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Review: Ekpyrosis |
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Album:
| | ALL YOU CAN EAT, 2008, Eigenvertrieb |
Stil:
Wertung:
| |  5 von 7 Punkten | | U.B., 25.01.2009 |
Review:
| | "Darf es auch etwas mehr sein?" So wird man häufig an der Theke beim Metzger gefragt. Etwas mehr sein durfte es auch bei Ekpyrosis zum 20 jährigen Bestehen der Band, nämlich eine Doppel CD. Ein mutiges Unterfangen bedenkt man, dass die Truppe aus der Alpenrepublik Österreich keinen Plattenvertrag hat. Den hatte man zwar schon in der Vergangenheit aber man wollte unabhängig sein und produziert und vermarktet wieder in Eigenregie. Besonders bekannt sind Ekpyrosis nicht, aber manche Rose blüht ja auch im Verborgenen. Die Band eröffnete schon für so erfolgreiche Gruppen wie Helloween, Metal Church und Kingdom Come. Zumindest ein erster Hinweis auf die Qualität der Österreicher. Die Besetzung lautet: Christian Gruber Gitarre und Vocals, Mario Scheiber Gitarre und Backing Vocals, Thomas Prethaler Bass und Vocals, Richard Edlinger Keyboards, Helmut Winter Drums. Die Jungs kommen aus der Steiermark und da kommt schließlich auch Terminator Arni her und so verwundert es nicht, dass es musikalisch recht heftig zur Sache geht. Am zur Fressorgie einladenden Büffet ALL YOU CAN EAT ist also eher mit deftiger (aber durchaus leckerer) Hausmannskost als mit raffinierten Gourmet Schmankerln im Miniformat zu rechnen. Recht so, lieber ausgiebig gespeist als diese homöopatisch kleinen Appetithappen.
Der unaussprechliche Bandnamen kommt übrigens aus dem Griechischen und bedeutet Weltenbrand, ein Weltenuntergang im lodernden Feuer.
Direkt der Opener "Neuralgia" ist ein typischer Ekpyrosis Song. Die Twingitarren riffen was das Zeug hält dazu hämmern die Drums wie entfesselt. Die Vocals sind rau und etwas heiser. Der Gesang ist ohnehin nicht gerade die Stärke der Truppe, eher die Gitarrenpower die mächtig marschiert. Die Keyboards sind wie bei nahezu allen Songs sehr sparsam eingesetzt, man muss förmlich danach suchen.
"Earth- Bound" ist durch viele Breaks und einige disharmonische Einlagen ziemlich verschachtelt, progig eben. Die Vocals sind äußerst aggressiv und noch heiserer als sonst. Der Schwerpunkt liegt auch hier auf den fetzenden Gitarren. Im Verlauf wird das Stück dann deutlich melodischer.
Mit einem Basssolo startet "My Hands are tied". Hier gibt man sich viel weicher und legt mehr Wert auf die Melodie. Der Song erinnert mich an alte Bonfire. Mit der Bezeichnung Power Ballade liege ich wohl nicht verkehrt. Die Vocals sind an einer Stelle dermaßen heiser, da könnte auch Lemmy von Motörhead am Mikro stehen.
Ganz anders wiederum "The Art of Living". Die fräsenden Gitarren bohren sich förmlich in die Gehörgänge. Schön getrennt auf jeweils einen Kanal klingt das zudem noch sehr räumlich. Hier gelingt es den kraftvollen Track noch in ein melodisches Gerüst zu packen.
"Behind the Mask" beschert Riffs ohne Ende mit fettem Groove was anfangs ein wenig eintönig rüber kommt. Später kriegt man dann doch die Kurve und das Stück wird leichter konsumierbar. Das liegt vor allem am Refrain der eingängig ist. Alles in allem ein heftiger Headbanger dessen stampfender Rhythmus ist Blut geht, da zuckt der Schädel von alleine im Takt.
Etwas Power Metal gefällig? Kein Problem. "Yellow Eyes" lässt mit rasendem Picking der beiden Gitarren im Wechsel, die Herzen höher schlagen. Drums und Bass sorgen für viel Druck und so geht es mit hohem Speed dahin. Dazwischen werden aber auch einige ruhigere, melodische Teile eingeflochten bevor die Gitarren den nächsten Temporausch einleiten.
"See you again" ist ein ziemlich verquertes Stück. Ich mag Prog Metal ausgesprochen gern und davon steckt in diesem Song einiges. Nur kommt mir die Sache hier schon sehr zerstückelt vor und die thrashige Stimmung passt auch nicht so.
"Destination" bildet den Abschluss der ersten Scheibe. Die harten Gitarrenakkorde sind ein echter Angriff auf die Ohren. Die Vocals, teils Sprechgesang, passen zu diesem emotionalen Song. Der Chorus hat einen leichten symphonischen Einschlag und gefällt mir ausgesprochen gut, auch das für Ekpyrosis ungewöhnliche Ende mit langsamem Fade Out.
