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Review: Eden’s Curse
 
TRINITY

Album:
 TRINITY, 2011, AFM

Stil:
 Melodic Metal, Hard Rock

Wertung:
 4,5 von 7
4,5 von 7 Punkten
 V.R., 13.05.2011

Review:
 Auch bei den multinationalen Melodic-Metallern von Eden’s Curse hat sich das Personalkarussell seit der letzten Albenveröffentlichung mal wieder gedreht. Neu an Bord ist seit Ende 2009 der Keyboarder Alessandro del Vecchio, welcher den ausgestiegenen Ferdy Doernberg ersetzt. Sonst ist aber alles beim Alten geblieben im Hause Eden’s Curse – auch musikalisch. Das neue Album TRINITY, welches bereits das dritte Werk der Gruppe ist, bietet nämlich wieder gewohnt eingängigen Melodic Metal mit leichter Hard Rock-Schlagseite. Mit James LaBrie und Andi Deris haben dieses Mal auch zwei Gaststars an der Platte mitgewerkelt. Das weckt natürlich Hoffnungen auf eine gute bis sehr gute Platte. Kann das Album dementsprechend qualitativ an die bisherigen durchaus hochwertigen Veröffentlichungen anschließen?

Orientiert man sich am ersten Eindruck, muss man diese Frage wohl eindeutig mit einem „ja“ beantworten, denn das düstere orgellastige Intro "Trinitus Santus" stimmt schon mal perfekt auf die kommende knappe Stunde ein und auch der erste richtige Song namens "Trinity" ist von hoher Qualität. Der Titel ist musikalisch irgendwo im weiten Feld zwischen Melodic Metal und Heavy Rock zu verorten und bietet einen Killerrefrain, der sich umgehend im Ohr festsetzt. Auf diesem Niveau darf es gerne weitergehen.
Und der nächste Song "Saints of Tomorrow" ist dann auch tatsächlich keinen Deut schlechter als der letzte Titel. Erneut bieten Eden’s Curse hier eingängigen melodischen Metal, bei welchem mehr Wert auf schöne Melodien als auf Härte gelegt wird. Dennoch besitzt das Lied immer noch genug Pep, um zum gepflegten Abrocken zu animieren.
Doch es wird noch besser. "No holy Man" gehört zu den stärksten Liedern der Platte und wartet auch mit einer Gesangseinlage des oben schon erwähnten Gaststars James LaBrie, bekannt durch die Progressive Metal-Band Dream Theater, auf. Der Song ist dagegen so gar nicht progressiv, sondern bietet zu gleichen Teilen klassischen wie hochklassigen Heavy Rock der alten Schule, Ohrwurmgarantie inklusive.
Nachdem bis hierhin erst mal ordentlich gerockt wurde, wird es nun Zeit für die leisen Töne. Ganz richtig, "Guardian Angel" ist eine dieser typischen Metal-Balladen mit leichtem Kitschfaktor, nicht wirklich schlecht, aber auch nicht wirklich gut. Balladen dieser eher seichten Machart gab es vielleicht auch schon einfach zu viele und in den immerhin sechs Minuten passiert auch einfach zu wenig.
Genug der Entspannung, zurück zum Metal. Bei "Can’t fool the Devil" wird wieder gerockt, was das Zeug hält, doch so richtig stark ist auch dieser Song nicht. Kompositorisch kommt der Titel nämlich etwas spannungsarm daher und die Refrainmelodie ist auch ein wenig arg simpel ausgefallen.
Aber keine Angst, auf diese zwei etwas schwächere Lieder folgt mit "Rivers of Destiny" wieder ein echter Volltreffer. Hier beweisen Eden’s Curse wieder ihre Stärken und liefern einen erstklassigen Hard Rock-Song mit einem reinrassigen Ohrwurmrefrain ab.
Irgendwo zwischen Hard Rock und Metal ist das stellenweise sehr keyboardbetonte "Dare to be different" anzusiedeln. Qualitativ gesehen ist der Song allerdings etwas zu durchschnittlich und spannungsarm ausgefallen.
Widmen wir uns also lieber einem deutlich stärkeren Song, welcher den Namen "Children of the Tide" trägt. Das Lied beginnt als sanfte Ballade und entwickelt sich im weiteren Verlauf immer mehr zu einem epischen Rocker, der auch Axel Rudi Pell sehr gut zu Gesicht stehen würde. Mit fast sechs Minuten gehört der Song zu den längeren Stücken das Albums, doch hat man dabei nie das Gefühl, dass er zu lang sein könnte, da Eden’s Curse hier für ordentlich Abwechslung innerhalb des Songs gesorgt haben.
Bei "Black Widow" darf dann Andi Deris von Helloween seinen Gastbeitrag leisten. Seine etwas raue Stimme passt perfekt zur Stimmung des Songs, welcher ohnehin zu den härtesten des Albums gehört. Damit kristallisiert sich der Titel eindeutig als weiteres Highlight des Albums heraus.
Wer mehr auf epischen Hard Rock steht, der wird sich sicher über den längsten Song des Albums namens "Jerusalem sleeps" freuen, bei dem Eden’s Curse noch mal alle ihre Stärken in einem absoluten Killersong bündeln. Verglichen mit den anderen besseren Liedern des Albums sticht dieser Song immer noch besonders hervor, da hier einfach von vorne bis hinten wirklich alles stimmt.
Anschließend gibt es mit "Rock’n’Roll Children" dann noch ein ordentliches Dio-Cover zu hören, welches allerdings nicht unbedingt nötig gewesen wäre.
Besitzer der limitierten Erstauflage dürfen sich zum Abschluss dann noch über einen Bonustrack namens "We climb" freuen.

