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Review: Evile
 
INFECTED NATIONS

Album:
 INFECTED NATIONS, 2009, Earache

Stil:
 Thrash Metal

Wertung:
 5 von 7
5 von 7 Punkten
 R.J., 19.01.2010

Review:
 Ich möchte aus traurigem Anlass ein paar Worte vorausschicken.
Am 05.10.2009 verstarb der Bassist Mike Alexander während der Skandinavian-Tour von Evile. Wir möchten seinen Angehörigen und seinen Kollegen unser tiefstes Mitgefühl ausdrücken.
Mit diesem Hintergrund lässt sich schwer an ein Review denken, versuchen werde ich es trotzdem, weil ich glaube, dass es dem Musiker Mike Alexander nicht recht wäre, die Musik, an der er ja maßgeblich beteiligt war, links liegen zu lassen.
Nachdem 2004 die vier Musiker zusammengefunden hatten legten sie einen wahren Raketenstart hin. Noch im selben Jahr veröffentlichten sie ihre erst EP. 2006 folgte die zweite EP und eine Mini-Tour durch Europa bei der sie mit Exodus einen echten Kracher supporten durften. Lohn des Ganzen ist der erste Plattenvertrag bei Earache Records. Sogleich wurde das erste Album eingehämmert und zwar im Sweet Silence Studio in Kopenhagen. Produzent Flemming Rasmussen, der bereits bei solchen Größen wie Metallica und Blind Guardian Pate stand, nahm sich der noch recht jungen Band an und das mit riesigem Erfolg. Die Scheibe ENTER THE GRAVE heimste ebenso viele Auszeichnungen ein, wie deren Erschaffer Evile.
Weitere Gigs u.a. mit Machine Head und Megadeth folgten auf dem Fusse.
Ob sie ihr hohes Niveau halten oder sogar übertrumpfen konnten...ich bin gespannt.
"Infected Nation zeigt gleich mit den ersten Klängen, dass es sich hier um keine einfacher Fortsetzung ihres Erstlings handelt. Der Opener beginnt mit donnernden Gitarren, geilen Riffs und höllischem Tempo, federt dann aber ab in eine mittlere Geschwindigkeit. Auch vom ersten Gesang her fühle ich mich Metallica ziemlich nah. Der Refrain zieht mich aber schnell wieder davon. Geboten wird in dem Song alles Bangparts, Soli und Mitbrüllpassagen. Nicht das was ich erwartet habe, aber geil.
"Now Demolition ist ein mittlerer grooviger Tempobolzen der zum Nackenbrechen und mitbrüllen gerade zu einlädt. Der Gesang von Matt Drake klingt schon ein bisschen verrückt. Entweder er ist so eine coole Sau, der die Monotonie in seinem Gesang gnadenlos durchzieht, oder ich weiß auch nicht. Ich tippe auf erstes und finde es zu den bisherigen beiden Songs durchaus passend und fern der üblichen Thrash-Vocals.
"Nosophoros ist eine Geschwindigkeits-Thrash-Keule vor dem Herren. Perfekt geeignet nach einem schlechten Tag seinen ständig motzenden Nachbarn die Harke zu zeigen. Da werden einige Besenstiele an der Decke zerbersten.
"Genocide bedient sich wieder mittlerer Geschwindigkeit . "Plague to end all Plagues nimmt den selben Weg. Beide Songs plätten sich ihren Weg durch die Haarzellen in meinen Ohren. Immer wieder übernehmen geile Hooks und Soli die Führung.
Bei "Devoide of Thought wird das Tempo wieder nach oben korrigiert. Donnernde Bässe gepaart mit geilen Riffs und treibenden Drums.
" Hundred Wrathful Deities ist 11minütiger Instrumental-Track, der in seinen Facetten alles zu bieten hat, was er haben muss: Groovig, schleppend mit Thrash-Salven und mit knackigen Riffs und Solis gespickt.
Zum guten Schluss kommt mit "My Parasite noch eine Hochgeschwindigkeitsrakete.

Fazit: Wow, wahrlich kein einfacher Brocken, der uns hier zum Fraß vorgeworfen wird und wahrlich kein alltägliches Thrash Metal Album. Aber sollte es wohl auch nicht sein. Na, das wird ja für Diskussionen sorgen.
Ich hatte mir den Nachfolger auch etwas anders vorgestellt, eher ein richtige Brett. Gekommen ist es nun anders. Das Album ist überwiegend im Mid-Tempo gehalten, nur selten werden die Bremsen gelöst.
Ob ich enttäuscht bin? Nö!
Evile haben eine überraschend experimentierfreudige Platte, mit leichter Prog-Attitüde versehen, veröffentlicht. So ziemlich alle haben sich am Vorgänger ENTER THE GRAVE orientiert und eine ähnliche Keule erwartet. Nix war's. Die Jungs haben etwas versucht, vor allem nicht ewig gleich zu klingen, und sollten dafür nicht abgestraft werden. Warum auch? Einzig, der schon erwähnte ziemlich monotone Gesang bedarf einer Überprüfung. In einigen Songs (siehe oben) kommt es gut, aber über ein gesamtes Album eher nicht.

Anspieltipps:
 "Infected Nation" enthält so ziemlich alles für einen guten Thrasher. "Nosophoros" eine derbe Keule.

Tipp:
 Metal-Fans, die nicht nur der Gaspedal-Fraktion angehören, sollten sich das Ganze wirklich mal reinziehen.

Titel-Liste:
 
  1. Infected Nation
  2. Now Demolition
  3. Nosophorous
  4. Genocide
  5. Plague to end all Plagues
  6. Devoid of Thought
  7. Time no more
  8. Metamorphosis
  9. Hundred wrathful Deities
  10. My Parasite

Laufzeit:
 63:00 Min.

Band-Infos:
 
  • www.myspace.com/evileuk 

  • Probehören und Kaufen:
    Evile: Infected Nations (Ltd.Ed. + DVD)

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