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Review: E.Z. Riders
 
EXPERIENCED ZYDECO RIDERS

Album:
 EXPERIENCED ZYDECO RIDERS, 2009, Eigenvertrieb

Stil:
 Blues Rock

Wertung:
 5 von 7
5 von 7 Punkten
 U.B., 27.02.2009

Review:
 Nachdem ich das vorliegende Debüt der E.Z. Riders mit seinem Blues Rock im Stil der Siebziger gehört hatte war für mich klar, das Trio kommt aus dem Südwesten der USA. Als ich dann die Namen der Musiker las, traf mich fast der Schlag. Alessandro Alessandrini Gitarren und Vocals, Luigi Ridolfi Bass und Vocals, Rodolfo Ridolfi Drums und Vocals lautet die Besetzung. Die Jungs kommen eindeutig aus Italien. EXPERIENCED ZYDECO RIDERS lautet das selbstbetitelte Album wobei das als Bandnamen dann doch zu sperrig war und man den auf E.Z. Riders kürzte. Alle drei Musiker spielen schon lange in verschiedenen Blues Bands. Die Riders wurden 2007 gegründet was auch das Geschwisterpaar Ridolfi wieder musikalisch vereinte.
Zydeco, was die Gruppe im Namen führt, ist eine schnelle Tanzmusik aus der Gegend von Louisiana in den USA. Gut geeignet für den typischen Square Dance. Zydeco ist eine Art Folk Musik bei der ein Waschbrett zum Einsatz kommt. Einer der Musiker hat Fingerhütte aus Metall auf den Fingern und reibt diese über das Waschbrett. So ein "Instrument" kommt bei den Riders aber nicht zum Einsatz. Southern Rock ala Lynyrd Skynyrd mit Blues getränkt beschriebt den Stil ganz gut.

Gemütliche Clubatmosphäre verbreitet "Real good Love". Gelungener, mehrstimmiger Gesang, übrigens ohne italienischen Akzent, flotte Gitarren im Western Stil und ein starker Bass lassen die Fußspitzen sofort im Takt wippen.
Auch "The Way to the Heart" besitzt eine gefällige Melodie. Bei gebremstem Tempo setzt man hauptsächlich auf die zweistimmigen Vocals jeweils getrennt auf dem rechten und linken Kanal der Boxen. Als man glaubt der letzte Akkord verhallt leise und der Track sei vorbei, legt man mit einem quirligen Gitarrensolo nach.
Auf "Witchy Woman" gehen die schrammelnden Gitarren und der pumpende Bass direkt ins Ohr. Der Gitarrensound geht etwas in Richtung Slide Gitarre. Ein Stück das zum Tanzen animiert.
"30 Years" ist ein ruhiges Stück das eine nachdenkliche Stimmung besitzt. Die Vocals sind zurückhaltend, der Bass ist noch stärker als sonst.
"I wish I could be free" dagegen setzt auf gute Laune, Rockabilly Blues heißt das Motto. Man merkt den Musikern die Spielfreude an.
"I do as I please" ist deutlich Rhythmus betont mit wummerndem Bass. Der ungekünselte, ehrliche Gesang und vor allem die flotten Gitarren im Stevie Ray Vaughan Stil sind die markantesten Eckpunkte diese Songs.
Mit scheppernden Gitarren legt "I should have quit you" energisch los, Lead- und Rhythmusgitarre ergänzen sich gut. Die Drums treiben an ohne zu aufdringlich zu sein.
Auf "Jeremiah Johnson" greift man anfangs zur Akustikgitarre. Es handelt sich um ein ruhiges, melancholisches Stück. Aus dem melodischen Zusammenspiel von zwei Gitarren löst sich eine und tritt mit einem Solo in den Vordergrund.
Auch "Mean Mistreator" erinnerte mich spontan an den früh verstorbenen Stevie Ray. Die Gitarren werden betont dazwischen gibt es ein Bass-Solo und die Drums haben Gelegenheit mit sehr variablen Einlagen zu glänzen.
Sehr bluesig geht es auf "Save me from the Undertaker" zu. Die Gitarren sind mit etwas Hall unterlegt und faden aus dem Hintergrund nach vorn und zurück. Lead- und Backing Vocals erklingen im Wechsel.
"The Dreamer" ist ein schwächerer Song. Die Musik ist mir zu glatt, es bleibt wenig hängen. Erst gegen Ende legen die Gitarren los und bewahren das Stück vor der Belanglosigkeit.
"Still blows the Wind" macht das Dutzend voll. Mit flottem Rhythmus ist das Western Feeling nahezu perfekt, es fehlt nur die Fiddle aber dafür gibt es eine Mundharmonika. Die Gitarren halten sich auffällig zurück nur der Bass spielt weit vorn. Nach einem Break können die Gitarren dann aber doch noch so richtig zeigen was Sache ist. Das Tempo wird ständig schneller.

Fazit: Auch aus Bella Italia kann guter Blues Rock kommen wie E.Z. Riders nachhaltig unter Beweis stellt. Der interessante Cross Over aus rockigem Blues mit Country & Western Anleihen und etwas Honky Tonk weiß zu gefallen. Die Musiker haben sich seit Jahrzehnten dieser Musik verschrieben und spielen dementsprechend versiert und routiniert auf, dass es schwer fällt zu glauben, sie seien nicht aus Amerika. Ein Album wie geschaffen um es an einem warmen Frühlingstag beim lockeren Cruisen mit dem Cabrio zu hören. Durchgängig in mittleren Temporegionen angesiedelt verfallen nur die Gitarren ab und zu in virtuose Blues Einlagen. Ob Alessandrini alle Gitarren eingespielt hat oder ein Studiomusiker den zweiten Sechssaiter übernommen hat, weiß ich leider nicht. Der Bass ist dermaßen gekonnt gespielt und so stark vertreten, wie man es nur selten findet. Die Drums haben genau das richtige Maß, guter Antrieb ohne die anderen Instrumente zu verdecken. Also holt die Cowboy Hüte aus dem Schrank und schnell die Westernstiefel angezogen, es ist Zeit für die E.Z. Riders.

Tipp:
 Natürlich ist so ein Album auf einer Seite wie HardHarderHeavy grenzwertig. Dennoch ist die Scheibe so locker und gekonnt gemacht, dass ein Review berechtigt ist. Freunde der harten Rock und Metal Töne werden hier nicht fündig aber manchen Leuten macht es ja auch Spaß mal Neues zu entdecken abseits der Knackwurst Mucke. Wer gerne Lynyrd Skynyrd oder Grand Funk Railroad hört und vielleicht noch an Stevie Ray Vaughan Spaß hat, sollte hier reinhören.

Titel-Liste:
 
  1. Real good Love
  2. The Way to the Heart
  3. Witchy Woman
  4. 30 Years
  5. I wish I could be free
  6. I do as I please
  7. I should have quit you
  8. Jeremiah Johnson
  9. Mean Mistreator
  10. Save me from the Undertaker
  11. The Dreamer
  12. Still blows the Wind

Laufzeit:
 61:53 Min.

Band-Infos:
 
  • www.myspace.com/ezridersband 

  • Probehören und Kaufen:
    E.Z. Riders: EXPERIENCED ZYDECO RIDERS

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