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Review: Evergrey |
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Album:
Stil:
Wertung:
| |  5,5 von 7 Punkten | | U.B., 12.09.2008 |
Review:
| | Die Schweden von Evergrey haben wieder zugeschlagen. Mit neuem Bassisten, Jari Kainulainen einem ehemaligen Saitenzupfer bei Stratovarius, beschert uns die Band das neue Werk TORN. Genau 10 Jahre sind seit der Gründung ins Land gegangen und die Gruppe strotz auf dem inzwischen siebten Studioalbum nur so vor Energie und Kraft. Der unverwechselbare, eigenständige Sound von Evergrey ist wieder da, doch schauen wir im Einzelnen was die Scheibe zu bieten hat.
Harte, ungemein kraftvolle Klänge fegen einem auf dem Opener "Broken Wings" entgegen. Man beachte das Cover mit dem Engel der einen gebrochenen Flügel hat. Die Nummer ist eine gelungene Mischung aus Härte und melodischen Elementen. Aus den stampfenden Riffs und den düsteren Drums löst sich ein schönes Gitarrensolo. Der typische Evergrey Stil wie Fans ihn mögen.
"Soaked" präsentiert sich deutlich weniger melodisch aber mindestens so energisch wie der vorangegangene Song. Gut ist das Zusammenspiel von Gitarren und Drums. Im Kontrast zur dunklen Grundstimmung klingt das Gitarrensolo viel heller und freundlicher. Die Vocals gefallen mit viel Ausdruckskraft.
Powerriffs und mächtig hämmernde Drums preschen auf "Fear" sofort los. Eine beeindruckende Klangkulisse stürzt hier auf den Hörer ein. Eine Portion Prog mischt sich auch darunter. Die rauen Vocals passen ausgezeichnet dazu. Man muss schon sehr genau hinhören um einige helle Keyboard Anschläge in dem tosenden Soundorkan zu vernehmen. Dazwischen gibt es eine kurze Verschnaufpause bevor Evergrey das Gaspedal erneut voll durchtritt. Der Chorus geht gut ins Ohr und ist ein Highlight dieser schönen Nummer.
Etwas langsamer erwartet einen "When Kingdoms fall". Langsamer ja, aber ganz bestimmt nicht kraftlos. Nach einer ruhigen Phase mit leisem, verhaltenem Gesang zieht das Tempo an. Die Vocals sind nun mehrstimmig. Das Keyboard kämpft wacker aber meist vergeblich gegen das Bass- und Drumgewitter. Die eingestreuten sanfteren, melodischen Elemente gefallen mir an dieser Nummer besonders.
Uptempo rollt auf "In Confidence" die düstere Power Metal Walze unbarmherzig voran. Die ohnehin dominanten Gitarren stehen hier noch etwas mehr im Vordergrund.
"Fail" startet mit leisen Gitarren die von den heftigen Drums hinweggefegt werden. Neben den sehr melodischen Gitarreneinlagen und den intensiven Vocals gefällt noch ein flirrendes Gitarrensolo. Prima die Wechsel zwischen getragenen und heftigen Momenten.
Mit viel Bass und aggressiven Gitarrensolos geht "Numb" zu Werke. Im Laufe der Nummer verlagert sich der Focus immer stärker auf die Gitarren. Ansonsten gibt es wenig Neues zu melden.
Der Titelsong "Torn" schließt sich nahtlos mit viel Saft und Kraft an. Ist aber im weiteren Verlauf vom Songwriting erheblich besser. In einem Abschnitt sind nur die heiseren Vocals und akustische Gitarren zu vernehmen bevor erneut der volle Instrumenteneinsatz zuschlägt. Es vollzieht sich ein ständiger Wechsel von druckvollen und ruhigen Abschnitten bis der Song mit den schon angesprochenen Akustikgitarren leise ausklingt.
