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Review: Elvenking
 
THE SCYTHE

Album:
 THE SCYTHE, 2007, AFM

Stil:
 Power Metal

Wertung:
 5 von 7
5 von 7 Punkten
 S.M., 24.11.2007

Review:
 Elvenking sind in Italien beheimatet und werfen mit THE SCYTHE bereits ihr Viertwerk auf den Metal-Markt. In der Vergangenheit wurden sie gerne als magere Mixtur aus Blind Guardian und Skyclad bezeichnet. Wir wollen sehen, ob sie sich anno 2007 von diesem Kritikpunkt lösen können.
Das Line-Up besteht aus Damna (Gesang), Aydan (Gitarre), Gorlan (Bass), Zender (Schlagzeug) und Elyghen (Violine und Keyboard). Genauere Namen sind selbst bei intensiver Recherche nicht herauszubekommen.
Darüberhinaus beteiligten sich an THE SCYTHE eine Riege von Gastmusikern, deren einzelne Erwähnung aber jeden Rahmen sprengen würde.

Gesprochener Text, mit einigen schrillen Tönen untermalt, leitet "The Scythe" ein, doch dann regiert der Power Metal. Ein dumpfer Bass und trockenes Schlagzeugspiel erzeugen das Tempo, während Lead-Gitarre und Keyboard das Stück immer wieder mit interessanten Melodien verzieren. Doch am meisten fällt mir der Gesang auf. Damna kann mit einer rauhen Rockröhre genauso glänzen wie mit höherem, aber unaufdringlichem cleanen Gesang.
Auch "Lost Hills of Memory" beginnt mit Laber-Einleitung, dann gibt´s ein paar folkloristisch angehauchte Töne, bis wieder die Power-Passagen beginnen. Bisweilen ist die Spielweise bei diesem Song progressiv mit vielen Breaks. Unpassend ist eine Synthie-Untermalung im Aufbau. Der Refrain ist ganz gut, ansonsten ist der Track durch seine hektische Stimmung ein bisschen nervig. Zum Abschluss versucht sich Damna an ziemlich schwachen Growls. Das scheint nicht sein Metier zu sein. Anscheinend sind die gesprochenen Einleitungen Standard, denn auch bei "Infection" erwartet den Hörer eine solche. Dann beginnt ein starker Aufbau, der mit sehr schöner folkloristischer Melodie begleitet wird. Die Vermischung eines Power Metal-Songs mit dieser Folklore klingt ausgezeichnet. Einige abgehackte Phasen und halbgare Growls im Mittelteil stören, ansonsten ist "Infection" sehr interessant und hat einen hohen Headbang-Faktor.
Auf die allgegenwärtigen Laber-Intros gehe ich nicht mehr weiter ein. Bei "Poison Tears" wird noch ein Brikett mehr eingeheizt. Der Song geht fast ins thrashige, wozu auch wieder die Growls beitragen, die langsam etwas besser werden. Der Refrain passt dann wieder zum Power Metal mit cleanem Gesang. Auch die folkloristische Fidel darf wieder ran. Eine ruhige, akustische Phase bringt gelungene Abwechslung in den Ultra-Trempo-Track, bevor es zum Ende hin wieder heftig wird.
"A Riddle of Stars" bringt eine gekonnte Vermischung von harschem Power Metal mit netten Streicher-Arrangements. Starker Gesang, eine eingängige Melodie und schöne Soli tragen ihren Teil zu einem sehr gelungenen Stück bei.
Bei "Romance & Wrath" werden wieder Thrash/Death-Metal-Anteile integriert. Dann gibt es aber auch romantische Phasen. Der Wechsel der Stimmungen entspricht ganz dem Titel und mutet teilweise ein wenig gothisch an. Passend dazu ist auch eine Passage, in der weiblicher Gesang geboten wird. Geige und Keyboard werden sehr im Hintergrund gehalten, während Gitarre und Rhythmusgruppe äußerst dynamisch agieren. Eigentlich ein abwechslungsreiches Stück, bei dem aber der letzte Kitzel fehlt.
Gesprochene Ausklänge gibt es ebenfalls, denn der geht über in "The divided Heart". Hier erwartet uns ein Einstieg mit melodischem Riff, bevor ein balladenhafter Aufbau beginnt. Im Höhepunkt entwickelt sich das Ganze zu einer packenden Halbballade mit einprägsamem Refrain. Gitarre und Schlagzeug geben ebenfalls ihr Bestes, während sich das Keyboard dezent zurückhält. Die Geige hat einen kurzen Auftritt unmittelbar nach dem Leadsolo.
Wesentlich heftiger wird es bei dem Bonus-Track "Horns Ablaze", der an ungewöhlicher Stelle eingestrickt wurde. Er bringt Power Metal pur mit leichten Anleihen bei noch härteren Gangarten. Der hymnenartige Chorus ist aber sehr eingängig. In der Mitte wird auch dieser Power-Track durch eine ruhige Phase aufgelockert, bevor heftige Licks wieder auf die wuchtigen Passagen hinsteuern. Ein Song, der zum Headbangen einlädt.
Die Violine mit dezenter Akustikgitarren- und Percussion-Begleitung bestimmt das recht kurze "Totentanz". Dazu gibt´s den sonst bei der Einleitung üblichen Sprechgesang. Trotz des deutschen Titels, kann ich aber kein deutsches Wort ausmachen.
Als brutaler Kontrast haut dann "Death and the Suffering" wieder in die Ultra-Power-Kerbe. Hier werden erneut heftige Thrash-Riffs mit Power-Metal-Rhythmus gemischt. Ganz kurz vor Ende darf man aber auch hier bei einem Geigensolo durchatmen, bevor der Song ausgethrashed wird.
Im 9 Minuten langen Rausschmeißer "Dominhate" wird nochmal alles aufgefahren, was THE SCYTHE ausmacht. Passagen mit enormer Power, Abschnitte mit ruhiger Stimmung, umfassende instrumentale Statements und alle Varianten von Damnas Gesang. Trotz eines ganz gelungenen Refrains kann der Long-Track aber nicht so Punkten wie andere Stücke dieses Albums.

