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Review: Falkenbach
 
TIURIDA

Album:
 TIURIDA, 2011, Napalm

Stil:
 Viking Metal

Wertung:
 6 von 7
6 von 7 Punkten
 V.R., 12.05.2011

Review:
 2011 scheint sich musikalisch gesehen schon jetzt als besonderes Jahr herauszustellen. Unzählige Metalbands, von welchen man schon seit Jahren nichts oder zumindest nichts Erwähnenswertes mehr zu hören bekam, melden sich in diesem Jahr zurück. Und so ist es dann auch für Vratyas Vakyas, seines Zeichens Kopf des deutschen Viking Metal-Projektes Falkenbach, in diesem Jahr an der Zeit, nach sechs Jahren Pause mal wieder ein neues Album zu veröffentlichen. Wer Falkenbach noch nicht kennt, dem sei gesagt, dass Vakyas auf den Alben zwar von einigen Studiomusikern begleitet wird, er aber letzten Endes das einzige wirkliche Mitglied der „Band“ darstellt. Musikalisch steht Falkenbach, von den Black Metal-lastigen Anfängen mal abgesehen, spätestens seit dem Jahrhundertwerk MAGNI BLANDINN OK MEGINTIRI aus dem Jahre 1998 für epischen Viking Metal voller erhabener Melodien, nur unterbrochen durch gelegentliche folkloristische Einschübe. Und an diesem Konzept hat sich auch auf dem neuen Album TIURIDA gar nichts geändert.

Das fängt schon mit dem erhabenen "Intro" an, welches den Hörer sogleich gen Norden entschwinden lässt und vor dem inneren Auge ein Bild unendlicher Fjordlandschaften entstehen lässt.
Ohne Pause geht es dann direkt mit dem ersten richtigen Lied namens "Where his Ravens fly..." weiter. Zu Beginn des Titels wird der Song noch von folklorelastigen Klängen bestimmt, im weiteren Verlauf gesellen sich dann, wie zu erwarten, auch Schlagzeug und E-Gitarre und männlicher Klargesang dazu. In jedem Fall verbreitet das Lied die gesamte Spieldauer von immerhin über sieben Minuten diese typische erhabene, irgendwie nordische Atmosphäre, welche man von Falkenbach schon von den anderen Alben gewohnt ist. Qualitativ kann Vakyas damit locker an das Niveau bisheriger Veröffentlichungen anschließen.
Bei "Time between Dog and Wolf" gehen Vakyas und seine Studiobegleiter dann etwas härter zur Sache und wecken damit zumindest ganz dezente Erinnerungen an die frühen Black Metal-Tage von Falkenbach. Hier gibt es dann auch die auf neuen Falkenbach-Alben nur spärlich eingesetzten aggressiven Screams zu hören. Dennoch besitzt auch dieser Song die typische erhabene Falkenbach-Aura und fügt sich damit perfekt ins positive Gesamtbild ein.
Gänzlich ohne Gesangseinlagen kommt das folklorelastige "Tantana" aus. Hier lassen Falkenbach mal ausschließlich die Instrumente sprechen und bieten dem Hörer so eine ansprechende Mischung aus Folk und Metal.
"Runes shall you know" ist dann wieder ein Viking Metal-Song der klassischen Sorte. Alle Elemente, welche man bei Falkenbach erwarten würde, sind hier anzutreffen und gesellen sich in diesem Lied zu einem perfekten Zusammenspiel.
"In Flames" bietet dann eine Mischung aus den epischen Momenten und den aggressiveren Elementen der Band. Auf diese Weise treffen dann innerhalb eines Songs sowohl die folkloristisch-verträumten Passagen als auch eher aggressive, screamunterlegte Abschnitte aufeinander. Und das beste darin ist, dass diese beiden Stile in diesem Fall auch noch auf wunderbare Weise miteinander harmonieren. Mit knapp acht Minuten lassen sich Falkenbach dann auch genügend Zeit, um dieser besonderen Atmosphäre den Raum zu bieten, den sie zur Entfaltung benötigt.
"Sunnavend" ist dann der letzte Song der regulären Albenfassung und bietet noch einmal gewohnte Kost auf hohem Niveau.
Alle Besitzer der Limited Edition werden sich im Anschluss noch über einen Bonustrack namens "Asaland" freuen.

Fazit: Falkenbach sind wieder da – und damit auch diese einmalige erhabene Atmosphäre, welche einst durch das HAMMERHEART-Album von Bathory geprägt wurde und die man in dieser Form heutzutage wohl nur von Falkenbach geboten bekommt. Das hohe Niveau der letzten Falkenbach-Alben wird auch dieses Mal mühelos erreicht, lediglich MAGNI BLANDINN OK MEGINTIRI wird wohl der unerreichbare Meilenstein der Band bleiben. Doch auch wenn das Level des genannten Klassikers auch dieses Mal wieder nicht ganz erreicht wird, so bietet TIURIDA letzten Endes doch genau das, was sich Falkenbach-Fans von einem neuen Album erwarten würden. Die folkloristischen Elemente sind genauso vorhanden wie der urtypische erhabene Gesang – und nicht mal auf den gelegentlichen Einsatz von Screams muss verzichtet werden. Schwache Lieder sind nicht auszumachen und abwechslungsreich ist die Scheibe auch. Insgesamt ist Tiurida also ein absoluter Volltreffer geworden und fügt sich damit ganz harmonisch in das bisherige überaus hochwertige Schaffen von Vratyas Vakyas ein.

Anspieltipps:
 Das Album sollte man am Stück hören, da sich die erhabene Falkenbach-Atmosphäre so am besten entfalten kann. Ohnehin sind sämtliche Titel des Albums gut genug, um als Anspieltipp herhalten zu dürfen.

Tipp:
 Falkenbach-Fans wissen, was sie erwartet, sie werden ohnehin zugreifen. Wer von der Band noch nichts gehört hat, aber auf Viking Metal oder Pagan Metal der epischeren Machart steht, könnte hier eine neue Lieblingsband für sich entdecken.

Titel-Liste:
 
  1. Intro
  2. Where his Ravens fly...
  3. Time between Dog and Wolf
  4. Tanfana
  5. Runes shall you know
  6. In Flames
  7. Sunnavend
    - - - Bonus Track - - -
  8. Asaland

Laufzeit:
 44:25 Min.

Band-Infos:
 
  • www.myspace.com/falkenbachband 

  • Probehören und Kaufen:
    Falkenbach: TIURIDA

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