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Review: Eternal Tears of Sorrow
 
CHILDREN OF THE DARK WATERS

Doppelschlag:
 Ein Album - zwei Meinungen: V.R. (6/7) | R.J. (6/7)

Album:
 CHILDREN OF THE DARK WATERS, 2009, Massacre

Stil:
 Melodic Death Metal, Dark Metal

Wertung:
 6 von 7
6 von 7 Punkten
 V.R., 27.01.2011

Review:
 Dass die Finnen seit Jahren Experten für die schweren melancholischen bis düsteren Klänge sind, ist fürderhin keine Neuigkeit. Endlose Wald- und Seelandschaften, einsame Landstriche, wenig Sonnenlicht, hohe Suizidrate, ideale Voraussetzungen also, um depressive Musik zu fabrizieren. Und wenn sich eine Band schon Eternal Tears of Sorrow nennt, sollte klar sein, welche Musik einen erwartet, richtig? Mitnichten, denn am ehesten könnte man bei diesem Namen wohl Doom Metal erwarten. Dennoch wäre dieser Tipp nicht gänzlich falsch, denn der düstere Dark Metal der Band hat mit der eher poppigen Spielweise, die man in den letzten Jahren von Bands wie Paradise Lost und Moonspell (die letzten Alben dieser Bands seien da natürlich wieder ausgeklammert) oder den neueren Theatre of Tragedy, Tristania und Tiamat geboten bekam, nur wenig gemein. Stattdessen vermengt die Band ihren eher klassischen Mitt-90er-Gothic Metal mit Elementen aus den Bereichen Black Metal und Death Metal und schafft damit eine düstere, aber auch erhabene Atmosphäre. In den 90ern war die Band sehr aktiv, doch in den letzten Jahren wurde es ruhiger um sie. Das letzte Album namens CHILDREN OF THE DARK WATERS, im Übrigen bereits das sechste, um das es hier gehen soll, erschien im Jahr 2009.
Sehr düster beginnen die Finnen das Album mit dem heftigen Gothic/Dark Metal-Kracher "Angelheart Ravenheart (Act II: Children of the dark Waters)", der zwischen stillen, fast schon unheimlichen Passagen und heftigen Ausbrüchen hin- und herpendelt. Dadurch entsteht eine ganz spezielle Atmosphäre, die dem Song eine ganz besondere, sehr eigene Note verleiht. Gesangstechnisch gibt es hier tiefes Brummen zu hören, das stellenweise auch schon in die Grunz-Richtung des Melodic Death Metal tendiert.
Etwas weniger finster kommt der zweite Titel namens "Baptized by the Blood of Angels" daher. Dafür wurde der Härteanteil aber noch ein ganzes Stückchen erhöht. So gehen einige Passagen durchaus schon in die Melodic Death-Richtung. Zwischendurch wurden aber auch immer wieder melodischere und ruhigere Teile eingeschoben und auch das Keyboard spielt eine gewisse Rolle, so dass der Song insgesamt noch als Gothic Metal zu bezeichnen sind. In jedem Fall ist auch dieser Titel von hoher Qualität und eignet sich sowohl zum Headbangen als auch zum finsteren Dahinschwelgen.
Ganz akustisch, ohne Schlagzeug und E-Gitarre beginnt "Tears of Autumn Rain", doch schon nach zehn Sekunden ändert sich dies und der Song entwickelt sich zu einem typischen Dark Metal-Song, wie man ihn früher auch von Tristania hätte erwarten können, im Refrain sogar mit dezenter weiblicher Gesangsunterstützung. Fans des klassischen Gothic Metals werden diesen Titel mit Sicherheit lieben, ist er doch ganz auf diese Zielgruppe zugeschnitten und zudem sehr eingängig und ohrwurmlastig.
Dezente Melodic Black Metal-Anteile, die sich besonders an der durch finstere Keyboards erzeugten erhabenen Atmosphäre und kurzen Blastbeat-Passagen festmachen lassen, hat dagegen "Summon the Wild". Im weiteren Verlauf streuen Eternal Tears of Sorrow aber auch noch die eine oder andere Akustik-Passage inklusive männlichen Klargesangs ein. Auf diese Weise wirkt das Album sehr abwechslungsreich und wird nicht so schnell langweilig. Auch qualitativ ist der Song sehr stimmig, so dass dies bereits der vierte Volltreffer in Folge ist.
Doch Eternal Tears of Sorrow können auch noch ganz anders und präsentieren dem Hörer mit "Sea of Whispers" eine lupenreine melancholische mit melodischem Klargesang unterlegte Gothic-Ballade, die ein weiteres Mal den Facettenreichtum der Band untermauert. Spätestens beim emotional angelegten Gitarrensolo dürfte nahezu jeder Hörer eine Gänsehaut bekommen haben.
Von ganz anderer Natur sind die modernen Keyboard-Spielereien zu Beginn von "Midnight Bird", doch vermitteln sie einen ganz falschen Eindruck, denn schnell entwickelt sich der Song zu einem Dark Metal-Titel eher klassischer Natur. Auch dieses Lied ist von durchaus hoher Qualität, kann das Niveau der letzten Nummern allerdings nicht ganz halten, da ihm einfach das gewisse Etwas fehlt. Daran kann auch das abgedrehte Keyboard-Solo im Mittelteil wenig ändern.
"Diary of demonic Dreams" kommt dann wesentlich härter daher und überrascht mit einer Mischung aus Blastbeat-Passagen und von Klargesang unterlegten Midtempoparts. Später spielen auch die Keyboards und keifender Schreigesang noch eine wichtige Rolle, doch zu keiner Zeit will der Funke so richtig überspringen. Somit ist auch dieser Titel leider kein Volltreffer geworden und sogar noch eine Spur schwächer als der letzte Song.
Glücklicherweise ist "When the darkest Night falls", welches als Intro für den folgenden Song namens "Nocturne Thule" fungiert, dann aber wieder auf dem hohen Niveau der ersten fünf Titel. Gleiches gilt auch für genannten Folgetitel, welcher mit düsteren Keyboardpassagen und einem reinrassigen, mit Chorgesängen unterlegten Ohrwurmrefrain voll und ganz überzeugen kann. Im weiteren Verlauf wird der Hörer dann auch noch von kurzen Black Metal-lastigen Blastbeatphasen, die stellenweise sogar mit Klargesang unterlegt sind, überrascht. Das ist Dark Metal der feinsten Sorte, besser klang es auch in der Hochphase Mitte der 90er nicht.
Zum Abschluss gibt es die Quotenballade des Albums ein weiteres Mal zu hören, dieses Mal allerdings in einer noch ruhigeren Version unter dem Namen "Sea of Whispers (Acoustic Reprise)". Auch in dieser Fassung kann der hochklassige Song voll und ganz überzeugen und untermauert den insgesamt sehr positiven Gesamteindruck nochmals.

