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Review: Equilibrium
 
REKREATUR

Album:
 REKREATUR, 2010, Nuclear Blast

Stil:
 Folk Metal, Melodic Black Metal

Wertung:
 6 von 7
6 von 7 Punkten
 A.K., 03.06.2012

Review:
 Zieht den Bayern die Lederhosen aus… drückt Ihnen eine Gitarre in die Hand und lasst sie epischen Folk Metal spielen. So oder so ähnlich sollten die Fan-Gesänge lauten, wenn sie sich um Bayerns vorzeigemetaller Equilibrium drehen sollten.
Nach dem bombastischen Erfolg des Albums SAGAS, war es erwartungsgemäß schwer, einen würdigen Nachfolger auf CD zu bannen, und während mitten in den Aufnahmen noch das Line-Up sich änderte – Sänger Helge und Drummer Manu verließen die Band und wurden von Hati am Schlagzeug und Frontmann der Frankfurter Band Vrankenvorde, Robert „Robse“ Dahn ersetzt – ließ sich Gitarrenzauberer René Berthiaume nicht beirren weiterhin bombastische Songs zu schreiben.
Ob es Ihm gelungen ist, sich mit REKREATUR selbst zu übertreffen? Schaun mer mal!

Erwartungsgemäß episch startet das Album mit "In heiligen Hallen" und verlässt sich auf bombastisch orchestrale Elemente gewürzt mit dem für Equilibrium gewohntem Hauch von Spielmannsklängen. Eine gute Gelegenheit sich erstmals auf den neuen Frontmann Robse zu "gewöhnen", welcher in seiner Stimmgewalt Helge in nichts nachsteht, aber eher einen Hang zu tieferen Grunts anstelle der von Helge bekannten Kreischeinlagen hat.
Der zweite Titel des Albums - "Der ewige Sieg" – wurde auch direkt zur Single des Albums erkoren. Schnell erwischt man sich dabei das Thema des Songs nicht mehr aus dem Kopf zu bekommen und unerwartet die Melodie zu pfeifen. Nicht ohne Grund die optimale Wahl für das zugehörige Promovideo, scheint die Thematik des Textes absolut zum Gesamtkonzept des Albums zu passen. 2:0 für die Münchner.
"Verbrannte Erde" klingt wie es sein Titel verspricht. Eine düsterer Atmosphäre, welcher an den Aufmarsch feindlicher Truppen im Mittelalter erinnert. Einhundertprozentig zum Headbangen geeignet.
Fehlen darf sicherlich auch kein Track welcher mit einem ähnlich ulkigen Titel wie dem aus SAGAS bekanntem Wurzelbert mithalten kann. "Affeninsel", bietet neben einer ordentlichen Portion Tempo und origineller Instrumentierung einen spritzigen Text den diesen Song in jedem Fall als Zweitauskopplung des Longplayers rechtfertigt.
"Der Wassermann" greift inhaltlich ein weiteres folkloristisches Thema auf und erinnert ein wenig von der Struktur her ein wenig an den Titel Unbesiegt. Nichts desto trotz, ein eigenständiger Track, welcher hervorragend arrangiert wurde.
"Aus ferner Zeit", lädt wieder mal zum headbangen ein und besticht nebst Robse´s kompromissloser Stimme durch das Aufgreifen einiger Elemente aus älteren Equi-Songs und kann ohne Zweifel auch als Medley bezeichnet werden. Mit über 9 Minuten Spieldauer handelt es sich um den zweitlängsten Tracks des Albums.
Ordentlich "Fahrtwind" hat auch der siebte Track und lehnt ähnlich wie Verrat aus dem SAGAS Album an das Black Metal-Genre an, bei welchem treibende Beats und fetter Gitarrensound dominieren. Ein schon eher Power Metal-lastiges Solo rundet schließlich den Song gekonnt ab.
"Wenn Erdreich bricht", beginnt ansprechend mit akustischer Gitarre und entwickelt sich zu einer vielschichtigen Ballade mit ordentlich Kawumms.
Den krönenden Abschluss macht das 13:02 minütige Stück "Kurzer Epos". Ich kann nur vermuten, dass der Name mit einer gehörigen Portion Ironie gewählt wurde, denn die wahre Länge des Stücks passt nicht wirklich zur Bezeichnung, aber knüpft erfolgreich an den Song "Mana" – ein ebenfalls „unendliches“ Stück des SAGAS Album – an.

Fazit: Da haben es sich die Folk Metaller aus München selbst schwer gemacht. Da sie mit dem Vorgängeralbum SAGAS die eigene Messlatte bereits verdammt hoch gelegt hatten, war es zwangsläufig fast unmöglich dieses nochmals zu toppen.
Ganz gelungen ist es dann leider auch nicht, da man trotz gewohnt fast überproduzierter Songs, gewohnt bombastischer Elemente und folkloristischem Hauch die Magie des Vorgängers nicht übertraf.

Anspieltipps:
 "Der ewige Sieg", "Affeninsel", "Der Wassermann"

Tipp:
 Wer neben harten Sounds auch Fan von rein akustischen Songs ist, wird sich über die Bonus CD freuen. Hierauf zaubern Equilibrium fünf ihrer besten Tracks in effektfreiem Gewand aus dem (Zipfel)Hut welche vom spielerischen Können der Gitarristen René und Andreas überzeugen.

Titel-Liste:
 
  1. In heiligen Hallen
  2. Der ewige Sieg
  3. Verbrannte Erde
  4. Die Affeninsel
  5. Der Wassermann
  6. Aus ferner Zeit
  7. Fahrtwind
  8. Wenn Erdreich bricht
  9. Kurzes Epos (Instrumental)
    Bonus CD: (alles akustische Versionen)
  1. Der ewige Sieg
  2. Nach dem Winter
  3. Blut im Auge
  4. Die Prophezeiung
  5. Heimwärts

Laufzeit:
 62:01 Min.

Probehören und Kaufen:
Equilibrium: REKREATUR


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