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Review: Fleshgod Apocalypse |
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Album:
| | AGONY, 2011, Nuclear Blast |
Stil:
| | Brutal Death Metal, Symphonic Metal |
Wertung:
| |  6 von 7 Punkten | | V.R., 14.01.2012 |
Review:
| | Innovatives Material gab es im Death Metal-Bereich in letzter Zeit nicht mehr allzu häufig. Hochklassige Scheiben gab es zwar durchaus, doch neue Impulse waren eher die Ausnahme. Die letzte Obscura-Scheibe OMNIVIUM war eine solche Ausnahme, da es der Band gelang, Death Metal mit Progressive Metal auf geradezu geniale Weise miteinander zu verquicken und darüber hinaus auch noch weitere Einflüsse aus anderen Metal-Genres zu verarbeiteten, um dann am Ende ein Album zu schaffen, das wie aus einem Guss klingt. Und dann gibt es ja noch die Italiener von Fleshgod Apocalypse, die 2009 auf ihrem Debutalbum ORACLES symphonische Elemente in ihren Sound einwoben. Nun gut, symphonische Elemente im Metal-Bereich sind ja nun eigentlich wirklich nichts Neues, ist das doch im Melodic Metal-Bereich wie auch im Black Metal-Genre inzwischen ja gang und gäbe. Im Death Metal-Bereich ist das aber doch noch eher ungewöhnlich, insbesondere wenn wir hier von knüppelhartem Brutal Death Metal reden und nicht etwa von Melodic Death Metal, wo man sich das ja noch irgendwie hätte vorstellen können. Auf ihrem Debut setzten Fleshgod Apocalypse dies aber noch sehr zaghaft um und nur hier und da wurde die Death Metal-Substanz auch mal mit der einen oder anderen Keyboard-Passage vernetzt. Auf ihrem zweiten Album AGONY wollen Fleshgod Apocalpyse aber noch einen ganzen Schritt weiter gehen und konsequent Brutal Death Metal mit symphonischen Strukturen zu verknüpfen. Schauen wir doch mal, ob ihnen das auch gelungen ist.
Mit einem düsteren, geradezu apokalyptisch anmutenden, "Temptation" betitelten Intro wird die Scheibe geradezu genial eröffnet. Der Hörer ist damit perfekt auf den ersten richtigen Song namens "The Hypocrisy" eingestimmt, der sogleich die Marschrichtung des kompletten Albums aufzeigt. Brutalste infernalische Death Metal-Klänge mit fiesen Growls werden hier durchgängig mit symphonischen Klängen, welcher zwar aus der Konserve stammen, aber dennoch sehr stimmungsvoll klingen, vermengt. Im Refrain taucht dann auch Klargesang auf, der anfänglich noch etwas befremdlich klingt, die apokalyptische Atmosphäre des Songs aber noch intensiviert. Hier und da eingestreute Mid-Tempo-Parts sorgen darüber hinaus für die nötige Abwechslung. Damit klingen Fleshgod Apocalypse ein bisschen wie die Dimmu Borgir des Death Metal. Stärker und intensiver kann man ein Album kaum beginnen.
Bei "The Imposition" weicht die Band von der klaren Linie des Openers nur ganz geringfügig ab, indem dieses Mal konsequent Vollgas gegeben wird und auf langsamere Abschnitte verzichtet wird. Ansonsten bieten Fleshgod Apocalypse auch hier knüppelharten, doch gleichzeitig auch extrem melodischen Death Metal und das von überaus hoher Qualität.
Und was bis dahin so gut funktioniert hat, das gelingt auch beim nächsten Titel "The Deceit". Erneut missachten Fleshgod Apocalpyse gängige Genrekonventionen und ziehen ihr ganz eigenes Ding durch. Als Highlight stellt sich dieses Mal der vertrackte, erneut von Klargesang unterlegtem Refrain und die überaus fiese, richtig finstere Bridge heraus.
Mit "The Violation" folgt dann sogleich der nächste hochklassige symphonische Highspeed-Death-Kracher. Und so stark der Song auch ist, wird hier doch auch nach und nach das Hauptproblem von AGONY deutlich. Jeder Titel für sich ist zwar durchaus hochklassig, doch klingen die Songs aneinandergereiht etwas zu gleichförmig, zumal einfach zu häufig aufs Gaspedal getreten wird. Abwechslung in Form eines reinen Midtempo-Songs wäre hier dann doch mal langsam angebracht.
Glücklicherweise haben Fleshgod Apocalypse in Form des ultrafiesen Riffmonsters "The Egoism" einen eben solchen Midtempo-Death Metal-Song auf ihrem Album unterbringen können. Dieser Song bringt endlich ein bisschen Abwechslung ins Spiel und lockert die Platte somit etwas auf.
"The Betrayal" ist dann zwar wieder im Hochgeschwindigkeitsbereich angesiedelt, hebt sich aber trotzdem angenehm von den anderen schnellen Titeln der Platte ab, da hier besonderer Wert auf abwechslungsreiche Keyboard-Untermalungen gelegt wird und auch durch das variable Gitarrenspiel etwas Abwechslung in die Sache kommt.
