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Review: Draugnim
 
HORIZONS LAW

Album:
 HORIZONS LAW, 2010, Spinefarm

Stil:
 Pagan Metal, Ambient Black Metal

Wertung:
 5 von 7
5 von 7 Punkten
 S.M., 30.12.2010

Review:
 Der Promoflyer von HORIZONS LAW erzählt mir, welche Schwierigkeiten Draugnim damals hatten, bevor sie 2008 ihr Debüt NORTHWIND'S IRE veröffentlichen konnten. Doch eigentlich ist das ja Schnee von gestern (ha ha, wie passend gerade, wenn man so aus dem Fenster sieht), denn in den letzten zwei Jahren konnten sie sich ohne Probleme dem Songwriting für ihr zweites Werk HORIZONS LAW widmen, das im November veröffentlicht wurde und das ich hier bespreche. Musikalisch sind DRAUGNIM irgendwo zwischen Pagan Metal, Black Metal und Ambient einzuordnen.

Der Opener "The last of Kin" baut auf einer starken, majestätisch wirkenden Grundmelodie auf, die gut ins Ohr geht. Die Growls, die dem Song die dynamische Seite verleihen, sind als Kontrast prägnant. Später ergänzen noch epische Chöre die Atmosphäre und verstärken diese erhabene Grundstimmung. Ein gelungener Einstieg.
Bei "Fear and Fey" sind es verschiedene Keyboard-Hintergrundmelodien, die die Szenerie untermalen. Die Hauptrolle spielen aber recht düstere Riffs, die dem Song einen melancholischen Touch verleihen. Nichtsdestotrotz vermögen auch hier die gelungenen Melodielinien den Hörer in Beschlag zu nehmen.
Obwohl die Mittel, die Draugnim einsetzen, auch beim dritten Song "One of Lost" nicht großartig variieren, können sie auch hier mit der tollen Grundmelodie die Hörer fesseln. Für diese Melodien haben sie ein glückliches Händchen. Die harschen Vocals von Chimedra halten die dynamische Seite hoch, wenngleich sie nicht wirklich aggressiv eingesetzt werden, sondern viel mehr durch das verhaltene Tempo die epische Stimmung unterstützen. Von daher gesehen ist dieser Track sogar noch besser als seine Vorgänger - noch ein bisschen majestätischer. Draugnim bringen dieses Naturnahe mit seiner etwas schwermütigen Atmosphäre gut rüber.
Bei "Shunned Wanderer" wird für die Draugnims bisherige Verhältnisse die Dynamik mal etwas forciert. Die Gitarren sind präsenter als das Keyboard und das Rhythmustempo wird leicht angezogen, die Grundmelodie hält aber nach wie vor die atmosphärische Seite des Sounds hoch. Allerdings fällt auf, dass dadurch etwas die Abwechslung fehlt.
"Cursed the one" beginnt mit der akustischen Gitarre ganz besinnlich und traditionell, bevor dann ein unerwartet energievoller schwarzmetallischer Ausbruch folgt. Hier poltern Draugnim dann überwiegend ziemlich brutal und druckvoll durch den Song, wischen dafür aber wenigstens den Vorwurf der mangelnden Abwechslung vom Tisch. Zum Ende hin wird das Stück durch hymnische Chöre nochmal epischer und fadet so besinnlich aus, wie es begann.
"The Weeper's Way" ist ein typischer Blackened-Pagan-Track mit einer schwermütigen, von der Gitarre geführten Grundmelodie, die dabei wenig variiert wird. Bis auf kurze Choreinsätze, die dem Stück noch ein bisschen Epik mit auf den Weg geben, plättschert die Nummer etwas eindruckslos vor sich hin.
Beim abschließenden "Bastion" greifen Draugnim dann teilweise noch einmal auf diese majestätischen Grundmelodien zurück, die das Werk auszeichnen. Die starke Leistung vom Beginn des Werkes können sie aber nicht mehr abrufen.

Fazit: Insgesamt ist HORIZONS LAW ein gutes Album aus dem Bereich des ambienten Blackened Pagan Metal, wobei DRAUGNIM in der ersten Hälfte des Werkes ganz klar die meisten Akzente setzen können. Sie haben ein Händchen für starke, erhabene Melodien, und diese setzen sie dann auch klug und songdienlich ein. Die technische Leistung der Finnen ist ohne Tadel. Mit noch einem Ticken mehr Abwechslung beim Songwriting wäre aber vielleicht sogar noch eine bessere Wertung drin gewesen. Für Genrefans ist HORIZONS LAW trotzdem ein Leckerbissen, den sie bestimmt nicht oft vorgesetzt bekommen. Und irgendwie ist das ja auch Musik, die hervorragend zur Jahreszeit passt.

Titel-Liste:
 
  1. The Last of Kin
  2. Fear and Fey
  3. One of Lost
  4. Shunned Wanderer
  5. Cursed the one
  6. The Weeper's Way
  7. Bastion

Laufzeit:
 50:10 Min.

Band-Infos:
 
  • www.draugnim.com 


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