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Review: Emberstorm
 
MEMORIES OF TIME

Album:
 MEMORIES OF TIME, 2009, Eigenvertrieb

Stil:
 Progressive Rock, Progressive Metal

Wertung:
 5 von 7
5 von 7 Punkten
 S.M., 19.02.2010

Review:
 Mit MEMORIES OF TIME von Emberstorm, einem quasi-Duo aus Schweden, liegt mir heute ein Album einer völlig unbekannten Truppe vor. Die Grundlegung der Band war in 2007, als Bandleader, Gitarrist, Bassist und Keyboarder Peter Strömberg die ersten Kompositionen für dieses Projekt entwickelte. Kim Söderberg, ein befreundeter Drummer, half ihm bei der Ausarbeitung der Songs. Später stieß Sänger Peter Selin zur Truppe. Aktuell besteht die Band nur aus Strömberg und Selin, ein Bassist und ein Drummer werden gesucht. Das Album MEMORIES OF TIME wurde dennoch fertig produziert.

Der Promo-Flyer spricht hier von Symphonic Neo-Classical Rock. Okay, symphonische und neoklassische Elemente kommen zweifelsohne im Sound vor, als Überbegriff zur Musik würde ich dennoch Progressive Rock veranschlagen, der regelmäßig auch die Schnittgrenze zum Progressive Metal überschreitet.
Strömberg wählt dabei einen Weg, der Eingängigkeit und Anspruch miteinander verbindet. Die Songs sind intelligent arrangiert. Es ist nicht unbedingt alles easy-listening, doch wird von übertriebenem Instrumentengefrickel abgesehen. Ein wichtiger Bestandteil der Tracks ist auch der Aufbau einer Atmosphäre. Diese fällt sehr unterschiedlich aus - von düster über tiefgründig bis zu leichtmütig ist alles vertreten.
Im Mittelpunkt steht trotz symphonischer Anleihen immer das Gitarrenspiel, das ziemlich vielseitig und virtuos ist. Strömberg lässt sich da nicht lumpen, sondern zeigt sein Können. Unter Vorbilder dürfte sicherlich unter anderem sein Landsmann Yngwie Malmsteen fallen. Das Keyboard wird melodieunterstützend und ummalend eingesetzt. Man wird nicht von Bombastelementen erdrückt, sondern die symphonischen Elemente werden klug eingesetzt und arrangiert.
Mit Peter Selin ist Strömberg ein klasse Fang gelungen. Diese ausdrucksstarke Stimme mit dem warmen Timbre ist für die Songs hervorragend geeignet. Besonders die intensiven Bereiche der Kompositionen können bestens ausgereizt werden.
Bei den Stücken wird insgesamt ein gutes Level gehalten. Anspieltipps zu nennen ist hier richtig schwer. Es hängt ein bisschen davon ab, ob man mehr die Rock- oder Metal-Seite der Kompositionen bevorzugt, mehr die leichtmütigere Stimmung oder die dunklere Atmosphäre.
Ich tue mir bei dem gleichwertigen Niveau auch schwer, Stücke herauszufischen. "Day of Destiny" ist beispielsweise ein Musterbeispiel einer sehr vielschichtigen und tiefgründigen Komposition. Die exotischen Einsprenksel und instrumentellen Finessen, die Strömberg immer wieder in "Cursed for Eternity" einfließen lässt, zeichnen diesen Song aus, und "Emberstorm" offenbart die dynamische Seite des ausgebufften Songwritings. Zum Abschluss beweist Strömberg mit "Out of Reach" dass sogar rein instrumentell keine Langeweile aufkommt.
Auch mit Bandvergleichen tut man sich schwer. Mich erinnert das Ganze manchmal ein wenig an die diversen Projekte von Arjen Antony Lucassen, z.B. Ayreon. Diesen Status erreichen Emberstorm zwar noch nicht, doch dass man beim Hören von MEMORIES OF TIME an solche rennomierten Projekte denkt, ist schonmal kein schlechtes Zeichen.

Fazit: Emberstorm hinterlassen mit MEMORIES OF TIME eine erste gute Visitenkarte. Das Songwriting ist in manchen Punkten sicherlich noch steigerungsfähig, doch insgesamt spielt sich das Ergebnis klar über Durchschnitt ab und tendiert mehr zur Genrespitze. Für ein Debüt allemal eine klasse Leistung. Besonders Anhänger eines vielschichtigen und symphonisch angehauchten Progressive Rock/Metal sollten das Album antesten.

Titel-Liste:
 
  1. Never Ending
  2. Elegy for Lady Servile
  3. Cursed for Eternity
  4. Horizon's Call
  5. Day of Destiny
  6. The Winter's Night of Fate
  7. Emberstone
  8. Tides of no Belief
  9. Out of Reach

Laufzeit:
 48:24 Min.

Band-Infos:
 
  • www.emberstorm.net 


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