Mit "Addicted" kommen wir zum zweiten Teil. Ein Stück auf dem die Keyboards sich nun endlich mal mehr Gehör verschaffen. Der Rhythmus ist ansteckend, die Füße wippen sofort im Takt.
Mit "Madhouse" geht es in rasante Tempogefilde. Angetrieben durch viel Bass und Drum Geballer verfallen die Gitarren in Dragonforce Manier. Die Melodie bleibt aber ziemlich auf der Strecke. Im Gegensatz zu Dragonforce klingt eine deutliche Portion Thrash mit. Die Shouts könnten auch von einem Punk Rock Album kommen.
Auf wenig Gegenliebe stößt bei mir "The Underground is where it happens". Die komplizierte Songstruktur wird zum Ende hin zunehmend konfuser. Schwere Kost.
Auf "Behind the Mask Part II" zieht die Band die Tempobremse. Ein melodischer, viel softerer Song bei dem sich die Gitarren stark zurückhalten. Bei diesen leiseren Tönen fällt der limitierte Gesang negativ auf und trotzdem ist es eine gute Nummer.
Auf "Like Master, like Man" lässt man wieder die Muskeln spielen. In gewohnter Manier knallen die Gitarren und Drums gewaltig durch die Ohren. Ganz leise im Hintergrund sind sogar die Keys zu hören.
Etwas eintönig mit der mehrfach zitierten Gitarren Dominanz gibt sich "Gun".
Nach so viel Geknüppel darf es mit "Dear Sophie" auch ein sehr balladeskes Stück sein. Soviel Gefühl und Emotion sollte man Ekpyrosis gar nicht zutrauen. Mit Akustikgitarren und Synthie Flöten verbreitet der leicht Folk angehauchte Song so etwas wie Mittelalter Feeling. Habe ich die Vocals auf dem nicht ganz so soften "Behind the Mask Part II" noch kritisiert, gefallen sie mir hier viel besser.
Zum Abschluss wird uns mit "Release me from your Spell" nochmals die bekannte Mischung aus heftigen Gitarren und aggressivem Gesang serviert.
Fazit: Die Österreicher lassen nichts anbrennen, der Bandname ist Programm. Mit ehrlichem, beinhartem Metal wird eingeheizt. Man biedert sich nicht an und schielt auch garantiert nicht nach dem geschäftlichen Erfolg. Dazu sind die meisten Songs zu sperrig und abseits vom Massengeschmack. Ekpyrosis ziehen ihr Ding durch und lassen sich nicht verbiegen. Die Musik ist rau und ungeschliffen aber dafür authentisch. Man merkt den Jungs die Hingabe zur Musik an. Nach 20 Jahren im Geschäft ist von der instrumentalen Seite alles im grünen Bereich. Die Gitarren sind das Aushängeschild und bügeln alles in Grund und Boden. Wäre die Rhythmus Fraktion nicht auch von gehobener Qualität würde sie sonst ein ebenso stiefmütterliches Dasein führen wie das Keyboard. Die Drums sind aber etwas dumpf und für meinen Geschmack zu weit im Hintergrund. Sonst ist die Produktion ganz okay, besonders wenn man das sicherlich begrenzte Budget bedenkt. Der größte Schwachpunkt sind dagegen die Vocals. Frontmann Christian Gruber hat eine ziemlich heisere Stimme die häufig deutlich punkig klingt. Manchen Leuten mag das gefallen, es passt ohne Zweifel zum Charakter der Musik aber richtig glücklich bin ich damit nicht. An so mancher Stelle wackelt die Stimme ganz schön. Das gilt auch, sogar in verstärktem Maße, für Thomas Prethaler der neben dem Bass sich die Gesangsparts mit Christian teilt.
Wäre ich ein Koch würde das Rezept für ALL YOU CAN EAT lauten: man nehme eine Portion Motörhead, rühre Running Wild unter und würze mit einigen Löffeln Metallica. Das Ganze schmeckt man ab mit einer kleinen Messerspitze Punk und reichlich Prog Metal. Guten Appetit! Über einen empfindlichen Magen sollte man aber nicht verfügen sonst liegt die Kost zu schwer im Bauch und die dann durch Blähungen entstehenden Töne sind ganz gewiss nur von minderem musikalischem Wert. |
Anspieltipps:
| | "Earth- Bound", "My Hands are tied", "Behind the Mask", "Addicted", "Behind the Mask Part II" und "Dear Sophie" |
Tipp:
| | Das Doppelalbum ist für alle Freunde der härteren Gangart die auf ehrlichen Heavy Metal stehen und sich am, nennen wir es "ausbaufähigen" Gesang, nicht stören. |
Titel-Liste:
| | CD 1
- Neuralgia
- Earth- Bound
- My Hands are tied
- The Art of Living
- Behind the Mask
- Yellow Eyes
- See you again
- Destination
CD 2
- Addicted
- Madhouse
- The Underground is where it happens
- Behind the Mask Part II
- Like Master, like Man
- Gun
- Dear Sophie
- Release me from your Spell
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Laufzeit:
Band-Infos:
| | www.ekpyrosis.com  |
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