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Review: Edenbridge |
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Album:
Stil:
Wertung:
| |  6,5 von 7 Punkten | | S.M., 28.07.2010 |
Review:
| | Edenbridge haben sich mit der Qualität von MY EARTH DREAM wahrscheinlich selbst keinen Gefallen getan. In meinen Augen war es das perfekteste Symphonic Metal-Album, das ich bislang gehört habe. So wird es der Nachfolger, der auf den Namen SOLITAIRE hört, schwer haben, mit dem Überwerk Schritt zu halten.
Eines haben die Österreicher glücklicherweise schon mal beibehalten: die Zusammenarbeit mit einem echten Orchester. Besonders dadurch hob sich MY EARTH DREAM von der Masse gleichgearteter Alben ab. Wodurch können schließlich symphonische Elemente wirklichkeitsgetreuer klingen, als durch die Einbeziehung von echten Streichern und Bläsern in den Sound? Und auch die opulenten Chorelemente des Vorgängers sind wieder vertreten.
Diesen darf man gleich mal in dem bombastischen Intro "Entree Unique" lauschen. Beim eigentlichen Opener, dem Titeltrack "Solitaire" geht es die ersten Sekunden richtig energetisch zur Sache, bevor die melodisch-symphonische Seite die Überhand gewinnt. Lanvalls Riffs halten hier aber immer wieder die Power hoch, während das Keyboard als Gesangsbegleitung die Melodie trägt. Edenbridge schaffen eine interessante Balance aus Eingängigkeit und Komplexität, die durch vielschichtige Arrangements integriert wird. Für den Albumeinstieg, der ja eher schnell zünden soll, vielleicht eine Spur zu sperrig, insgesamt aber ein toller Track.
Ich denke, das folgende "Higher" wäre der perfekte Opener gewesen, da er sich durch die Melodie und die Geradlinigkeit schnell in den Gehörgängen breit macht. Ein typischer Edenbridge-Ohrwurm mit einem genialen pompösen Chorpart im Mittelteil.
Bei "Skyline's End" lassen die Österreicher leichte orientalische Elemente einfließen, die, zusammen mit der Orchesterarbeit, sehr erhaben wirken und weitere Abwechslung in den den ohnehin schon vielfältigen Sound einbringen. Ich muss sagen, dass dieses Stück in melodiöser Hinsicht seine Vorgänger sogar noch toppt.
Mehr Dynamik, besonders durch das energetische Gitarrenspiel, gibt es bei "Bon Voyage Vagabond". Lediglich zum schön thronenden, leicht besinnlichen Höhepunkt, macht die Energie der gothisch-romantischen Seite kurz Platz. Ebenso bei einem ohrschmeichelnden Piano-Part.
Apropos Piano: "Inward Passage", welches aber nur Käufer der Limited Edition hören dürfen, ist eine ebensolche Überleitung zu "Come undone", einem der kraftvolleren, treibenden Songs des Albums. Zwar hält Sabine mit ihrem Gesang auch die besinnliche Seite hoch, doch insgesamt ist es ein ziemlich dynamischer Track, bei dem sich selbst das Orchester der immensen Energie des Gitarrenspiels anpasst.
"Out of this World" klingt erst ziemlich gewöhnlich, bis Sabine den Höhepunkt mit einer geradezu unheimlichen Intensität zelebriert. Was für eine Stimme und vor allen Dingen was für eine Gesangsleistung! Es wird ohnehin mal Zeit, auf Sabine Edelsbachers ausdrucksstarke und variable Vocals einzugehen. Was sie auf diesem Album leistet ist enorm, aber in meinen Augen gehörte sie schon immer zu den stärksten Sängerinnen des Genres.
"Further afield" bringt wieder fernöstliche Anleihen ins Spiel, fasst ansonsten aber so ein wenig die gesangliche Intensität des Vorgängers noch mal auf - nur mit dem Unterschied, dass sich diese nun auch wieder über die instrumentelle Seite erstreckt. Klasse sind hierbei wieder die Zusammenarbeit zwischen Gitarre und Orchester und die reichhaltigen, anspruchsvollen Arrangements.
Für Inhaber der Limited Edition folgt danach mit "Eternity" ein rein instrumental-akustischer Track. Die Käufer der normalen Edition können beruhigt sein: man braucht ihn nicht unbedingt! Es stellt einfach ein bisschen Lanvall-Selbstverwirklichung dar.
Dabei tut der Bandleader das doch eigentlich auch sonst, wie beispielsweise bei den starken Riffs von "A virtual Dream?". Diese Riffs zeichnen den Song auch aus und führen die Hookline, die damit wieder zu den kraftvoll-dynamischen zählt. Hier bekommt man es mal mit einer ganz anderen Atmosphäre zu tun, die aufgewühlt und verwirrt wirkt, als wäre ein Protagonist gerade erwacht und wüsste nicht, ob es nun Traum oder Wirklichkeit ist. Man sieht, Edenbridge gelingt es, diese Atmosphäre zu einem wahren Kopfkino werden zu lassen. Das ist Songwriting par excellence!
"Brothers in Diamir" stellt kurz vor Ende mehr die besinnliche, gefühlvolle Seite in den Vordergrund. Sehr intensiv sind aber auch hier wieder Gesang und Gitarrenspiel, die beide natürlich dieses Album auszeichnen - plus die symphonischen Anteile, die unmittelbar vor Ausklang auch noch ihren Einsatz finden.
"Exit unique" ist dann ganz zum Abschluss das bombastische Gegenstück zum Intro - das Outro eben. Beide umrahmen den hochklassigen Inhalt des Albums aber recht gut.
Fazit: MY EARTH DREAM wird weiterhin mein Lieblings-Edenbridge-Album bleiben, doch mit SOLITAIRE liefern die Österreicher schon wieder ein Hammerwerk ab. Es ist zwar nicht ganz so leicht zugänglich wie sein Vorgänger und benötigt vielleicht ein paar Durchgänge mehr zum zünden, weil die Konstrukte und Arrangements mitunter komplexer sind, doch ist das Songwriting durchweg hochklassig, und tolle Melodien, starke Hooklines und super Höhepunkte sind auch wieder vorhanden. Dazu präsentiert sich SOLITAIRE nicht nur abwechslungsreich, sondern auch ohne Schwächen.
Auch mit diesem Werk beweisen Edenbridge ihre Ausnahmestellung im Symphonic Metal und können die Konkurrenz weiterhin auf Distanz halten. SOLITAIRE ist eine Wahnsinnsscheibe, die jeder Genre-Fan besitzen muss. |
Titel-Liste:
| | - Entree Unique
- Solitaire
- Higher
- Skyline's End
- Bon Voyage Vagabond
- Come undone
- Out of this World
- Further afield
- A virtual Dream?
- Brothers on Diamir
- Exit Unique
|
Laufzeit:
| | 57:25 Min. (Limited Ed.) / 52:46 Min. (Standard Ed.) |
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