Fazit: In letzter Zeit gab es ja wirklich nicht gerade viel von den Eternal Tears of Sorrow zu hören. Folgten in den Jahren 1997 bis 2001 Album auf Album, musste man bis zum Jahr 2006 warten, bis ein weiteres Werk erschien. Danach mussten Fans eine weitere dreijährige Pause in Kauf nehmen, bis endlich das geniale, bisher beste Werk namens CHILDREN OF THE DARK WATERS erschien. Und das Warten hatte sich wirklich gelohnt, reiht sich doch in der ersten Hälfte der Platte wirklich Volltreffer an Volltreffer. Im zweiten Teil hat sich dann zwar auch der eine oder andere etwas schwächere Song dazwischengemogelt, doch auch jene Titel sind immer noch gutklassig und senken den extrem positiven Gesamteindruck nur unwesentlich. Natürlich kann das Fazit bei einem solchen Album nur lauten, dass man eine mehrjährige kreative Pause gerne in Kauf nimmt, wenn das Endergebnis sich dann als ein solcher Volltreffer präsentiert wie dieses Album. Somit darf man gespannt sein, wie lange man dieses Mal auf die nächste Scheibe warten muss und ob sich die Eternal Tears of Sorrow dann vielleicht nochmals übertreffen können.

Anspieltipps:
 Das gesamte Album ist sehr empfehlenswert, selbst die wenigen schwächeren Nummern kann man sich gut anhören.

Tipp:
 Fans des klassischen düsteren Gothic Metals, die sich an Einflüssen aus dem Death Metal- und Black Metal-Bereich nicht stören, sollten sich diese Scheibe unbedingt zulegen.




Wertung:
 6 von 7
6 von 7 Punkten
 R.J., 04.10.2009

Review:
 Bereits vor 15 Jahren wurde die finnische Band gegründet. Nach einer knapp eineinhalbjähriger Pause kam die Band runderneuert zurück in die Szene und bringt nun das zweite Werk seit ihrer Reunion auf den Markt.