Fazit: Elvenking präsentieren auf ihrem vierten Longplayer Power Metal mit viel Abwechslung. Mal ist eine unheimlich dominante Wucht angesagt, dann gibt es hymnische Headbanger-Phasen oder auch atmosphärische, ruhige Stimmungen. Alle Instrumentalisten können sich auszeichnen, und die im Metal recht ungewöhnliche Violine wird sehr gekonnt für die Melodieunterstützung, folkloristische Einflüsse und Solo-Kunststückchen eingesetzt. Damnas Gesang überzeugt ebenfalls durch Abwechslungsreichtum und eine angenehme Stimmlage.
Die gesprochenen Ein- oder Überleitungen verfolgen wohl ein Album-Konzept, aber ich fande sie bisweilen nervig und sie stören den Musikfluss. Auch können nicht alle Songs uneingeschränkt berauschen und es gibt vereinzelte Schwachpunkte, aber wer auf Power Metal mit vielen Finessen steht, sollte THE SCYTHE ruhig eine Chance geben.

Anspieltipps:
 "A Riddle of Stars", "The divided Heart" und "Horns Ablaze".

Titel-Liste:
 
  1. The Scythe
  2. Lost Hill of Memories
  3. Infection
  4. Poison Tears
  5. A Riddle of Stars
  6. Romance & Wrath
  7. The divided Heart
  8. Horns Ablaze (Bonus Track)
  9. Totentanz
  10. Death and the Suffering
  11. Dominhate

Laufzeit:
 62:04 Min.

Band-Infos:
 
  • www.elvenking.net 


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