Das fast schon schleppende "The Forsaking" mutet dann schon fast melancholisch an. Fleshgod Apocalypse verlassen die Death Metal-Gefilde hier ein wenig, setzen dabei sogar auf eher schwarzmetallische Vocals und erinnern nun umso mehr an die Black Metal-Kollegen von Dimmu Borgir, die Songs dieser Art des öfteren auf ihren Alben platziert hatten. Von einer billigen Kopie darf hier aber keinesfalls die Rede sein, dafür ist der Song nämlich viel zu intensiv und stimmungsvoll ausgefallen.
"The Oppression" haut dann noch einmal in die Kerbe der ersten Songs und bietet schnellen, symphonischen Death Metal in oberen Härtegefilden. Nachdem durch die letzten Titel für ordentlich Abwechslung gesorgt wurde, ist es an dieser Stelle auch absolut unproblematisch, dass Fleshgod Apocalpyse nun wieder auf ihren gewohnten Pfaden wandeln, zumal es sich dabei bereits um den letzten regulären Song des Albums handelt.
Abschließend gibt es noch ein durchaus stimmungsvolles Piano-Outro namens "Agony" zu hören, bei dem es sich nach dieser apokalyptischen Reise durch relativ neuartige Musikgefilde wunderbar entspannen lässt.
Zu sehr sollte man sich allerdings nicht der Ruhe hingeben, sonst fährt einem beim heftigen Bonustrack "Heartwork" noch der Schrecken in die Glieder. Alteingesessene Death Metal-Fans werden ahnen, dass es sich dabei um ein Carcass-Cover handelt, doch Fleshgod Apocalypse haben den Song nicht einfach eins zu eins neu eingespielt, sondern den Klassiker an ihren eigenen Stil angepasst und mit düsteren Keyboard-Klängen versehen, was ihm eine ganz besondere eigene Note verleiht.
Fazit: Was für ein Album! Fleshgod Apocalypse haben ihr Ding tatsächlich konsequent durchgezogen und vermischen auf AGONY ihre knüppelharten Death Metal-Klänge durchgehend mit symphonischen Elementen. Das gab es in dieser extremen Form vermutlich noch nie zu hören, wenn überhaupt, gingen Waltari mit ihrer Death Metal-Symphonie mal in eine halbwegs ähnliche Richtung. Jenes Album liegt inzwischen aber schon über 15 Jahre zurück und danach kam nichts mehr aus dieser Richtung. Insofern bringen Fleshgod Apocalypse mit ihrem Symphonic Death Metal-Sound tatsächlich frischen Wind ins Death Metal-Genre. Es ist schier beeindruckend, wie konsequent die Band ihren ganz eigenen Stil umsetzt und genau dort liegt dann leider auch das Hauptproblem der Scheibe. Während der ersten Hälfte der Platte weichen Fleshgod Apocalypse nämlich zu wenig von dem relativ eng abgesteckten Konzept ab und setzen zu sehr auf Dauergeknüppel. Glücklicherweise agiert die Band dann ab Lied Sechs deutlich variabler und hat neben dem Gebretter nun auch vermehrt Mid-Tempo-Klänge in petto. Lied Acht bietet dann gar Dimmu Borgir-ähnliche Klänge und das Outro basiert schließlich auf entspannten Pianoklängen. Die Kritik betrifft somit ausschließlich einen Teil des Albums und führt auch nur zu einer geringen Abwertung. Zwei Wünsche wären damit für den AGONY-Nachfolger zu nennen: Zum einen sollten Fleshgod Apocalypse beim nächsten Mal durchgängig für Abwechslung sorgen, was dann, solange die Qualität auf aktuellem Level bleibt oder sogar noch ansteigt, sogar zur Höchstnote führen könnte. Zum anderen würde das Ganze mit einem echten Orchester natürlich noch wesentlich intensiver klingen als mit den Melodien aus der Konserve. Somit wäre der Band zu wünschen, dass sich AGONY so gut verkauft, dass die finanziellen Mittel für ein solches Unterfangen in Griffnähe rücken. Angesichts der überragenden Qualität und der Fülle an Innovationen wären derart hohe Verkaufszahlen für das Album jedenfalls absolut gerechtfertigt. |
Anspieltipps:
| | Das Album ist von vorne bis hinten sehr stark und zudem aus einem Guss, daher keine Anspieltipps. |
Tipp:
| | Fleshgod Apocalypse lassen sich nur schwer mit anderen Interpreten vergleichen. Formulieren wir es mal so: Wer sich Dimmu Borgir-artige Klänge auch in einem Death Metal-Umfeld vorstellen kann, der sollte unbedingt zugreifen! Alle anderen sollten zumindest mal rein hören. |
Titel-Liste:
| | - Temptation
- The Hypocrisy
- The Imposition
- The Deceit
- The Violation
- The Egoism
- The Betrayal
- The Forsaking
- The Oppression
- Agony
- Heartwork
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Laufzeit:
Band-Infos:
| | www.fleshgodapocalypse.com  |
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