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Review: Drift & Die
 
BACK TO PARADISE

Album:
 BACK TO PARADISE, 2011, 7Music

Stil:
 Rock, Alternative Rock

Wertung:
 5 von 7
5 von 7 Punkten
 V.R., 08.06.2011

Review:
 Auch im Schwabenländle gibt es Menschen, die amerikanisch geprägte Rockmusik zu ihren Lieblingsmusikstilen zählen. Zu diesen Menschen gehören auch Sascha Breithaupt, Ralf Trautmann, Michael Schelhorn und Mike Meiser. So tat man sich vor zehn Jahren kurzerhand zusammen, um genau dieser Leidenschaft zu frönen. Seither musiziert man gemeinsam in der Schnittmenge aus klassischer Rockmusik und modernem Alternative Rock der Nickelback-Schule, mit Schwerpunkt auf Letzterem. In Sachen Konzerte konnten schon früh Erfahrungen gesammelt werden, unter anderem im Vorprogramm von Bands wie Stone the Crow, Tracy Gang Pussy, Sex Slaves oder KrashKarma. Es sollten allerdings zehn Jahre vergehen, ehe Drift & Die ihre Musik auch einer breiteren Masse auf CD präsentieren können. Im Jahr 2011 ist es aber endlich soweit, das Debüt-Album BACK TO PARADISE ist fertig und wartet nur darauf, einmal genauer unter die Lupe genommen zu werden.

Nach einem kurzen "Intro" geht es auf BACK TO PARADISE dann auch gleich in die Vollen. "Nowhere" ist ein klassischer straighter Midtempo-Rocker, welcher eine gute Mischung aus Tradition und Moderne bereithält. Lediglich der Refrain könnte noch etwas melodischer ausfallen.
Bei "Part of you" schalten die Jungs dann einen ganz zurück. Hier mischen sich poppige Klänge mit Alternative Rock und erinnern dabei sehr deutlich an ihre großen Vorbilder von Nickelback. Aber lieber eine gute Kopie als ein schlechtes Original, insofern geht das hier durchaus in Ordnung.
Auch "White Flag" geht mit seinen poppigen Melodien wieder in die Nickelback-Richtung, dieses Mal allerdings mit einer zusätzlichen Dosis Red Hot Chili Peppers. Dank seines Ohrwurmrefrains kann der Titel die Sympathien voll auf seine Seite ziehen.
Ein ganzes Stück roher und härter als die letzten beiden Titel kommt dann das groovige "Back Home" daher. Der Song ist ziemlich modern angelegt und erinnert sowohl an die Grunge-Welle der 90er Jahre als auch an die härteren Lieder von Nickelback und Konsorten.
In eine ähnliche Richtung wie der letzte Titel zielt auch das rockige "Loose and leave", bei dem Drift & Die wieder sehr nah an ihren Vorbildern von Nickelback agieren. Sowohl handwerklich als auch in Sachen Melodik gibt es an dem Song überhaupt nichts auszusetzen, dementsprechend werden alle Liebhaber dieser Richtung hier sicher oft die Repeat-Taste verwenden.
Weiter geht es mit einer Ballade. "Scars" ist der ruhigste Song des Albums und bietet musikalisch eine interessante Mischung aus Pearl Jam, Nickelback und den Red Hot Chili Peppers.
"Come this Day" geht wieder in die poppige Alternative-Richtung und gehört durchaus zu den besseren Vertretern seines Genres.
An "Back to Paradise" ist dagegen gar nichts poppig, der etwas lärmige Titel ist nämlich ziemlich sperrig und unmelodisch ausgefallen. Das mag Geschmacksache sein, doch alle, die Musik in erster Linie wegen der Melodien hören, werden bei diesem Song an der Skip-Taste nicht vorbei kommen.
Ähnliches lässt sich auch über "XxX (Sex, Drugs... we lock Rock n’ Roll" und "Rising Disease" sagen, wobei bei diesen Titeln immerhin Melodiefragmente erkennbar sind. Ansonsten regiert aber auch hier mehr der Lärm denn die Melodik, letztgenannter Song lässt sogar Erinnerungen an schlimmste Grunge-Zeiten wach werden.
Glücklicherweise stimmen Drift & Die am Schluss noch einmal versöhnliche Töne an. "Solitary Peace" ist die zweite Ballade des Albums und ist sehr harmonisch und melodisch ausgefallen. Hier erreichen Drift & Die sogar noch einmal das Niveau ihrer großen Vorbilder und machen die schwachen Songs gegen Ende des Albums fast wieder vergessen.

Fazit: Durchaus interessant, was Drift & Die da auf ihrem Debüt-Album abliefern. Wenn man einer Band den Titel „deutsche Antwort auf Nickelback“ verleihen dürfte, dann hätten Drift & Die diesen an ehesten verdient. Sehr viele Songs auf BACK TO PARADISE erinnern an die amerikanischen Vorbilder. Natürlich lastet der Band damit ein bisschen das Siegel der Kopie an, doch kann man hier definitiv von einer sehr gelungenen Kopie sprechen. Außerdem klingen bei einigen Songs auch eigene Akzente durch, so dass Drift & Die durchaus die nötige Portion Eigenständigkeit besitzen, um aufzufallen. Gegen Ende das Albums lassen Drift & Die dann aber leider recht deutlich nach. Bei mehreren Songs lassen sie zugunsten von Groove und Härte wichte Grundprinzipien der Melodik leider völlig außer Acht. Entsprechende Titel würden vielleicht einer drittklassigen Grunge-Kappelle gerecht werden, doch das durchaus ansprechende Niveau der restlichen Songs erreichen sie nicht mal annäherend. Dies führt natürlich zu einer Abwertung der Gesamtnote, doch das Endergebnis ist immer noch so gut, dass Freunde alternativer, stellenweise auch leicht poppiger Klänge hier unbedingt mal reinhören sollten.

Anspieltipps:
 "Nowhere," "White Flag", "Scars," "Come this Day", "Solitary Peace".

Tipp:
 Nickelback-Fans sollten auch an Drift & Die Gefallen finden, aber auch alle anderen Liebhaber Alternative-lastigen Rocks können gerne mal reinhören.

Titel-Liste:
 
  1. Intro
  2. Nowhere
  3. Part of you
  4. White Flag
  5. Back Home
  6. Loose and leave
  7. Scars
  8. Come this Day
  9. Back to Paradise
  10. XxX (Sex, Drugs, we love Rock ‘ Roll)
  11. Rising Disease
  12. Solitary Place

Laufzeit:
 43:04 Min.

Band-Infos:
 
  • www.drift-and-die.de 


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