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Review: Electro Baby |
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Album:
| | ELECTRO BABY, 2007, Abandon Records |
Stil:
Wertung:
| |  4,5 von 7 Punkten | | M.K., 22.08.2007 |
Review:
| | Electro Baby stammen aus Süddeutschland und haben mit elektrischen Einflüssen so viel am Hut wie ich mit True Power Symphonic Epic Metal. Also mal gar nichts. Das auf den ersten Blick interessante ist die Pornodarstellerin Julie Strain, welche das Bandlogo ziert. Doch die Jungs machen auch Musik und nennen ihre Kreation Stoner Metal.
ELECTRO BABY startet mit "Too cool to be hot", welches direkt mit einem richtig dreckigen Riff beginnt und einiges an Groove mitbringt. In der Strophe setzt dann Frontmann El Matador mit seiner sehr rauen Stimme ein. Diese passt aber optimal zur Musik des Quintetts. Der Refrain bleibt gut im Ohr hängen, auch musikalisch gibt es bei dieser abwechslungsreichen Nummer nichts zu kritisieren. Mal geht es, wie im Refrain, schnell vorwärts, während in der Bridge nur Bass und Drums zum Einsatz kommen und das Tempo etwas runterziehen. Gescheiter Opener.
Weiter geht es mit "Devil in a Bottle", welches von Drums und einer passablen Bassline seitens Mr. Olli Buster beginnt. Mit dem Einsatz von El Matador bricht der Song dann mit Up Tempo los. Im Refrain erinnert der Frontmann stark an die whiskygetränkte Stimme von Lemmy Kilmister. In der nachfolgenden Bridge klingt das ganze eine Spur satanischer. Danach passiert nicht mehr viel, nach dem Refrain ist der Song vorbei, es geht jedoch direkt mit...
..."War Saw" weiter. Hier gibt es zu Beginn Kriegsgeräusche zu hören, während die Band einen Mid Tempo-Song auftischt, der im Laufe der Zeit an Tempo zunimmt. Wenn El Matador in den Strophen singt, schweigen die Gitarren jedoch und stoßen erst wieder im Refrain zu ihm. Nach eben jenem Refrain growlt der gute Mann sogar unerwarteterweise. Kurz darauf gibt es ein kurzes Gitarrensolo zu bestaunen, bevor es mit dem Chorus weiter geht. Nach etwas weiterem Growling ist der Song dann schon vorbei.
Nun wird ins "Motel Hell" eingecheckt, und dort dominiert zu Beginn eine prägnant gespielte Snare seitens Schlagzeuger Drumgod, kombiniert mit der Stimme vom Matador. Kurz darauf geht es mit einem rockigen Part weiter, der das Tempo recht weit unten hält. Hiernach kommt es zu einem Mitsingpart, der irgendwie an The White Stripes erinnert. Sollte durch den simplen Text live funktionieren. Zum Ende hin wird dann noch etwas gerockt, bevor der Song seinem Ende gegenüber steht.
"Don't Panic (I'm Shizophrenic)" nennt sich der fünfte Song auf ELECTRO BABY. Und so schizophren klingen auch die Vocals in den Strophen, während im Refrain wieder die gewohnte raue Stimme zum Einsatz kommt. Musikalisch unterscheidet sich das Lied vom Tempo nicht groß zum Song zuvor. Dafür gibt es ein langsam gespieltes Gitarrensolo in der Mitte des Songs auf die Ohren. Danach folgt ein sehr ruhiger Part mit gefühlvollen Vocals, bevor es im normalen Tempo weiter geht. Nun folgt der Refrain ein weiteres Mal, bevor der Song mit Geschrammel endet.
Weiter geht es mit dem 08:46 Minuten langen "Down by Love", welches sehr ruhig und langsam mit Gitarre und Drums beginnt. Danach kommt El Matadors raue Stimme zum Einsatz, aber auch heir wird diese gefühlvoll eingesetzt. Das Tempo wird im weiteren Verlauf nur leicht angezogen, bevor es mit der zweiten Strophe weiter geht. Man merkt, alles sehr ruhig bisher. Ein recht langes Gitrarrensolo darf das Ende des ersten Drittels bzw. den Beginn des zweiten einläuten, bevor die Band nach vier Minuten etwas mehr aufs Gaspedal drückt und nach vorn rockt. Die Balladenzeit wird hier unterbunden, es darf wieder die (falls vorhanden) Mähne geschüttelt werden. Nach fünfeinhalb Minuten denkt man, der Song ist vorbei, doch es geht mit einer Basslinie weiter. Danach werden Electro Baby noch langsamer als zuvor, fast schon Doom-mäßige Ausmaße nimmt der Song an. Die Geräusche im Hintergrund hören sich nach Walgesang an. Sicherlich nichts tolles. Doch nach zwei Minuten dieses vollkommen unnötigen Zwischenspiels geht es im gedrosselten Mid Tempo weiter. Wie gesagt, wäre der Song nach fünf Minuten beendet gewesen, hätte dies vollkommen ausgereicht. Die restliche Zeit sorgt jedoch für Langeweile.
"Join the Hellride" verspricht da schon vom Namen her mehr. Es wird wieder ordentlich Arsch getreten, El Matador shoutet recht aggessiv. Doch auch hier wird das Tempo nach 45 Sekunden wieder gedrosselt, während Matador sich wieder als Lemmy ausgibt. Mit dem Wechsel aus Schnell und Langsam geht es nun weiter, wobei sich die langsameren Parts in der Minderheit befinden. Teilweise wird hier sogar Rage against the Machine-mäßig gegroovt, kombiniert mit Rap-artigem Gesang. Kurzweiliger Song.
