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Review: Figure of Six |
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Album:
Stil:
Wertung:
| |  5 von 7 Punkten | | J.G., 11.05.2008 |
Review:
| | Achtung, wer das Album im Regal stehen sieht, wird vielleicht zunächst eher ein weiteres Gothic Metal-Album vermuten und deshalb entweder erwartungsvoll zugreifen oder die Suche nach härterer Kost fortsetzen. Beides wäre unglücklich, denn das Album bietet ganz anderes Futter.
Die Haupteinflüsse der Italiener Figure of Six stammen hauptsächlich aus dem Hardcore-Bereich, was sich über weite Strecken auch deutlich in der Musik abzeichnet. Das alleine genügt jedoch bei weitem nicht, den recht eigenständigen Stil zu beschreiben.
Auch wenn vieles, sei es nun das forcierte Tempo, das Gitarrenriffing oder das aggressive Shouting deutlich in diese Richtung zeigen, so sind auch die Metal-Einflüsse unverkennbar. Eingängige Metal-Hooklines mit melodiösen Refrains und auch cleanem Gesang halten sich fast die Waage mit dem "modernen Punk". Auch vor modernen Elementen, wie Synthie-Samples hat man keine Berührungsängste.
Das es sich bei dem musikalischen Ergebnis nicht um bloßes Stückwerk handelt, sondern um eine viel versprechende und überzeugende Einheit, beweist nicht zuletzt die Anwesenheit der Italiener in den Playlists der BBC Radio Show des Iron Maiden Frontmanns Bruce Dickinson.
Schon der Opener stellt die Weichen für die folgenden Titel. In "The man with the Book and the Gun" beginnt mit druckvollem Drumming und wird spätestens jetzt vermeintliche Gothic-Fans die Stop-Taste suchen lassen. Ansonsten erlebt man einen Spagat zwischen typischem Hardcore und melodischem Metal, der sich nicht auf einzelnen Instrumente beschränkt, sondern vom Gesang über die dominanten Gitarren-Riffs bis hin zur variablen Rhytmusabteilung reicht. Ein Einstand nach Maß.
Auf diesem Schema bauen die Italiener konsequent auf und versäumen es bei keinem der folgenden Songs beide musikalischen Stilrichtungen mehr oder weniger zu bedienen.
Dass man nicht nur zwischen den beiden Welten Hardcore und Heavy Metal hin und her pendelt, sondern auch benachbarte Genres beackert, zeigt "Dark Side 5", denn hier schnuppert man sogar etwas melancholischer Gothic-Luft.
Orchester-Samples zu Beginn von "The hanged Man" lassen den Insider richtig vermuten - der dicke Brocken kommt postwendend im Anschluss. Also keine Angst, auch wenn es nach Vivaldi klingen mag und Italiener am werkeln sind, folgt kein neuentdecktes Stück des roten Kardinals von damals. Mit recht flottem Galopp pflügen die Riff-Salven vielmehr metertiefe Furchen, unterstützt von Giacomos Gesang und massivem Druck von der Rhythmusfraktion. Sogar einige disharmonische Parts haben sich eingeschlichen, die dem ganzen Song eine besondere Note verpassen.
Für den Schluss hat man mit "Hands of Aion" noch einmal einen aggressiven Brocken fabriziert, der alles beinhaltet, was die Band so zu bieten hat. Hier wechseln langsame melodische Passagen mit cleanem Gesang fließend mit Up-Tempo und aggressiven Shoutings. Man hat kaum Zeit, nach den Breaks Luft zu holen, denn die knapp sieben Minuten sind randvoll mit jeder Menge Riffs und Ideen - auch Überraschungen, die ihre Vielfalt erst nach mehreren Durchläufen offenbaren. Endlich ein Schluss, wie man ihn sich nur wünschen kann.
Fazit: Die Italiener Figure of Six können mit ihrem Mix aus aggressivem Hardcore und eingängigen und melodischen Heavy Metal-Hooklines durchaus überzeugen. In jedem Fall werden Hardcore-Fans genau so wie auch Metal-Fans solide bedient und bekommen eine knappe Dreiviertelstunde eigenständige Kost geboten, die deutlich abseits der üblichen Fließband-Einheitsmusik angesiedelt ist. Da kann sich so manche andere Möchtegern-Band eine Scheibe abschneiden, wenn es darum geht, Stilrichtungen passend zu einer Einheit zu verschmelzen. Hier wird nicht einfach von überall geklaut, alles in einen Kopf geschmissen und umgerührt, sondern sauber komponiert.
Lediglich an der kurz ausgefallenen Spieldauer und der geringen Dauerhaltbarkeit der Songs sollte man für das nächste Album noch etwas Arbeit investieren. |
Tipp:
| | In jedem Fall werden die Heavy Metaller gut bedient, die mal über den Tellerrand schauen möchten, um etwas Hardcore-Luft zu schnuppern. Auch wenn das Shouting für manchen Metaller gewöhnungsbedürftig sein sollte, so hält sich hier die Sache durchaus in Grenzen. |
Titel-Liste:
| | - The man with the Book and the Gun
- Warshow
- Ten Years alone
- Akeldama (Bloody Field)
- Dark Side 5
- Morning Star
- The hanged Man
- Pull the trigger
- Hands of Aion
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