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Review: Edenbridge
 
MY EARTH DREAM

Album:
 MY EARTH DREAM, 2008, Napalm

Stil:
 Symphonic Metal

Wertung:
 7 von 7
7 von 7 Punkten
 S.M., 07.05.2008

Review:
 Edenbridge sind Österreichs Symphonic Metal-Aushängeschild par excellence. Trotzdem stehen sie international noch immer im Schatten von Acts wie Nightwish oder Within Temptation. Vielleicht gelingt es ihnen, mit MY EARTH DREAM (oder MyEarthDream) nun endgültig in den musikalischen Vordergrund zu treten.
Ein Gutes hat der Labelwechsel zu Napalm Records schon mal bewirkt: es ergab sich die erstmalige Möglichkeit, mit einem echten Orchester zusammenzuarbeiten. Das Czech Film Orchestra, das - der Name verrät es - schon etliche Filmproduktionen musikalisch untermalte, ist auf MY EARTH DREAM für die symphonische Seite zuständig.
Edenbridge selbst bestehen aus Sabine Edelsbacher (Gesang), Lanvall (Alle Gitarren, Keyboard, Piano, Bouzouki, Pipa), Frank Bindig (Bass) und Max Pointner (Drums). Außerdem sind auf MY EARTH DREAM noch einige Gastmusiker vertreten, wie Dennis Ward und Robby Valentine, die für Backing Vocals und Chorarrangements verantwortlich zeichnen.
Ein Großteil der Aufnahmen wurde in Lanvalls eigenem Farpoint Studio eingespielt. Der vielseitige Musiker ist auch der Hauptsongwriter und hat darüberhinaus die orchestralen Parts arrangiert.

Mit einer sehr schönen symphonischen Einleitung geht es auch schon los: "The Force within" ist rein klassisch, durch die Bläser aber trotzdem ungeheuer druckvoll. Das macht gleich Lust auf mehr.
Bei "Shadowplay" wird dann äußerst dynamischer Power Metal mit symphonischen Arrangements kombiniert. Der strukturierte Aufbau mündet in einen sehr eingängigen Refrain, dem Sabine Edelsbacher mit ihrer klaren und ausdrucksstarken Stimme einen unvergleichlichen Stempel aufdrückt. In mehreren kurzen instrumentalen Intermezzi zeigen die Österreicher, wie eine gelungene Symbiose aus Klassik und Metal auszusehen hat.
Ein etwas progressiveres Konstrukt erwartet den Hörer dann bei "Paramount". Im Großen und Ganzen präsentiert sich das Stück wie eine Powerballade, wird aber immer wieder durch Breaks aufgelockert, die etwas druckvollere Passagen einspielen. Die Highlights dieses Tracks sind aber meines Erachtens wieder ein instrumenteller Part mit starken symphonischen Arrangements und Sabines emotionaler Gesang.
Fast ein wenig ähnlich aufgebaut geht es mit "Undying Devotion" weiter. Allerdings werden hier einige orientalisch klingende Anleihen integriert und die orchestrale Untermalung ist etwas bombastischer. Sehr stark und emotional ist wieder der Refrain, der diesmal auch schöne mehrstimmige Passagen beinhaltet.
Die Rhythmusgitarre bringt in"Adamantine" wieder mehr Druck, doch auch hier gibt es die orientalischen Einflüsse, was dem Song ein bisschen zuviel Ähnlichkeit zum Vorgänger verleiht. Dem passen sich auch die choralen Gesangs-Passagen an. Mitreißend ist "Adamantine" allemal, aber warum diese Stücke ausgerechnet nacheinander platziert wurden, ist mir unverständlich.
Eine akustische Ballade mit genialer orchestraler Begleitung ist "Whale Rider". Hier gibt´s Gefühle pur, aber Sabine kann diese mit ihrer variablen Stimme auch gekonnt ausdrücken.
" Remember me" kommt instrumental dann wieder deutlich kraftvoller, aber die symphonische Untermalung und der Gesang sind weiterhin ungeheuer emotional. Sabine Edelsbacher bewegt sich diesmal fast ausschließlich im Sopran, was ich etwas einseitig finde.
Eine Vermischung von knackigem Rhythmus, dynamischen Gitarrenläufen, melodischer Untermalung und hymnischem Gesang folgt dann bei "Fallen from Grace". Im genialen Solo-Teil darf diesmal die Lead-Gitarre glänzen, während das Orchester im Laufe des Tracks zur Melodiebegleitung stößt.
Mit einer starken Hookline, die sich nach und nach entwickelt und schließlich in einen Hammer-Refrain mündet, kann sich "Place of higher Power" auszeichnen. Gelungener kann die Vereinigung von druckvollen Gitarren-Leads und symphonischen Arrangements nicht sein. Und die virtuosen instrumentalen Phasen setzen dem sogar noch eins drauf. Besser kann Symphonic Metal nicht sein.
Wer im Besitz der Limited Edition ist, kommt als nächstes in den Genuss der "MyEarthDream Suite", einem Arrangement für Gitarre und Orchester, das gegenüber der Standard-Ausgabe als Bonus Track eingefügt wurde. Die Bezeichnung sagt über dieses Stück auch praktisch schon alles aus: Lanvall kann sein Können an den verschiedenen Gitarren beweisen, während er erst von dezenten später von pompöseren Orchestral-Parts unterstützt wird. Es handelt sich aber um ein sehr abwechlungsreiches Arrangement, dass auch etwas wie eine Filmmusik anmutet.
Als krönender Abschluss folgt der Titeltrack "MyEarthDream", der in insgesamt sechs Einzelabschnitte aufgeteilt ist und in seinen über 12 Minuten Spiezeit nochmal Revue passieren lässt, was dieses Album auszeichnet: druckvolle Parts, besinnliche Abschnitte, Sabines bezaubernder Gesang, beeindruckende symphonische Arrangements, instrumentale Virtuositäten und magische Choralpassagen.

