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Review: Eklipse
 
A NIGHT IN STINGS

Album:
 A NIGHT IN STINGS, 2012, Mrs Green

Stil:
 Instrumental Pop/Rock

Wertung:
 3 von 7
3 von 7 Punkten
 J.G., 19.06.2012

Review:
 Die Verpackung lässt sich sehen, denn vier hübsche Mädels in mehr oder weniger freizügigen schwarzen Gothic-Outfits mit dazu farblich passenden rot-lackierte Streichinstrumenten kann man gerne auch etwas länger anschauen. Unkenntlich gemacht mit Augenbinden/-Klappe und wenig aussagekräftigen Pseudonymen Miss E. (Violine), Scarlett (Violine), Viola (Bratsche) und Helena (Cello) schüren die Phantasie zusätzlich an, denn schließlich sollen sich dahinter, studierte Musikerinnen verbergen. Ich zitiere: "Erotik und Sexappeal gehen Hand in Hand mit einer gewissen Strenge und Unnahbarkeit." Sogar die Entstehungsgeschichte hat einen etwas besonderen Touch bekommen, denn man soll sich im russischen St. Petersburg auf dem White-Nights-Festival getroffen und sofort gemerkt haben, dass man seelenverwandt sei.
Soweit so gut, doch wie steht es jetzt um die Musik bestellt, denn um die geht es hier schließlich. Nahe liegend sind Vorstellungen in Richtung der Finnen Apocayptica, wenn Streichinstrumente im Spiel sind und dann ist es zunächst auch verzeihlich, wenn das Debüt A NIGHT IN STING der jungen Damen ausschließlich aus Covers besteht. Apocayptica hat sich immerhin auch reichlich bei Metallica bedient.
Pop, Rock, Gothic soll hier instrumental in Szene gesetzt werden und da kommen Stars wie Linkin Park, David Bowie oder Kate Bush gerade recht. Gefolgt von Depeche Mode, Coldplay, Hurts und Lady Gaga haben sich die Damen hiermit eine recht bunte Mischung ausgewählt und die werde ich mir nun etwas näher zu Gemüte führen.

Den Anfang macht "Wonderful Life" von den Hurts und schon beginnen meine Probleme. Auch wenn ich das Original recht gut kenne, so habe ich ziemliche Schwierigkeiten, die Charakteristica des Songs eindeutig zu identifizieren und erst beim Refrain wird es etwas besser. Doch erlicherweise wäre ich nach diesen ersten zwei Minuten schon fast weggenickt, so "einschläfernd" mutet diese Interpretation an. Es wird wohl noch etwas besser und wie man es von der Klassik kennt auch deutlich dynamischer, doch so richtig vom Hocker hauen ist etwas anderes.
Nächster Versuch! Es folgt "In the End" von Linkin Park, bei dem ich ähnlich rudern muss, wie beim Opener. Zwar wird der Song von Anfang an etwas druckvoller interpretiert, doch mitreißend, beschwingt oder gar schwungvoll ist etwas anderes.
Die Keule depressiver Art kommt schneller als gedacht. "New Moon Theme" wirklich gelungene Filmmusik die jedoch nicht wirklich ins Gesamtkonzept passen will und auch meinen Puls kaum zu beschleunigen vermag.
Schon gespannt bin ich auf "Cloudbusting", den Song von Gesangswunder Kate Bush. Die Spannung schlägt schnell in Ernüchterung um, denn obwohl es sich unverkennbar um einen Song von Kate handelt, sind die Ladies leider nicht gewillt, mal etwas zu wagen und dem Song vielleicht sogar Up-Tempo-Charme mit auf den Weg zu geben. Mitnichten, es tröpfelt und tröpfelt. Obwohl Frau sich bemüht hat, instrumentelle Akzente zu setzen, klingt alles viel zu brav und zahm. Erschwerend kommt hinzu, dass eine Geige, so hoch sie auch gespielt wird, kein Ersatz für Kate Bushs Stimme darstellt. Es fehlt etwas... etwas entscheidendes.
Lediglich Lady Gagas "Paparazzi" kann mich durchaus überzeugen. Man weiß recht schnell, was gespielt wird und der Schwung des Originals wurde beibehalten.
"Run" von Snow Patrol, eine Schlaftablette par excellence vor dem Herren, wer es bis hierher mühevoll geschafft hat nicht ins Reich der Träume zu entschwinden, kann dies nun nachholen. Damit haben sich die vier Ladies nun vollends aus meinem Interessen-Horizont katapultiert.

Fazit: Technisch gesehen, beherrschen die vier Damen ihre Instrumente, keine Frage. Es mag sicherlich auch Liebhaber dieser Art von Musik geben und obwohl ich neben den harten Sachen ab und an "echte Klassik" höre und das fängt bei Vivaldi an und hört bei Grieg auf, kann ich diesen Interpretationen jedoch absolut nicht abgewinnen. Warum man sich mit Ausnahme von vielleicht Lady Gaga ausschließlich "Langweiler" ausgesucht hat, die sich schon im Originalzustand stellenweise wie Kaugummi ziehen und dieser Umstand durch die Streichinstrumente auch noch verstärkt wird, bleibt mir ein Rätsel. Mir fehlte die versprochene Leidenschaft, die mir nur Leiden schaffte.
Wenn ich flotte moderne Interpretationen mit Geige haben will, bleibe ich wohl nach wie vor bei David Garrett und wenn es auch noch metallische Härte sein soll, dann gibt es da diese finnische Truppe namens Apocayptica. Da ist wirkliche Leidenschaft im Paket und nicht nur tituliert auf der Verpackung.
A NIGHT IN STRINGS? Nein bitte nicht, dann doch lieber "A Night in String-Tanga", besonders wenn ein knackiger Po drin steckt. Da kann ich deutlich leichter ins Träumen geraten und meine Phantasie schweifen lassen, egal ob mit oder ohne Musik.
...und fünf Euro ins Macho-Schweinderl, ich weiß...

Titel-Liste:
 
  1. Wonderful Life (Hurts)
  2. In the End (Linkin Park)
  3. Home (Depeche Mode)
  4. New Moon Theme (Thema von Eclipse)
  5. Cry me a River (Justin Timberlake)
  6. Cloudbusting (Kate Bush)
  7. Paparazzi (Lady Gaga)
  8. Run (Snow Patrol)
  9. Mumbai Theme (Thema von Bombay)
  10. Clocks (Coldplay)

Laufzeit:
 39:01 Min.

Band-Infos:
 
  • www.e-k-l-i-p-s-e.com 

  • Probehören und Kaufen:
    Eklipse: A NIGHT IN STINGS


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