Fazit: Gar nicht schlecht, was Eden’s Curse da auf ihrem dritten Album TRINITY abliefern. Mehr als die Hälfte der Songs auf dem neuen Album sind von derart hoher Qualität, dass sie für sich stehend eine Bewertung nahe der Höchstnote rechtfertigen würden. Besonders gegen Ende hält die Platte einige absolute Highlights bereit. Leider geht der Band aber ausgerechnet im Mittelteil des Albums ganz schön die Puste aus. Hätte man die bestenfalls durchschnittlichen Titel einfach weggelassen, wäre am Ende sicher immer noch eine ausrechende Spielzeit herausgekommen. Nun sind die schwachen Titel aber eben da und fließen somit auch deutlich in die Bewertung ein. Dadurch kommt letzten Endes ein zwar immer noch gutes Ergebnis heraus, doch es wäre einfach so viel mehr drin gewesen. Das hat natürlich den bitteren Beigeschmack einer vertanen Chance, doch die starken Songs des Albums stellen trotz allem einen nicht zu verachtenden Kaufanreiz dar und für den Notfall gibt es ja immer noch die Skip-Taste. Insofern sollte man die oben vermerkte Note in diesem Fall am besten einfach mal ausblenden und der Platte – wegen ihrer Stärken – eine reelle Chance geben.

Anspieltipps:
 "Trinity", "No holy Man", "Rivers of Destiny", "Children of the Tide", "Black Widow", "Jerusalem sleeps".

Tipp:
 Melodic Metal- und Hard Rock-Fans sollten hier trotz einiger schwacher Songs unbedingt mal reinhören.

Titel-Liste:
 
  1. Trinitas Sanctus (Intro)
  2. Trinity
  3. Saints of Tomorrow
  4. No holy Man
  5. Guardian Angel
  6. Can't fool the Devil
  7. Rivers of Destiny
  8. Dare to be different
  9. Children of the Tide
  10. Black Widow
  11. Jerusalem sleeps
  12. Rock'n'Roll Children
    - - - Bonus Track - - -
  13. We climb

Laufzeit:
 58:15 Min.

Band-Infos:
 
  • www.edenscurse.com 

  • Probehören und Kaufen:
    Eden’s Curse: TRINITY

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