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Review: Emanuel
 
BLACK EARTH TIGER

Album:
 BLACK EARTH TIGER, 2007, Vagrant

Stil:
 Post-Hardcore, Indie-Rock

Wertung:
 6 von 7
6 von 7 Punkten
 M.W., 23.09.2007

Review:
 Zwei Jahre nach ihrem Debüt in 2005 melden sich die fünf Amerikaner aus Clarksville, Indiana zurück. Mit BLACK EARTH TIGER wollen sie die Welt erobern und stehen sogar bei Myspace recht hoch im Kurs. Schauen wir mal, ob sie dem guten Ruf, der ihnen vorauseilt, auch gerecht werden...

Los geht's mit "Whiteflag" auf sehr ruhigem Niveau mit sanftem Gesang. Der Sänger zieht die Vocals wie Kaugummi und auch der Drummer scheint in Zeitlupe zu spielen. Durch eine Klimax steigert sich der Song und wird mit der Zeit kraftvoller. Gleichzeitig nimmt die Emotionalität der Vocals zu.
"Cottonmouth" haut da schon mehr rein und rasiert einem im ersten Moment den Arsch, weil man mit so einem Geschrei nicht sofort rechnet. Vom Aufbau, vor allem, was den Gesang betrifft, erinnern einige Phasen stark an Billy Talent. Recht gut gelungen im Gegensatz zum Intro. Abgehen lohnt sich!
Es folgt "Anathamatics" mit nicht weniger leisen und zurückhaltenden Tönen. Die Shouts scheinen dem Sänger zu gefallen. Die Strophe ist aber recht klar gesungen. Hier gefällt mir besonders die Gitarrenarbeit in Kombination mit dem Billy-Talent-Gesang. Auch das Gitarrensolo ist nicht von schlechten Eltern.
Wie mittlerweile schon fast zu erwarten war, geht's kraftvoll, aber wesentlich emotionaler weiter. In "My Antapex" präsentieren sich die Vocals enorm melodisch und harmonisch und fügen sich perfekt in den instrumentalen Part ein. Auch wenn der Song ab und an überladen wirkt und man nicht weiß, auf welches Instrument bzw. den Gesang man sich konzentrieren soll, zieht der Track schon in seinen Bann. Auf jeden Fall gelingt es Emanuel, kunstvolle, leicht verschnörkelte Musik direkt aus dem Bauch heraus zu fabrizieren.
In Song 5, "Scenotaph" drängt sich zuerst das Schlagzeug in den Vordergrund bis es von einem kreischenden Sänger verdrängt wird. Dieser Gesangsstil ist etwas härter, mehr wie Bullet For My Valentine, an extremen Stellen klingt's sogar ähnlich wie 36 Crazyfists. Auch an Schimpfwörtern wird rein gar nicht gespart. Das Gitarrensolo ist ein bisschen nervig. Netter Break mittig.
Ein etwas außergewöhnlich, außerirdisch klingendes Intro macht bei "Phobos" den Anfang. Dann geht es aber gewohnt "normal" weiter. Die Band hat einen Gang zurück geschaltet und bewegt sich nun mehr in den Sphären des guten alten Rock. Die Vocals fallen durch ihre Tiefe auf und auch die Instrumente harmonieren. Dieses Lied lohnt sich schon nur, um einmal das geile Outro miterlebt zu haben.
In "Abandonment Star" überraschen die Jungs sogar mit Gesang von mehreren Personen. Kurzzeitig dachte ich an Linkin Park wie vom aktuellen Album MINUTES TO MIDNIGHT, aber diese Ähnlichkeiten sind nur wenig zu erkennen. Bis auf eine etwas nervtötende Gitarre nix Neues.
Mit "Let them die" wird es schon fast gemächlich. Schon nach den ersten Sekunden dachte ich, dass sich dieser Track zu einem guten Radiohit entwickeln könnte. Er ist nicht zu extrem shoutlastig, aber auch nicht als Gute-Nacht-Lied zu bewerten. Ab und an fehlt mir ein wenig die Wandelbarkeit der Stimme des Sängers. Im Großen und Ganzen haben Emanuel es aber gut gemacht!
Naja, kaum sprach ich von ruhigen Tönen, wird es wieder etwas unruhiger. Zwar ist das Tempo noch recht langsam, aber Gitarre, Bass und Schlagzeug warten deutlich druckvoller auf. Auch in "Year of the Pig" tendiert die Band wieder zu klarem Gesang, aber insgesamt gibt's keine wirklichen Überraschungen im Song.
"Forever" bietet jetzt auch nicht gerade Neues, eignet sich aber auf jeden Fall zum Abgehen. Ab und an wirkt der Song aber überladen und leicht strukturlos. Andererseits zeigt der Sänger viele Facetten seiner Stimme. Als guter Durchschnitt kann dieser Beitrag auf alle Fälle durchgehen.
"Whiteflag (Reprise)" beendet das Album in ähnlicher Weise wie es angefangen hat. Viele Synthesizer begleiten Bass, Gitarre, Schlagzeug und natürlich auch den Gesang. Insgesamt sehr ruhig gehalten und ein guter Albumabschluss, der nach viel Abgehen zum Runterkommen animiert.

Fazit: Song 1 fand ich noch grottenschlecht und dachte nur mit entsetztem Blick: "Was für ne Musik machen die denn?"

Jetzt denke ich mit strahlendem Gesicht: "Gut, dass ich nicht sofort den CD-Player ausgeschaltet habe!" So in etwa lässt sich BLACK EARTH TIGER beschreiben.

Zwar hat die Platte einige Schönheitsmakel, kann aber durchaus mit den guten Platten großer Stars unserer Zeit mithalten. Klar müssen die Jungs noch an sich arbeiten, aber man wächst ja mit der Zeit und wenn ganz perfekt wäre, hätte ich keinen Job mehr, sondern bräuchte nur noch schreiben: "Tolles Album! Kaufen! Volle Punktzahl! Weiter so!"
Trotzdem hat die Band das echt gut gemacht. Ziemlich tolles Album! Fast volle Punktzahl!

Tipp:
 Cottonmouth, My Antapex

Titel-Liste:
 
  1. Whiteflag
  2. Cottonmouth
  3. Anathamatics
  4. My Antapex
  5. Scenotaph
  6. Phobos
  7. Abandonment Star
  8. Let them die
  9. Year of the Pig
  10. Forever
  11. Whiteflag (Reprise)

Laufzeit:
 43:08 Min.

Band-Infos:
 
  • www.thisisemanuel.com 


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