 |
News |
 |
 |
Redaktion |
 |
 |
Kontakt |
 |
 |
Glossar |
 |
 |
Über uns |
 |
 |
Links |
 |
|
 |
Review: Ensiferum |
 |
| |
Album:
| | FROM AFAR, 2009, Spinefarm |
Stil:
Wertung:
| |  6,5 von 7 Punkten | | S.M., 05.10.2009 |
Review:
| | Mit FROM AFAR hat die finnische Folk/Viking-Metal-Institution Ensiferum aktuell ihren vierten Longplayer am Start. Angesichts der Qualität der bisherigen Werke, erwarte ich nichts Geringeres als ein Top-Album. Schauen wir mal, wie gut FROM AFAR wirklich ist...
Der Opener "By the dividing Stream" überrascht mit einer akustischen Gitarren-Melodie, in die dann auch das Keyboard einsteigt. Sie ist eher besinnlich, leicht romantisch und wirkt beruhigend.
Als massiven Kontrast gibt es beim Übergang zum Titeltrack "From Afar" eine mächtige Instrumentalbreitseite, auf die man nicht ganz gefasst ist, doch schon nach wenigen Sekunden geht auch hier die Melodie, die mit reichlich Bombast serviert wird, ins Ohr. Bleiben wir gleich mal beim Hauptaugenmerk des "neuen" Ensiferum-Sounds: dem Orchestral-Bombast. Mitverantwortlich dafür dürfte wohl die Zusammenarbeit mit dem Produzenten Tero Kinnunen (Nightwish, Amorphis) sein. Außerdem schwebt Ensiferum auch schon länger ein Album vor, bei dem mit einem Orchester zusammengearbeitet wird. Hier ist schon mal der erste Schritt dazu. Ähnlichkeiten zum Viking-Bombast-Werk THE VARANGIAN WAY von Turisas kommen einem in den Sinn, wobei Ensiferum aber eine Spur härter agieren. Die Mischung auf Power und symphonischen Anteilen passt hier aber schon mal gut.
Bei "Twilight Tavern" finden außerdem noch ein paar Humppa-Anleihen ihren Weg in den Sound. Außerdem erwarten uns bezaubernde weibliche Choräle. Die Atmosphäre ist vielschichtig und wandert von fröhlich über besinnlich zu mystisch. Diese unterschiedlichen Stimmungen und eine progressive Arrangierung des Tracks bringen viel Abwechslung mit ein.
Der Longtrack "Heathen Throne" bringt dann die ultimative Epik ins Spiel. Es gibt wieder viele Abschnitte mit variierender Atmosphäre, reichlich Tempo- und Rhythmuswechsel und vor allen Dingen geniale Melodielinien, die den Gehörgängen schmeicheln. Besonders hier fühle ich mich wieder an Turisas erinnert, genauer an deren Song "Miklagard Overture". Doch auch diese berauschenden, hymnischen Choräle, die beispielsweise das letzte Tyr-Album BY THE LIGHT OF THE NORTHERN STAR auszeichneten, finden nun bei Ensiferum Verwendung. Das Stück ist jedenfalls vielfältig und mitreißend genug, um keine Sekunde langweilig zu werden.
"Elusive reaches" kommt wieder allgemein schwungvoller mit flottem Rhythmus, knackigen Riffs und unverhohlener Humppa-Laune.
Eine gelungene Überraschung hält "Stone cold Metal" bereit. Nach einem Start mit ordentlich Bombast und einer erneut gelungenen Melodielinie, wandert der Sound plötzlich in akustische Gefilde. Ein Pfeifen setzt ein, begleitet von Banjo und dezenten Hintergrundchören, und bringt den Hörer in Soundtrack-Bereiche aus Italo-Western. In diesem Part standen zweifelsohne Ennio Morricones Melodien aus "Spiel mir das Lied vom Tod", "The Good, the Bad and the Ugly", "Für eine handvoll Dollar" usw. Pate. Wenn die Metal-Instrumente einsetzen wird diese Western-Melodie erstmal mit fortgeführt, was einfach klasse klingt. Für mich ist dieser Track durch diese unerwartete Konstellation das kompositorische Highlight des Albums. Auf solche Arrangements muss man erstmal kommen.
"Smoking Ruins" fällt es danach schwer, Akzente zu setzen, obwohl es auch ein gelungener Viking-Metal-Song ist. Doch setzte der Vorgänger die Messlatte erstmal sehr hoch - fast unerreichbar hoch. Dennoch gelingt es Ensiferum auch hier, mit der Melodie zu punkten. In dieser Hinsicht waren ihrer Kreativität wohl keine Grenzen gesetzt. Die hymnischen Choräle tragen wieder ihren Teil dazu bei.
"Tumman Virran Taa" ist ein sehr kurzes Stück auf finnisch. Es fungiert mit seinem traditionellen Klang mehr als Übergang zu "The longest Journey (Heathen Throne Part II)". Wer glaubte, dass "Heathen Throne" mit seinen elf Minuten der längste Track ist, sieht sich getäuscht. Die quasi-Fortsetzung bringt es auf beachtliche 13 Minuten. Der Song fasst Elemente aus vorhergegangen Songs nochmal auf. Er ist wieder vielfältig arrangiert. Etliche tolle Melodien geben sich die Klinke in die Hand, ebenso wie unterschiedliche Atmosphären und reichliche Tempo-Wechsel. Auf absolut epische und majestätische Weise wird ein wirkliches Top-Album mehr als angemessen beendet.
Fazit: FROM AFAR wird möglicherweise ein kleiner Kulturschock für diejenigen sein, die das Debütwerk ENSIFERUM als ihren Favoriten sehen. Der Stil der Finnen hat sich schon etwas geändert. Orchestrale Elemente wurden stark erweitert und es hat schon eine mächtige Bombastik Einzug in den Sound gefunden. Ich sehe es als Weiterentwicklung im positiven Sinne. Allerdings habe ich persönlich mit Bombast und Symphonik keinerlei Probleme. In meinen Augen ist FROM AFAR ein tolles Werk, das Ensiferums Tradition hochklassiger Alben fortführt.
Kompositorisch haben sich Petri & Co. selbst übertroffen. Was sie hier für eine Vielzahl genialer Melodien auspacken, sucht fast Seinesgleichen. Ensiferum sind und bleiben eine absolute Spitzenband des Folk- und Viking-Bereiches.
|
Anspieltipps:
| | "From Afar". "Twilight Tavern", "Heathen Throne", "Stone cold Metal" und "The longest Journey (Heathen Throne Part II)". |
Tipp:
| | Wer ein bisschen Akzeptanz zu Bombast und orchestralen Elementen im Folk/Viking Metal mitbringt, sollte sich FROM AFAR nicht entgehen lassen. Denn das Album setzt dort neue Maßstäbe. |
Titel-Liste:
| | - By the dividing Stream
- From Afar
- Twilight Tavern
- Heathen Throne
- Elusive reaches
- Stone cold Metal
- Smoking Ruins
- Tumman Virran Taa
- The longest Journey (Heathen Throne Part II)
|
Laufzeit:
Probehören und Kaufen:
Empfehlen:
|
|
 |
|
 |
|
 |
Bandinfos |
 |
 |
Neue Reviews |
 |
|