Kerbe.
"The Cold" ist nun der krasse Absturz. Akustische Gitarren, nach Improvisation klingender Gesang. So ruhig, dass man acht geben muss, nicht einzuschlafen. Bisher ist der absolute Tiefpunkt erreicht. Dazu wäre nicht mehr zu sagen.
Mit dem Titel "Asap Afaik" kann man gar nichts anfangen. Man versteht ja ihn nicht einmal. Dieser klingt wie von einer Band, die erst seit zwei Wochen zusammenspielt und die Bandmitglieder nicht älter als 15 Jahre sind.
"Confused" ist zwar einigermassen schwerfällig, aber auch die depressive Stimmung, die wenigstens hier ein bisschen an Heavy Metal erinnert, kann nicht wirklich überzeugen. Eigentlich ist das zuvor gehörte nur schwerer und leicht depressive angehaucht rübergebracht.
Den absoluten Tiefschlag stellt jedoch mit Sicherheit der letzte Song "Ideal World" dar, der unplugged, also nur mit akustischer Gitarre und kaum ohne weitere musikalische Unterstützung dargeboten wird. Gut, unplugged spaltet die Geister. In der Metalszene hat diese Musikform meiner Meinung nach eher nichts verloren. Und mehr soll über diesen Song auch nicht ausgesagt werden. Darüber darf sich jeder seine eigene Meinung bilden.

Fazit: Eine ziemlich ungewöhnliches Album. Voller Stimmungen, die auf und ab schwanken. Die Stimme der Sängerin dürfte bei einigen Songs einzigartig im Geschäft sein. Alles im Allen ist das Album sehr ruhig gehalten und kann sicherlich nicht dem Anspruch Heavy Metal gerecht werden. Zu viele Elemente sprechen dagegen, auch wenn man sich dieser manchmal besinnt. Leider kann das Album mit seiner Art nicht wirklich überzeugen. Zu ruhig, nicht einheitlich genug. Es gibt zu viele Breaks in der musikalischen Ausrichtung. Bei der angegebenen Stilrichtung melodischer Crossover und Nu-Metal bin ich mir da gar nicht so sicher. Würde die Band noch existieren, dann hätten sie eine gewaltige Aufgabe vor sich ihre Musik in einen einheitlichen und begeisterungsfähigen Stil umzuwandeln.

Anspieltipps:
 Absolut phantastisch ist gleich der Opener "Une Chanson". Leider ist das auch der einzige wirklich gelungene Song.

Titel-Liste:
 
  1. Une Chanson
  2. Coming Home
  3. Tired
  4. One Day
  5. Hello
  6. Manic Street Preacher
  7. Demons
  8. Addicted
  9. The Queen
  10. Ideal World
  11. The Cold
  12. Asap Afaik
  13. Confused
  14. Ideal World (by the unplugged)

Laufzeit:
 51:21 Min.

Band-Infos:
 
  • www.down-to-the-bone.net 


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