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Review: Enforcer
 
DIAMONDS

Album:
 DIAMONDS, 2010, Earache, Heavy Artillery

Stil:
 Heavy Metal, Speed Metal

Wertung:
 5,5 von 7
5,5 von 7 Punkten
 S.M., 12.09.2010

Review:
 Enforcer schlugen mit ihrem Debüt INTO THE NIGHT gleichmal ordentlich ein und ließen den Old-School-Speed-Metal unheimlich authentisch wiederauferstehen. Man mochte kaum glauben, dass man es hier nicht mit einem britischen Album aus den 80ern zu tun hatte, sondern mit dem Erstwerk einer jungen schwedischen Band aus dem Hier und Heute.
Und kaum sind in meiner Anlage die Klänge von INTO THE NIGHT verklungen, da darf ich mir schon das aktuelle Album DIAMONDS vornehmen. Schauen wir mal, ob sich Enforcer weiter so gut behaupten können.

Und tatsächlich machen die Schweden genau da weiter, wo sie mit INTO THE NIGHT aufhörten: bei geradlinigem, energiereichen und eingängigem Speed Metal. Gleich der Opener "Midnight Vice" ist ein Hammersong, der super ins Ohr geht und an Top-Kompositionen von Raven erinnert.
Was Enforcer von Raven aber ganz klar unterscheidet, ist die Gitarrenarbeit. Die Schweden sind in der Hinsicht ein bisschen melodischer und wesentlich vielseitiger. "Roll the Dice" stellt das eindrucksvoll heraus.
Vergleichsweise emotionale Töne leiten "Katana" ein und zeigen eine soundliche Weiterentwicklung von Enforcer. Aber keine Sorge, das ist keine Ballade. Nur ein wesentlich melodischerer und vielschichtigerer Track, wie ihn die Schweden auf dem Erstwerk noch nicht am Start hatten. Aber auch diese Seite steht ihnen gut.
Überhaupt poltern Enforcer diesmal nicht nur so energetisch drauf los. Das nimmt zwar der Musik etwas vom ursprünglichen rohen Charme, bringt aber auf jeden Fall mehr Vielfalt in die Kompositionen ein. "Running in Menace" ist auch keine Speed-Attacke, sondern eher melodischer NWoBHM-Sound im Stile früher Tokyo Blade.
Bei "High Roller" kehrt die unbändige Power zurück, ohne allerdings so holprig zu klingen wie noch beim Debut. Die Gitarrenläufe sind wieder klasse.
Apropos Gitarrenläufe: was Enforcer auch rein instrumental für klasse Nummern vom Stapel lassen zeigt auf DIAMONDS der Titeltrack. Absolut genial ist besonders der Wechsel von einem recht intensiven, Maiden-esken Konstrukt zu einer unheimlich atmosphärisch ausklingenden Phase.
Richtig speedy, ja fast ein wenig thrashig wird es bei "Live for the Night", während "Nightmares" eine gekonnte Verknüpfung des energievollen Speed Metal zum melodischen Heavy Metal zieht.
"Walk with me" ist in seiner Intensität wieder mehr astreiner Speed Metal, doch bringen Enforcer auch hier einige vielschichtigere Arrangements unter. Und das abschließende "Take me to Hell" hätte in seiner rauen Unbekümmertheit und geradlinigen Eingängigkeit gut auf das Erstwerk der Schweden gepasst.

Fazit: DIAMONDS ist keinesfalls schlechter als INTO THE NIGHT. Eigentlich ist das Album deutlich abwechslungsreicher als sein Vorgänger. Enforcer haben sich weiterentwickelt. Ein bisschen ging dabei manchmal aber die charmante Rüpeligkeit des Erstwerks flöten. Ich finde beide Alben gleich stark. Kompositorisch ist DIAMONDS ausgereifter, bei INTO THE NIGHT gefiel mir dafür die beständige straighte Energie gut.
Enforcer sollten sich unbedingt etwas von ihrem rauem Charme erhalten und den Sound nicht allzu glatt bügeln. Ich denke, eine Ballance aus dem Sound beider Werke wäre am Perfektesten. Auf jeden Fall überzeugen Enforcer auch mit DIAMONDS und können sich als junge "Old-School-Band" endgültig etablieren.

Tipp:
 Auch mit dem zweiten Schlag aus dem Hause Enforcer werden Old-School-Heavy- und -Speed-Metal-Fans ziemlich zufrieden sein.

Titel-Liste:
 
  1. Midnight Vice
  2. Roll the Dice
  3. Katana
  4. Running in Menace
  5. High Roller
  6. Diamonds
  7. Live for the Night
  8. Nightmares
  9. Walk with me
  10. Take me to Hell

Laufzeit:
 39:34 Min.

Band-Infos:
 
  • www.myspace.com/enforcerswe 

  • Probehören und Kaufen:
    Enforcer: DIAMONDS (Ltd. Ed.)

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