Fazit: Edenbridge setzen mit MY EARTH DREAM neue Maßstäbe im Genre, denn eines ist nach dem Hören dieses Werks sicher: SO muss Symphonic Metal klingen! Ich kann nur hoffen, dass die Zusammenarbeit zwischen Band und Orchester auch in Zukunft bestehen wird, denn diese Symbiose aus Metal und wahrhaftigen symphonischen Klangwelten wertet Edenbridges Musik nochmal deutlich auf.
Abgesehen von der einen ungünstigen Platzierung zweier ähnlicher Songs direkt hintereinander, gibt es auf MY EARTH DREAM keinen Schwachpunkt. Die Kompositionen sind allesamt gelungen, und musikalisch wird absolut alles richtig gemacht, sodass es nur eine Wertung geben kann: Höchstnote!

Anspieltipps:
 Da sich alle Songs auf einem erstklassigen Level bewegen, gilt als Anspieltipp schlicht und einfach: Das gesamte Album!

Tipp:
 Symphonic Metal ist bestimmt nicht jedes Menschen Sache, doch wer nur einen Hauch für diese Musikrichtung übrig hat, muss hier einfach zugreifen. Edenbridge legen die Messlatte des Genres wieder eine Stufe höher.
Und da die Limited Edition nur einen Euro mehr kostet, sollte man sich schon wegen des hypergenialen instrumentalen Bonus-Tracks einfach gleich diese zulegen.

Titel-Liste:
 
  1. The Force within
  2. Shadowplay
  3. Paramount
  4. Undying Devotion
  5. Adamentine
  6. Whale Rider
  7. Remember me
  8. Fallen from Grace
  9. Place of higher Power
  10. MyEarthDream Suite (Bonus Track)
  11. MyEarthDream

Laufzeit:
 59:03 Min. (Limited Ed.) / 52:16 Min. (Standard Ed.)

Probehören und Kaufen:
Edenbridge: MY EARTH DREAM (+1 Bonus)

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