Mit "Angelheart, Ravenheart [Act II: Children Of The Dark Waters]" wird da weitergemacht, wo man bei BEFORE THE BLEEDING SUN aufgehört hat. Zumindest was den Titel des Songs angeht, denn musikalisch sind die beiden Stück doch einiges von einander entfernt. Der zweite Act auf dieser CD ist deutlich martialischer und düsterer als Act I. Beginnend mit einem episch anmutenden Chorus wir dann enorm losgelegt mit gewaltigen Growls und Gitarren, die den Song auch prägen. Die Keyboards stehen nicht vorderster Linie und das ist gut so.
"Baptized by the Blood Of" startet mit Keyboardklängen um dann bis zum Finale mächtig Fahrt aufzunehmen. Auch hier beherrschen die Gitarren das Bild, flankiert vom Keyboard. Der mächtige Gesang von Altti Veteläinen tut ein Übriges um dem Song seine Wirkung zu verleihen.
Mit "Tears of Autumn" folgt der Hit der Scheibe, zumindest in der finnischen Heimat. Die poppigen Keyboardklänge und der Background-Chor, der auch den Refrain singt, zaubern zwar eine gewisse Eingängigkeit, für mich jedoch eine Spur zu weit Richtung Mainstream.
In "Summon the Wild" geht es wieder merklich finsterer und metalischer zur Sache. Derbe druckvolle Drums, Gitarrenwände in einer Einheit mit epischen Keyboardklängen, dazu der fiese Gesang von Altti bis zum Break. In ruhigem Fahrwasser kommt erstmals die cleanen Vocals von Jarmo Kylmänen zum Vorschein um danach weiter im dunklen Gefilde das Lied zu beenden.
Mit "Sea of Whispers" wird eine Ballade dargereicht, die absolutes Hitpotential besitzt. Die samtige Stimme von Jarmo gibt dem Song eine düster wohlige Wärme und wird dabei unterstützt von engelsgleichen Stimmen des weiblichen Chorus. Gänsehaut!
" Midnight Bird" knüpft wieder an die bombastischen Songs an. Das Lied ist zwar grundsätzlich einfach gestrickt, ist aber eingängig und wird wohl der Mitbrüll-Song des Albums werden.
Bei "Diary of demonic Dreams" mischen sich - zumindest zum Beginn - wahre True-Metal Vocals durch Jarmo ein, die von dem gemeinen Gesang von Allti abgelöst werden. Abgesehen von einem kurzen Break mit Chorus-Einlage beweisen EToS wieder Tempohärte.
" When the darkest Night Falls" und "Nocturne Thule" gehen nahtlos ineinander über und bilden so eine temporeiche Einheit. "Nocturne Thule" beinhaltet einen absolut eingängigen Refrain, der vom Chorus intoniert wird, während sich im Lied die groben Vocals vorherrschend sind. Gepaart mit schnellen Gitarren, druckvollen Drums und atmosphärischen Keyboards entsteht ein absoluter Ohrwurm.
Zum Schluss des Werkes wird "Sea of Whispers" noch einmal, diesmal in einer Accoustic Version, dargeboten.

Fazit: Das ist schon großes Kino, was hier auf Polycarbonat gebannt wurde. Das Spiel mit bombastischen und melodischen Parts ist perfekt praktiziert. Das fiese Organ von Altti Veteläinen und die samtigen Vocals von Jarmo Kylmänen in " Sea Of Whispers" ist herausragend.

Anspieltipps:
 "Angelheart, Ravenheart [Act II: Children Of The Dark Waters]" bombastischer Opener, "Sea Of Whispers" garantiert Gänsehautfaktor, "Nocturne Thule" Achtung Ohrwurm-Gefahr.

Tipp:
 Anhänger der Schnittmenge aus Melodic Death, Dark und Gothic Metal müssen hier auf jeden Fall zugreifen. Auch die nicht in festen Genres agieren kommen nicht um diese Scheibe herum.

Titel-Liste:
 
  1. Angelheart, Ravenheart [Act II: Children of the dark Waters]
  2. Baptized by the Blood of Angels
  3. Tears of Autumn Rain
  4. Summon the Wild
  5. Sea of Whispers
  6. Midnight Bird
  7. Diary of demonic Dreams
  8. When the darkest Night Falls
  9. Nocturne Thule
  10. Sea of Whispers [Acoustic Reprise]

Laufzeit:
 44:30 Min.

Band-Infos:
 
  • www.eternaltears.info 

  • Probehören und Kaufen:
    Eternal Tears of Sorrow: CHILDREN OF THE DARK WATERS

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