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Review: Dragon`s Cave |
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Album:
| | ELEKTRO MOTION, 2010, Asgardh |
Stil:
Wertung:
| |  6 von 7 Punkten | | U.B., 11.07.2010 |
Review:
| | Als ich das Dragon`s Cave Album zum ersten Mal sah, den Fantasy Drachen auf dem Cover und Made In Italy, dachte ich, ein weiterer Rhapsody of Fire / Luca Turilli Clone wäre im Anmarsch. Doch weit gefehlt. Bei Dragon`s Cave handelt es sich um die erste Solo Scheibe vom Gitarrenvirtuosen Steve Angarthal. Steve spielte schon bei der in Italien sehr bekannten Band Fire Trails. Aus dieser Band rekrutierte Steve auch gleich zwei Musiker, Larson Tremoli an den Keyboards und Mario Gannini an den Drums. Mit Pasko am Bass war das Lineup dann komplett. Angarthal übernahm neben sämtlichen Akustik- und E-Gitarren auch die Vocals und fungierte als Produzent. Wie ich inzwischen weiß, hat Angarthal Musik studiert, speziell Kompositionen für Big Bands und Orchester, klassische Gitarre und er ist außerdem ausgebildeter Toningenieur. Gute Vorraussetzungen also damit direkt das erste Solo Album den Hörer begeistert.
In bester Satriani Manier wie zu THE BEAUTIFUL GUITAR Zeiten, gibt sich der Titelsong "Elektro Motion" mit perlenden Gitarrenakkorden im Wechsel mit sphärischen Passagen begleitet von dezentem Keyboardeinsatz.
Auf "Drifting on" lässt Steve Angarthal dann erstmals seine Vocals vernehmen. Er verfügt über eine angenehme Stimme die meist in den mittleren Tonlagen bleibt und gut zur Musik passt. Das Stück ist aus dem Bereich Melodic Rock. Die Drums treiben an und die Gitarren sind nie zu dominant, nicht mal in den pfeilschnellen Soli.
Auch "Time Train" fällt unter die Kategorie flotter Hard Rock mit ansteckendem Rhythmus. Die Gitarren agieren druckvoll treten aber erst gegen Ende mit einem Solo endgültig in den Vordergrund.
Nach getragener Keyboard Eröffnung folgen auf "At the Gates to Nowhere" harte Gitarrenriffs und forsche Drumarbeit. Die Leadgitarre hat vorübergehend einen leicht orientalischen Einschlag. Das Stück ist rasant mit viel Power und einigen fast progigen Tempo- und Rhythmuswechseln.
Auf "Ghosts of the Past" zeigt Herr Angarthal sein Können auf der klassischen Konzertgitarre begleitet nur durch ein Piano. Eine verträumte instrumental Nummer.
Ganz anders präsentiert sich "A new beginning". Ausgestattet mit heftigem Groove handelt es sich um einen kraftvollen Midtempo Track. Die Gitarren halten sich zurück und spielen sich erst spät nach vorn. Die Vocals sind nicht unbedingt variabel aber fügen sich gut in die Melodie ein.
Zwei Gesichter hat "Out of Sight". Zunächst ein sanftes, bei akustischer Gitarre und beinahe Sprechgesang vermutet der Hörer eine Ballade. Mit Einsetzen der Drums und den dann aufbrandenden Gitarren entwickelt sich daraus eine Power Ballade. Als Sahnehäubchen auf der überzeugenden Nummer empfinde ich die wunderbar gefühlvollen Gitarren in der zweiten Hälfte die die Härte hier gänzlich abgelegt haben.
Mit "Floating" versteht es Dragon`s Cave bei aller Kraft die in dem Lied steckt einen überaus melodischen Song umzusetzen. Das Stück ist rein instrumental, die Gitarren erinnern etwas an Patrick Rondat. Sehr schön sind auch die Drums die ordentlich für Tempo sorgen.
Nach einem neoklassischen Abschnitt findet sich auf "Rendez-vous" viel Griffbrettakrobatik, reichlich Tempoläufe wie bei Malmsteen und wuchtige Drums.
"Coming Home" lässt den Vocals mehr Raum. Die Soli beginnen erst spät.
