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Review: Fairytale
 
RISE OF THE TWILIGHT LORD

Album:
 RISE OF THE TWILIGHT LORD, 2011, Eigenvertrieb

Stil:
 Heavy Metal

Wertung:
 5,5 von 7
5,5 von 7 Punkten
 J.G., 12.10.2011

Review:
 Er gehört noch lange nicht zum alten Eisen und obwohl man denkt, es ist alles schon gesagt, kann man doch nie genug davon bekommen. Gemeint ist der traditionelle Heavy Metal, dessen Flagge hier zur Abwechslung wieder einmal ein paar Jungs aus dem Ruhrpott hochhalten und das bereits seit dem Jahr 2000. Nach einer Demo und einer EP war jetzt endlich die Zeit gekommen, sich an eine LP heran zu wagen. Damit gehören Fairytale nicht unbedingt zu den Bands mit üppigem Output. Wenigstens "live" ging es schon zur Sache und Supports u.a. für Rage, Tankard, Mob Rules, Omen und noch ein paar ähnlichen Kalibern standen schon auf dem Programm.

Wer hier auf herausragende Innovationen spekuliert, ist falsch. Wer die guten 80er wieder aufleben lassen möchte, hat schon bessere Karten, denn rasante Riffs und stellenweise Ausflüge in hohe Gesangslagen erinnern bei "Private Purgatory" an die Erfolge der Kürbisköpfe.
Aber auch Marschieren ist angesagt und wer gerade "Witching Hour" laufen hat, lebt in einem Wechselbad zwischen Running Wild und Majesty.
Beim Opener "Merceneries" blitzen dann auch schon mal einige thrashige Riffs auf und zollen dezent Größen wie Metallica ihren Tribut.
Eine Prise Power Metal kann man bei "Crystal Ball" schnuppern, das mit gefälligen treibenden Riffs angenehm nach vorne geht.
"Thundersword" hat eigentlich nur eine Schwäche und das ist der Donner zu Beginn. Da hätte ich mir einen deutlich brachialeren Donner wünscht, der dem nachfolgenden Up-Tempo und den gesanglichen Höhenflügen auch gerecht wird.
Der Titelsong "Rise of the Twilight Lord" lebt voll und ganz in althergebrachten Heavy Metal-Welten. Tiefe Gitarren, druckvoller aber nicht übertrieben ballernder Rhythmus und genügend Melodic in der Hookline, damit man sich rundum wohl fühlen kann.
Habe ich was vergessen? Ach ja, da wäre noch der letzte und mit über acht Minuten längste Song des Albums, der erwähnt werden muss. Hier liefern Fairytale immerhin ihr episches Meisterstückchen ab. Sanfter Beginn mit harmonisch angenehmer Hookline und relativ sanftem Gesang beherrschen die ersten zwei Minuten, bevor langsam der Double-Bass den Takt angeben darf. Neben Gitarren-Soli sorgt auch ein orientalisch angehauchtes Intermezzo für jede Menge Abwechsung. Zur Halbzeit gewinnen die Heavy-Guitars die Oberhand zurück und geleiten Sänger und die Rhythmus-Fraktion wieder auf den anfänglichen Weg. Nicht lange, denn nach Dreiviertel des Weges wird in bester Iron Maiden-Manier das Tempo angezogen und auch der Frontmann versucht hier auf den Spuren von Bruce Dickinson zu wandeln.
Tja, das Gute kommt zum Schluss. Mag jeder anders sehen, aber für mich ist "Dreams" das Highlight des Albums, wobei man keine Angst vor Ausfällen haben muss. Die Mischung machts und die hat Fairytale mit ihrem Debüt RISE OF THE TWILIGHT LORD ziemlich optimal gefunden. Weiter so, aber bitte nicht erst in elf Jahren!

Fazit: Mit fast einer Stunde feinstem Heavy und True Metal haben sich Fairytale bei ihrem ersten Langeisen nicht lumpen lassen und lieber aus den Vollen geschöpft. Dabei setzten die Metaller aus'm Pott auf abwechslungsreiche Kost und loteten schon mal die Bandbreite von traditionellem True Metal über härtere Up-Tempo-Reißer bis hin zu episch angehauchten hymnischen Sahnestückchen mit über sechs Minuten Spieldauer.
Kritik gibts eigentlich nur generell an einer Stelle, die sich auf besseren Stereoanlagen etwas ausbügeln lässt und das ist die Anbindung der Gesangsstimme. Da haben sie mit ihrem Frontmann einen Kandidaten gefunden, der sich in normaler wie auch höchster Tonlage wohlfühlt und lassen ihn bei der Abmischung einfach viel zu weit "vor der Band" stehen. Hier wäre etwas professionelle Hilfestellung nötig, was bei einem vernünftigen Plattenvertrag eigentlich usus sein sollte.

Tipp:
 Fans von Majesty aber auch den frühen Helloween sollten hier etwas genauer hinhören. Es lohnt sich!

Titel-Liste:
 
  1. Mercenaries
  2. The Dragon
  3. Private Purgatory
  4. Witching Hour
  5. Crystal Ball
  6. Thundersword
  7. Rise of the Twilight Lord
  8. Legend
  9. The Vision
  10. Dreams

Laufzeit:
 56:57 Min.

Band-Infos:
 
  • www.fairytale-metal.de 


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