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Review: Falchion
 
CHRONICLES OF THE DEAD

Album:
 CHRONICLES OF THE DEAD , 2008, Massacre

Stil:
 Melodic Death Metal, Folk Metal

Wertung:
 6 von 7
6 von 7 Punkten
 S.J., 26.10.2008

Review:
 Zugegebenermaßen bin ich kein großer Freund vieler derzeit so hoch gepriesenen Folk- und Humpa Bands. War das ganze vor einigen Jahren noch recht interessant und bot dem Metal Spielraum für Neues, verbinde ich mit dem Begriff "Folk-Metal" nun eher besoffene Fans, die Bier aus Hörnern verschütten, als gute Musik. Auch haben einige Bands dieser Spielrichtung sich zu sehr hängen lassen und an musikalische Erfolge früherer Alben nicht anknüpfen können.

Nun kündigen sich Falchion an, unter anderem bestehend aus den beiden Korpiklaani Mitgliedern Juho Kauppinen und Matti Johansson. Klar, dass die Zielgruppe schon klar definiert ist. Nicht nur das, man kündigt die Scheibe sogar als "absolut angesagten Sound in der Pagan/Viking/Folk Richtung" an. Das alles klingt für mich sehr stark nach Trendvermarktung, doch schauen wir mal, was Falchion tatsächlich auf der Pfanne haben.

Los geht's mit "Primitive Again", einer sehr abwechslungsreichen Nummer. Ist die Strophe noch im MidTempo gehalten, knallt zwischendurch auch die DoubleBass amtlich und prügelt den Song nach vorn. Neben den Tempowechseln lebt der Song besonders von der Arbeit Miikka Tulimäkis an der Leadgitarre: Nicht allzu simple Leadmelodien liegen fast dem gesamten Song zugrunde, oder sind zumindest mehr als Beiwerk im Hintergund. Das Songwriting ist also keinesfalls "primitive again".
Der Titeltrack "Chronicles of the Dead" ist eine überwiegend langsame, vorhersehbare Hummpa-Mithüpf und - schunkel Nummer. Klar wird man im Chrorus schneller und auch das Solo muss natürlich fix sein. Letztendlich ist der Song solide, aber vorhersehbar.
"Shadows of the Wasteland" dagegen könnte auch eine klasse Power-Metal Nummer sein, als welche sie dank Juho Kauppinens Genre-typischen Gesangs nicht durchgehen wird. Dennoch macht der Song Spaß und geht als gute Lauen Nummer durch.
"Kingdom of Dust" beginnt ähnlich, ist aber eine Spur vertrackter und erinnert daher zwischenzeitlich eher an Wintersun. Durch die Midtempo-Strophe und den mitsingtauglichen Chorus wird es insgesamt aber doch eine, wenngleich aufgelockerte, Folk-Metal Nummer im Korpiklaani Stil, was wohl auch nicht ganz unbeabsichtigt ist, geschweige denn nachteilig wäre.
"Desert Breeze" ist ein ganz nettes Instrumental Stück, welches aber an sich nichts neues bietet.
In "Shades of Grey" geben Falchion dann zeitweilig wieder richtig Gas, wenngleich die Nummer nicht vollends zünden kann. Es fehlt einfach die Eingängigkeit und Durchschlagskraft, die beispielsweise der Opener des Albums hat.
Ähnlich verhält es sich mit "Dying Dreams". Zwar kann man natürlich immer noch einige Verweise an ähnliche Bands anführen, beispielsweise erinnert mich gerade diese Nummer stärker an Ensiferum als manch anderer vorher, jedoch ändert das nichts daran, dass der Song qualitativ an genannte nicht heranreicht. Vielleicht verlieren sich die beiden letztgenannten Songs aber auch nur zu sehr in ihrer Länge, schließlich sind sie mit zusammen knapp 14 Minuten Spielzeit nicht gerade knapp und etwas zu "verspielt".
Ebenfalls erspielt, aber das aus gitarristischer Hinsicht, ist das zweite Instrumentalstück des Albums, "Mayhem machine" das mir sehr gut gefällt. Kurz, schnell prägnant. Technisch nicht zu virtuos, dafür aber spannend inszeniert. Klasse!
Zuletzt wartet noch das weniger spannende "Evolution in Reverse" auf den Hörer, welches leider weder musikalisch an das Instrumental anknüpfen kann, noch an Qualitäten zu Beginn des Albums.

Fazit: Falchion bieten tatsächlich "absolut angesagten Sound in der Pagan/Viking/Folk Richtung", und zwar mit solidem Songrwriting und einer Instrumental sehr guten Leistung. Wenn das Songmaterial durchweg so gut wäre wie die Höhepunkte des Albums, wäre es eine allgemeine Kaufempfehlung wert. Aber auch so sollten Genre-Freunde auf jeden Fall glücklich werden, auch wenn die Klasse der heidnischen Szene-Götter nicht ganz erreicht werden.

Titel-Liste:
 
  1. Primitive Again
  2. Chronicles of the Dead
  3. Shadows in the Wasteland
  4. Kingdom of Dust
  5. Desert Breeze
  6. Shades of Grey
  7. Dying Dreams
  8. Mayhem machine
  9. Evolution in Reverse

Laufzeit:
 47:51 Min.

Band-Infos:
 
  • www.falchion.tk 

  • Probehören und Kaufen:
    Falchion: CHRONICLES OF THE DEAD

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