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Review: Dave Evans
 
SINNER

Album:
 SINNER, 2010, STF-Records

Stil:
 Hard Rock

Wertung:
 4 von 7
4 von 7 Punkten
 J.G., 16.04.2010

Review:
 Lang, lang ist es her, genauer 1973, seitdem ein gewisser Dave Evans nach nur einer Single wieder aus der Band geworfen wurde. Schade denn sein Nachfolger bekam eine Chance unvergessen zu werden und nutze diese (leider) exzessiv bis zum bitteren Ende. Wer von AC/DC in den Anfangstagen spricht, tut dies in einem Atemzug mit dem charismatischen und viel zu früh verstorbenen Frontmann Bon Scott. Wer ist schon Dave Evans? Immerhin blieb Evans seit damals dem Rock treu, trat nach seinem Mikrojob bei AC/DC der Band Rabbit bei und nahm mit ihr zwei Alben auf. Das ist allerdings schon etwas länger her. Solomäßig hat er es immerhin auch schon auf zwei Alben gebracht. Nach der Veröffentlichung von JUDGEMENT DAY, seinem zweiten Werk, nahm sich STF-Records noch einmal dem Erstling SINNER aus dem Jahre 2004 an, das uns nun zum Testen vorliegt.

Tief verwurzelt in den 70ern und 80ern bringt die Neuauflage für alle Hard- und Boggie Rock-Fans traditionelle Kost mit wenig überraschend Neuem. Tief gestimmte verzerrte Gitarren, schruppendes Riffing, Retro-Chöre und viel vorhersehbare Wendungen sorgen vom ersten Moment an für eine gewisse Vertrautheit.Genau dort, wo AC/DC, Rose Tattoo und auch Neulinge wie Airbourne das Feld beackern, versucht auch Dave Evans die Früchte wachsen zu lassen um im optimalen Moment zu ernten. Dabei hat er jedoch übersehen, dass bei aller Liebe zur guten alten Zeit diese bereits Jahrzehnte zurück liegt und man mit alten Zöpfen keinen Helden mehr in Rapunzels Kämmerchen locken kann, geschweige denn einen Koala vom Baum oder Wombat aus dem Unterschlupf.
Was beim flotten Opener "Back on the firing Line" mit seinen eingängigen stampfenden Rhythmen noch für eine gewisse Partylaune sorgt und mit dem hymnisch angehauchten "Rock'n'Roll or Dust" seine abwechslungsreiche Fortsetzung findet, nutzt sich im Laufe der folgenden Songs doch schnell ab.
"Take me down again" mag mit forciertem Marschtempo noch für Schweißflecken unter den Achseln sorgen, aber spätestens mit "Only the Good die young" streift man voll die Deep Purple-Ära der ersten Stunden.
Enttäuschend unspektakulär auch der Titelsong "Sinner", dem auch der gut gemeinte Chor im Refrain nicht mehr retten kann.
Glücklicherweise verhindert das treibende "Carnal Knowledge" und der Up-Tempo-Rocker "Turn it up" das frühzeitige Heruntergleiten vom Barhocker und erspart einem damit so manch schmerzhafte Beule, aber das wars auch schon.
Highlight des Albums ist eindeutig die Rocker-Hymne "Sold my Soul to Rock'n'Roll", die nicht zu Unrecht für die LA Music Awards nominiert wurde. Nur hier schafft es Dave Evans auf der ganzen Linie zu überzeugen.

Fazit: Eine Schwalbe bringt noch lange keinen Frühling und so reicht auch ein wirklich überzeugender Song nicht für ein ganzes Album. Was jedoch mehr stört, als das etwas altbackene Songmaterial ist die stimmliche Limitierung des Frontmanns. Hier wird heutzutage von einem eingefleischten Rock-Profi einfach mehr erwartet. Was bleibt ist leicht verdaulicher partytauglicher Rock, der auch mit zu viel Promille im Blut noch locker mitgesungen werden kann, zum wirklichen Einheizen aber nicht genügend Brennwert besitzt.

Anspieltipps:
 Einzig und alleine "Sold my Soul to Rock'n'Roll"

Titel-Liste:
 
  1. Back on the firing Line
  2. Rock'n'Roll or Dust
  3. Take me down again
  4. Only the Good die young
  5. Sinner
  6. Carnal Knowledge
  7. Turn it up
  8. Out in the Cold
  9. Go down fighting
  10. Sold my Soul to Rock'n'Roll
  11. D.O.A.
  12. The Thunder Down Under

Laufzeit:
 45:17 Min.

Band-Infos:
 
  • www.myspace.com/daveevansrock 

  • Probehören und Kaufen:
    Dave Evans: SINNER

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