Neben den nun schon häufig eingesetzten Powerriffs stechen auf "Nothing is erased" die tollen Gitarrensoli hervor. Die Twingitarren wirbeln beeindruckend.
Noch eine Schippe Härte legt "Stil walk alone" drauf. Hier fehlt mir das melodische Grundgerüst. Nur beim high Speed Gitarrensolo leuchten bei mir die Augen.
"These Scars" ist da zum Glück von anderem Kaliber. Die guten Vocals mit viel Pathos können sich auch gegen die mächtigen Instrumente gut behaupten. In einem ausgesprochen ruhigen Abschnitt kommen die weiblichen Vocals besonders gut zum Ausdruck. Leider habe ich keine Infos wer die Dame ist die diesen Part übernommen hat. Ihre Stimme klingt wirklich gut. Neben den schreddernden Gitarren und vielen Tempowechseln kommt auch die Melodie bei aller Power nicht zu kurz. Das Ende bilden leise verhallende, streicherartige Keyboards.
Fazit: Die Düster Metaller von Evergrey haben mit TORN ein gutes Album vorgelegt was sich an den älteren, epischeren Werken der Band orientiert. Routiniert, mit gewohnt guten Songs und dem von ihnen bekannten melodischen Dark Power Metal mit progressiven Einlagen, bleiben sich die Schweden treu und somit sehr eigenständig. Der melodische Anteil ist im überschaubaren Rahmen. Der Schwerpunkt liegt klar auf dem Wort Power. So klingt das Album ganz schön heavy, was vor allem an den Monsterriffs und den fetten Drums liegt. Auch der Bass versteht es sich deutlich Gehör zu verschaffen. Die Keyboards spielen eher eine untergeordnete Rolle. Da der Prog Faktor nicht allzu hoch ist, sind die Nummern gut zugänglich. Die Produktion ist ausgezeichnet und kommt der gewaltigen, druckvollen Soundwelle die Evergrey hier kreiert hat entgegen. Zum Gesang von Bandkopf und Gitarristen Tom Englund braucht man nicht viel zu sagen. Seine tiefe, raue Stimme verfügt nicht über das große Spektrum anderer Sänger im Power Metal Bereich aber die Stimme passt einfach perfekt zu den Songs und er versteht es viel Emotion zum Hörer zu transportieren. Warum es aus meiner Sicht dennoch nicht zu einer (noch) höheren Wertung gelangt hat ist der Umstand, dass mir einige Tracks zu ähnlich klingen. War mein Eindruck nach dem ersten Durchlauf noch sehr euphorisch so machte sich nach mehrfachem Hören doch ein wenig Ernüchterung breit. Die Songs sind für sich, einzeln betrachtet, schon abwechslungsreich aber in ihrer Summe ist mir nur die harte Power Schiene dann doch etwas zu eintönig. |
Anspieltipps:
| | "Fear", "When Kingdoms fall", "Torn", These Scars" |
Tipp:
| | Evergrey Fans dürfen getrost zugreifen und erhalten ein interessantes Album. Wirklich innovativ Neues gibt es nicht, aber das war nach dem Vorgänger MONDAY MORNING APOCALYPSE auch nicht zu erwarten. Stieß die damalige Bereitschaft neue Pfade zu beschreiten mit sehr straighten, simpleren Songs bei den Anhängern doch eher auf ein geteiltes Echo. Und so besinnt man sich nun auf alte Stärken zurück. Atmosphärisch dicht und beständig dunkel und bedrohlich servieren die Schweden ein hartes Brett. Wer Power Metal mit leicht progressivem Einschlag und viel Atmosphäre, wie sie eben nur Evergrey hat sucht, wir hier auf seine Kosten kommen. |
Titel-Liste:
| | - Broken Wings
- Soaked
- Fear
- When Kingdoms fall
- In Confidence
- Fail
- Numb
- Torn
- Nothing is erased
- Still walk alone
- These Scars
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Laufzeit:
Probehören und Kaufen:
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