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Review: Edguy |
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Album:
| | AGE OF THE JOKER, 2011, Nuclear Blast |
Stil:
Wertung:
| |  6 von 7 Punkten | | S.M., 01.12.2011 |
Review:
| | Wie Tobias Sammet das stemmt, zwei so erfolgreiche Projekte nebeneinander laufen zu lassen, ist mir immer wieder ein Rätsel. Erst im vergangenen Jahr überzeugte der Fuldaer mit dem Avantasia-Doppelschlag auf voller Linie, veröffentlichte so nebenbei noch einige Live-Sachen von Edguy und hat nun bereits das neue Studioalbum seiner zuerst gegründeten Band am Start: AGE OF THE JOKER heißt das inzwischen zehnte Full-Length-Album von Edguy.
Der Vorgänger TINNITUS SANCTIS bekam recht unterschiedliche Beurteilungen ab, bei mir schnitt er aber gut aber. AGE OF THE JOKER schlägt ziemlich in die gleiche Kerbe. Es ist ein abwechslungsreiches Album, dem man trotzdem immer die typischen Edguy-Trademarks anhört.
Anstatt lässig mit einem munter-knackigen Song zu beginnen, ist der Opener "Robin Hood" mit über acht Minuten eher ein ziemlich fordernder Brocken. Dabei wird getragener, leicht nostalgischer Hardrock mit eingängigem Power Metal vermischt, so dass der Song trotz der epischen Länge kurzweilig bleibt und sogar Ohrwurmcharakter erhält. Ein interessantes Experiment, das Sammet hier zu einem gelungenen Opus zusammensetzt.
"Nobody's Hero" ist dann genau solch ein Song, den ich vom Gefühl her an den Beginn des Albums gesetzt hätte – kraftvoll, knackig, eingängig. Die Hookline und die Melodie bemächtigen sich wieder schnell der Gehörgänge.
"Rock of Cashel" erscheint mir anfangs etwas akzentlos, kann aber mit einen schönen soundtrackartigen Instrumentalteil und folkigen Anleihen später wieder Boden gutmachen.
Überraschungen hält das Album einige bereit. Das leichte Americana-Flair, das bei "Pandora's Box" immer wieder eingeflochten wird, gehört auch dazu. Recht vertraut klingt dafür der Melodic-Metal-Song "Breathe" mit seiner einprägsamen Hookline und dem eingängigen, hymnischen Höhepunkt.
Bei "Two out of Seven" habe ich teilweise den Eindruck, dass Tobi ein wenig von Tina-Turner-Songs abgeschaut hat. Was er daraus fabriziert, hat aber Hand und Fuß.
"Faces in the Darkness" ist auch weitestgehend ein Stück, wie man es von Edguy gewohnt ist, mit dezent emotionaler Note und gelungener Melodie. Es werden aber sogar unterschiedliche Stimmungen und Gefühlsregungen musikalisch raffiniert verarbeitet.
Sicherlich eines der Albumhighlights ist "The arcane Guild". Alleine schon diese klasse Hammond-Orgel-Einleitung oder das mitreißende Bridge-Refrain-Konstrukt. Das ist Melodic-Metal-Songwriting vom Feinsten.
Von dem tiefgründigen "Fire on the Downline" bin ich persönlich nicht so begeistert, wer aber auf solch geartete Songs steht, findet hier ein sorgfältig ausgearbeitetes Exemplar. Der vielschichtige Neunminüter "Behind the Gates of Midnight World" hält in seinen facettenreichen Passagen dagegen permanent eine musikalische Spannung aufrecht, was bei mir gut ankommt.
Wer denkt, dass "Every Night without you" zum Abschluss eine Ballade ist, liegt vollkommen richtig. Allerdings eine mit einer tollen Melodie und einer unheimlich einfühlsamen Performance von Tobi.
Fazit: Obwohl TINNITUS SANCTUS keineswegs schlecht war, stufe ich AGE OF THE JOKER noch ein klein wenig besser ein. Die Hitdichte ist etwas höher, und viele der Stücke warten mit interessanten Aspekten und raffinierten Überraschungen auf. So reiht sich das neueste Edguy-Album auch tadellos in die zumeist hochklassigen Releases ein, für die Tobias Sammet verantwortlich zeichnet.
Der Power Metal erhält auf AGE OF THE JOKER zwar nicht mehr allzu viel Raum, aber im Bereich des Hard Rock und Melodic Metal, an deren Grenze sich das Werk abspielt, gehört es zu den besten Veröffentlichungen des Jahres 2011. |
Titel-Liste:
| | - Robin Hood
- Nobody's Hero
- Rock of Cashel
- Pandora's Box
- Breathe
- Two out of Seven
- Faces in the Darkness
- The arcane Guild
- Fire on the Downline
- Behind the Gates to Midnight World
- Every Night without You
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Laufzeit:
Probehören und Kaufen:
Empfehlen:
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