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Review: Finntroll
 
NIFELVIND

Album:
 NIFELVIND, 2010, Century Media

Stil:
 Folk Metal

Wertung:
 5,5 von 7
5,5 von 7 Punkten
 S.M., 02.05.2010

Review:
 Finntroll werden gerne auf eine Art Humppa-Abfeiertruppe reduziert, weil sie diesen Folk-Metal-Stil sozusagen mitgeprägt haben und ihr Bandname auch feuchtfröhliche Saufpartys impliziert. Das Finntroll aber auch viel differenzierter zu Werke gehen können, beweisen sie auf ihrem neuen Werk NIFELVIND.

Ohne Frage gibt es auch auf NIFELVIND sehr stimmungsvolle Tracks mit straightem Rhythmus und eingängiger Melodie, die zum feiern einladen. Zum Beispiel "Ett Norrskensdad", "Under Bergets Rot" und "Fornfamnad" gehören dazu. Hier werden auch durchaus mal Gute-Laune-Melodien ausgepackt, wenngleich sie keineswegs so partytauglich sind, wie einst.
Doch es gibt auch düsterere Atmosphären oder Stücke mit einer deutlichen Vielschichtigkeit, sprich: unterschiedliche Stimmungen und Intensitäten in einen Song verpackt. Hierzu zählen "Solsagan", das durchaus eine glorreich-epische Melodie á la Turisas auspackt, aber ebenso tiefgründige Phasen aufweist. Eher mystisch-okkult angehaucht wirken "Den Frusna Munnen" und "I Trädens Sang", während "Tiden Utal Tid" auf eine sich entwickelnde, epische Dramaturgie baut.
Fast besinnlich, auf traditionellen Weisen beruhend und mit Chören intensiv performed ist dagegen "Galgasang". Das darauf folgende "Mot Skuggornas Värld" ist als krasser Gegensatz eine richtige Düsternummer, die man eigentlich fast irgendwo zwischen Dark Metal und Black Metal ansiedeln kann und nur wenige Folk-Elemente beinhaltet.
Wenn man das Album so am Stück hört, kann man sich gut vorstellen, dass es einem Konzept folgt. Es wird eindeutig immer wieder Spannung und eine Dramaturgie aufgebaut, die sich dann in entspannteren Kompositionen oder Passagen entlädt. Meiner Meinung nach haben Finntroll ihren limitierten Humppa-Party-Sound längst abgelegt und geben sich auf NIFELVIND unheimlich vielseitig. Man kann sie als songwriterisch und stilistisch gereift bezeichnen. Mit wirklichen Abfeier-Truppen wie TrollFest kann man sie nicht mehr in einen Topf werfen.

Fazit: NIFELVIND führt die vielschichtigere und düsterere Tradition des direkten Vorgängers UR JORDENS DJUP fort. Finntroll haben den Humppa-Party-Sound endgültig zugunsten von mehr Komplexität und vielfältigeren Ideen ad acta gelegt. Einerseits ist das irgendwie schade, andererseits muss man es ganz klar als Weiterentwicklung der Band sehen. Das beste Finntroll-Album ist NIFELVIND jedoch nicht. Dazu fehlen leider die ganz großen Melodien manches Vorgängers. Dennoch bleiben die Finnen einer durchgehenden qualitativen Linie treu. Wer vielschichtigeren Folk Metal mag, wird von dem Werk nicht enttäuscht werden. Wer jedoch ein Humppa-Sauf-Feier-Album sucht, weicht heuer lieber zu TrollFest oder Svartby aus.

Titel-Liste:
 
  1. Blodmarsch (Intro)
  2. Solsagan
  3. Den Frusna Munnen
  4. Ett Norrskensdåd
  5. I Trädens Sång
  6. Tiden Utan Tid
  7. Galgasång
  8. Mot Skuggornas Värld
  9. Under Bergets Rot
  10. Fornfamnad
  11. Dråp

Laufzeit:
 45:45 Min.

Band-Infos:
 
  • www.finntroll.net 

  • Probehören und Kaufen:
    Finntroll: NIFELVIND

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