Als achten Song gibt es nun "Superman" auf die Ohren. Hier legt die Band zu Beginn wert auf einen catchy Riff, der mit recht langsamen Drumming harmoniert. In den Strophen haben die Gitarren jedoch Auszeit, Bass und Drums stehen an der Seite von El Matador. Im Refrain wird eine hohe Stimme mit dem bisher gewohnt rauen Gesang des Frontmann kombiniert. Hört sich an, als ob man Dieter Bohlen mit Stahlkappen ins Gemächt tritt. Nach dem zweiten Refrain gibt es ein kurzes Gitarrensolo zu hören. Im weiteren Verlauf gibt es außerdem noch eine Bridge zu hören, wonach Zack de la Rocha-Einflüsse im Rap Rock-Style des Gesangs zu hören sind. Danach ist das Lied auch schon wieder vorbei.
Weiter geht es mit "Behind dead Eyes". Hier wird anfangs Wert auf einen krachenden Riff, der druckvoll produziert aus den Boxen kommt, gelegt. Danach wird es ruhiger, in den Strophen bleibt wieder nur Platz für Bass, Drums und Vocals. Der Gesang ist hier übrigens überhaupt nicht rau, sondern angenehm klar. Erinnert mich spontan an Gruppen wie Seether oder Staind. Erst in der Bridge in der zweiten Hälfte des Songs wird die Stimme von El Matador kurzzeitig rauer. Danach wird es ruhiger, bevor die Band am Ende kurz in den Nu Metal a lá Mudvayne abdriftet. Der Song taugt als Halbballade durch den überraschend klaren Gesang und die passende Instrumentalisierung.
Der kürzeste Song ist der vorletzte "The great Escape" mit nur 02:53 Minuten. Anfangs hört man Meergeräusche und El Matador, der uns was vom Killerhai erzählt, bevor es mit einer derbst groovenden Basslinie und dem schon fast gewohnten Rock-Rapgesang weiter geht. Im Refrain wird jedoch wieder gesungen, die Gitarren sind in diesem Song jedoch nicht so präsent wie im Lied zuvor. In jedem Fall erzeugt "The great Escape" sehr gute Stimmung und funktioniert definitiv bei sonnigem Wetter im Auto. Die Punk-Attitüde steht dem Song sehr gut, es wird gerockt bis zum geht nicht mehr.
Nun kommt mit "Low Earth Orbit" die letzte und auch längste Komposition des Albums. Stolze 09:36 Minuten weist der Song auf, welcher zu Beginn mit einer ruhigen Gitarrenmelodie beginnt. Diese wird im weiteren Verlauf von Drums und der zweiten Gitarre ergänzt. Spannung wird aufgebaut und nach 01:40 Minuten kommt El Matador dann zum Einsatz. Ein weiteres, ruhiges Stück scheint sich anzudeuten. Doch nachdem Matador mit klarer Stimme seine Strophe beendet hat, kommen härtere Riffs und Shouting zum Einsatz. Danach wird der Song wieder zu einem typischen Electro Baby-Stück mit einigen Tempowechseln. Nach gut vier Minuten wird das Lied wieder ruhiger. Dies ist jedoch nur von kurzer Dauer. Gewohnt rockig geht es weiter, man hält jedoch an der angezogenen Handbremse fest. Dieses Wechselspielchen wiederholt sich nun noch einige Male, bis zum Ende hin wieder die Ruhe vom Beginn mit der altbekannten Gitarrenmelodie gespielt wird. Dazu gibt es irgendwelche Funksprüche sowie ein verzerrtes, an Tom Morello erinnerndes Gitarrensolo zu hören. Hiernach gibt es noch einmal formidabel vorgetragenen, klaren Gesang. Dann ist, nach einigen Spielereien, Feierabend.
Fazit: Die fünf süddeutschen Jungs von Electro Baby haben mit ihrem gleichnamigen Debüt einen interessanten Hybrid aus Stoner Rock, Metal, Punk und Hard Rock kreiert. Die Produktion ist durchweg gelungen, die Riffs sind fast immer gut und krachend produziert. Auch die etwas ruhigeren Songs können durch die erzeugte Atmosphäre überzeugen.
Frontmann El Matador gelingt es, mit seinem Anfangs limitiert wirkenden Gesang im Laufe des Albums immer weiter zu überraschen, während seine vier Mitstreiter ebenfalls gute Arbeit leisten. Mancherorts fühlt man sich an Gruppen wie Audioslave, Rage against the Machine, President Evil und (stimmlich) Motörhead erinnert, ohne an Eigenständigkeit einzubüßen.
Doch einge Songs wirken auf Dauer eintönig. Wieso muss zum Beispiel "Down by Love" knappe neun Minuten dauern, obwohl im Endeffekt in fünf Minuten alles gesagt ist? Auch in einigen anderen Songs ist mir das Songwriting teilweise zu simpel, die Wiederholungen zu häufig. |
Tipp:
| | Neben dem punkigen "The great Escape" ist der Opener sowie das balladeske "Behind dead Eyes" hier zu nennen. |
Titel-Liste:
| | - Too cool to be hot
- Devil in a Bottle
- War Saw
- Motel Hell
- Don't Panic (I'm Shizophrenic)
- Down by Love
- Join the Hellride
- Superman
- Behind dead Eyes
- The great Escape
- Low Earth Orbit
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Laufzeit:
Band-Infos:
| | www.electrobaby.de  |
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