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Review: Epica |
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Album:
| | DESIGN YOUR UNIVERSE, 2009, Nuclear Blast |
Stil:
Wertung:
| |  6,5 von 7 Punkten | | S.M., 19.12.2009 |
Review:
| | Die erst 2003 gegründeten und nach dem Titel eines Kamelot-Albums benannten Epica haben in relativ kurzer Zeit schon eine enorme Karriere durchgemacht. Wenn man die bisherigen, durchweg hochklassigen Veröffentlichungen sieht, muss man sich fragen: "Geht da überhaupt noch eine Steigerung?".
Jetzt, nachdem ich das neue Werk DESIGN YOUR UNIVERSE kenne, kann ich beruhigt antworten: Ja!
Epica haben sich nochmal selbst übertroffen. Das Songwriting auf DESIGN YOUR UNIVERSE ist wesentlich diffiziler als alles, was sie bisher abgeliefert haben. Außerdem werden in Komplexität neue Ufer erforscht. Dennoch wirkt das Werk nicht anstrengend, sondern hat viel mehr den unvergleichlichen Reiz einer Metal-Oper. Ähnlichkeiten zu Sammets Avantasia sind nicht ganz zu verleugnen, doch ist DESIGN YOUR UNIVERSE nicht ganz so eingängig, nicht so recht easy-listening. Man hat hier viel mehr das Bedürfnis, sich zurückzulehnen und den Arrangements zu lauschen, um auch ja keinen der vielen aufregenden Augenblicke zu verpassen. Als annähernde Reminiszenz kann man vielleicht das ein oder andere Therion-Album nehmen.
DESIGN YOUR UNIVERSE ist auch wesentlich progressiver als die Vorgänger. Sehr unterschiedliche Elemente werden regelmäßig zusammengefügt, ergeben aber immer wieder eine funktionierende Einheit. Da sind natürlich die symphonischen Parts, die auch diesmal wieder neue Spitzen der Intensität erklimmen. Doch gibt es auch regelmäßiger richtig toughe Metal-Passagen und auch Abschnitte, in denen ein düsterer und aggressiver Dark Gothic-Touch die Oberhand übernimmt. Und die Freunde vielseitiger Instrumentalarrangements werden auch bedient.
Selten habe ich bei einem Album weniger Blicke in die Tracklist geworfen. Es ist tatsächlich ein bisschen egal, wo Stücke ihre Grenzen haben. Denn sie fließen atmosphärisch ineinander über, bauen aufeinander auf und funktionieren miteinander einfach als ein großes Gesamtwerk.
Das Konzept hinter dieser Mammut-Metal-Oper ist ein erfundene Geschichte von Mastermind Mark Jansen, in die verpackt aber viel Gesellschaftskritik geübt wird. Dazu muss man sich natürlich mit den Texten befassen und zwischen den Zeilen lesen. Doch das Hauptaugenmerk sollte man natürlich auf die Musik legen, und da lassen sich Epica nicht lumpen. Besinnliche Phasen treffen auf brachiale Parts, die man fast im Melodic Black Metal ansiedeln würde. Bombastische orchestrale Arrangements, gekrönt von mitreißenden Chören, paaren sich mit dynamischem Riffing, und epische Momente ziehen ihre Energie aus tiefgründigen und vielschichtigen Abschnitten.
Simone Simmons singt meines Erachtens stärker denn je und verlässt sogar auch hin und wieder die Gefilde des Mezzosopran, wenngleich sie dort natürlich die stärksten Akzente setzen kann. Auf DESIGN YOUR UNIVERSE tritt sie überhaupt recht variabel in Erscheinung. Als gesanglicher Kontrast macht auch Jansen mit männlichem Cleangesang und häufiger mit Growls eine gute Figur. Absolut fantastisch finde ich die Chöre, die einen Großteil der Kompositionen umrahmen und veredeln. Das Gitarrenspiel war ebenfalls noch nie so vielseitig wie heuer. Neben den üblichen Sechssaiter-Virtuositäten, finden auch thrashige Riff-Attacken und regelrechte Gitarrenduelle Einzug in den Sound. Den Gegenpart hat hier freilich das Keyboard, welches auf gekonnte Weise für die reichlichen opulenten Anteile sorgt. Und zuletzt darf man auch die solide und stets treibende Arbeit der Rhythmustruppe nicht vergessen.
Ich gehe diesmal auf keinen einzigen Song gezielt ein, weil ich damit Bruchstücke aus einer großen, zusammengehörenden Einheit herausreißen würde. Bemerkungen á la "Song X ist besser als Song Y" sind hier einfach fehl am Platze. DESIGN YOUR UNIVERSE muss man sich als Gesamtes anhören und diese Atmosphäre als vollständiges, homogenes Kunstwerk in sich aufnehmen.
Fazit: Epica haben mit DESIGN YOUR UNIVERSE ihr Meisterstück abgelegt und können mit Edenbridge an der Spitze des symphonischen Gothic Metal gleichziehen. Ob da sonst noch jemand aus der Konkurrenz kontern kann, bleibt abzuwarten. Sowohl technisch wie auch kompositorisch gibt es nichts zu bemängeln. Trotz einer ungewöhnlich langen Spieldauer von rund 75 Minuten möchte ich keine Sekunde missen, sondern freue mich darauf, beim nächsten Hören neue Feinheiten zu entdecken.
Bleibt die Frage: "Geht es jetzt immer noch besser?" Tja, wer kann das nur sagen. Ich lasse Epica deswegen vorsichtshalber mal noch einen halben Punkt Spielraum. |
Titel-Liste:
| | - Samadhi (Prelude)
- Resign to surrender (A new Age Dawns Part IV)
- Unleashed
- Martyr of the free Word
- Our Destiny
- Kingdom of Heaven (A new Age Dawns Part V)
- The Price of Freedom (Interlude)
- Burn to a Cinder
- Tides of Time
- Deconstruct
- Semblance of Liberty
- White Waters
- Design your Universe (A new Age Dawns Part VI)
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Laufzeit:
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