"Pearls under Water", was für ein lautmalerischer Titel der perfekt zur Musik passt. Zwei Akustikgitarren umspielen einander sanft. Die Melodie ist einfach aber schön. Eine der Gitarren klingt stellenweise wie eine Harfe. Der Song strahlt viel Gefühl aus und hat seine Wurzeln wohl in der Ausbildung von Angarthal an der klassischen Gitarre. Die im Verlauf einsetzenden Keyboard Streicher rücken das Stück dann noch endgültig in Richtung Klassik.
Auf "Out of there" zieht der Maestro noch mal alle Register. Die Gitarre weint, heult, flüstert fast wie ein menschliches Wesen. Mal klingt sie nach Steel Guitar mal nach David Gilmour von Pink Floyd doch immer liefert sie eine überzeugende Vorstellung ab. Für wohlige Gänsehaut ist gesorgt.
Viel härter als der Vorgänger startet "So bad" mit einem Basssolo. Die Drums hämmern und die Gitarren klingen schneidend. Die Vocals passen sich an und sind rauer als gewohnt. Der Chorus besitzt Ohrwurmqualität.
Auf "Dragon`s Cave" muss es natürlich aggressiv zur Sache gehen sonst wäre der Titel verfehlt. Bass und Drums heizen mächtig an und die Gitarren schreddern in irrwitzigem Tempo. Ich wurde spontan an die Solo Scheibe des Nevermore Gitarristen Jeff Loomis ZERO HOUR PHRASE erinnert, auf der der Sechssaiter ähnlich brachial bearbeitet wird. Ein Song wie ein Wildpferd in vollem Galopp und die stampfenden Drums sind die Hufe.
Nach so viel Rasanz steht bei "Sunny Sky" ein unbeschwerter Charakter im Vordergrund. Sehr viel Gitarren kommen zum Einsatz, eine Demonstration wie toll das Instrument klingen kann.
Als ganz sanften Rausschmeißer wird "A Gift from a Dream" nur von einer einzelnen Akustikgitarre gespielt. Besinnlich und zugleich virtuos findet ein tolles Album seinen Abschluss.
Fazit: Dragon`s Cave ist eine Band, aber der Star ist ganz klar Steve Angarthal. Neben seinem virtuosen, in allen Belangen ausgezeichneten Gitarrenspiel, überzeugt das gesamte Album mit superbem Songwriting. Angarthal hat zwar ausgiebig Gelegenheit sich in den Vordergrund zu spielen tut es aber nicht so penetrant wie andere Guitar Heros. Auch die anderen Musiker machen ihren Job tadellos. Dadurch, dass nur etwa die Hälfte der Songs rein instrumental ist präsentiert sich das Album bewusst nicht im Stil eines Satriani oder Rusty Cooley sondern viel abwechslungsreicher. Die Bandbreite reicht von sanften Akustikballaden bis zu feurigen Hard Rock Nummern mit ordentlichem Punch. Da wird auch mal die Grenze zum Metal überschritten und geschreddert was das Zeug hält. Einzelne Anleihen bei Malmsteen, Blackmore und Satriani sind unverkennbar aber Dragon`s Cave hat zum Glück einen eigenen Stil. Allen Stücken gemeinsam ist eine Art Wärme in der Musik die ich bei anderen Gitarristen oft schmerzlich vermisse. Hier werden nicht nur Noten aneinander gereiht und mit hohem Tempo runtergespielt, Steve Angarthal verleiht seinen Liedern Seele. Das klingt vielleicht theatralisch und ist auch schwer in Worte zu fassen, die gefühlvolle Interpretation seiner Stücke empfinde ich als Krönung eines interessanten Albums das mit 16 Stücken und einer Spielzeit von über einer Stunde erfreulich üppig daher kommt. |
Anspieltipps:
| | Das gesamte Album ist von durchgehend hoher Qualität. Einzelne Songs heraus zu greifen erübrigt sich daher. |
Tipp:
| | Wer auf gitarrendominanten Hard Rock steht mit einem weiten Spektrum an Songs von Ballade bis Power wird an ELEKTRO MOTION seine helle Freude haben. |
Titel-Liste:
| | - Elektro Motion
- Drifting on
- Time Train
- At the Gates of Nowhere
- Ghosts of the Past
- A new beginning
- Out of Sight
- Floating
- Rendez-vous
- Coming Home
- Pearls under Water
- Out there
- So bad
- Dragon`s Cave
- Sunny Sky
- A Gift from a Dream
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Laufzeit:
Band-Infos:
| | www.dragonscave.it  |
Probehören und Kaufen:
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Bandinfos |
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