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Review: Forcentury
 
VANGUARD

Album:
 VANGUARD, 2009, Eigenvertrieb

Stil:
 Heavy Metal, Progressive Power Metal

Wertung:
 5 von 7
5 von 7 Punkten
 S.M., 09.01.2010

Review:
 Forcentury sind recht neu im Geschäft und bringen mit VANGUARD ihr eigenproduziertes Debüt auf den Markt. Die sechs Jungs aus Kopenhagen, die auf so ideenfreie Pseudonyme wie Johnn Thunder oder Marc Masters hören, spielen eine Mischung aus straightem Heavy Metal und kraftvollem Progressive Power Metal.

Der Opener "Land of Mirrors" ist eher wenig progressiv, sondern ziemlich geradlinig und dynamisch. Die Melodie geht schnell ins Ohr und der Höhepunkt ist gut erarbeitet. Im variantenreichen Solo zeigen die Gitarristen ihr Können, das auch neoklassische Bereiche mit einbezieht.
"Through the Eyes of Thunder" bringt mit seinen komplexeren Arrangements und den Wechseln von Tempi und Rhythmen auch die progressiven Begebenheiten ins Spiel. Doch bleibt die Nummer immer eingängig und melodiös genug, um auch die Freunde der straighteren Klänge bei Laune zu halten. Ausgezeichnet präsentiert sich weiterhin das vielseitige, bei diesem Song mit orientalischen Anleihen versehene Gitarrenspiel, während so ein wenig die gesanglichen Defizite zum Vorschein kommen. Zwar hat Johnn Thunder eine klare Stimme mit ganz gutem Vibrato, doch fehlt es ein wenig an Lungenpower und Ausdruckskraft.
Bei "Speculator" werden die beiden Einflüsse gekonnt miteinander vermischt. Das Konstrukt ist größtenteils zielgerichtet und die Melodie vereinnahmt flott die Gehörgänge, durch das Gitarrenspiel und einige kluge Breaks wird aber auch die Komplexität nicht außer Acht gelassen.
Dass bei den Melodielinien gerne Iron Maiden als Vorlage genommen werden, hört man mit Dauer schon heraus. Auch "Rise of the Machines" kann sich dem nicht entziehen, wenngleich der Aufbau mich diesmal ein Stück weit an Sachen von Rage erinnert. Allerdings harmonieren diese beiden Einflüsse nicht so recht miteinander.
"Bottom Line Zombies" beginnt ruhiger und emotionaler, entwickelt dann im weiteren Verlauf aber so richtig Energie. Bei den dynamischeren Bereichen sehe ich erneut Parallelen zu Rage, diesmal aber viel besser arrangiert. Und die melodiöse Seite geht wieder prima ins Ohr.
In "Valhalla's Call" wird - ich habe es fast erwartet - der Reigen um die epische Variante erweitert, die einfach zu solchen Themen und den Lyrics passt. Mit etwas mehr Ausdruckskraft bei den Vocals, hätten die Dänen hier vielleicht eine richtig variantenreiche und getragene Mega-Nummer auf Lager. Aber bei diesem Track zerstört der zu limitierte Gesang doch einiges vom instrumentellen und kompositorischen Potential. Schade!
Wenn Johnn Thunders Gesang mehr im Vordergrund stehen kann, wie beim emotionaleren "Love and Honour", schlägt sich der Mann hinterm Mikro besser. Doch wenn er gegen die Instrumentalpower ankämpfen muss, sind die Defizite beim Stimmvolumen nur schwer zu übergehen. Auch von der kompositorischen Seite ist "Love and Honour" übrigens durchweg gelungen.
Wie wenig ich den Gesang manchmal vermisse, zeigt mir die lange instrumentale Einleitung von "Son of Poseidon". Ich bin recht überrascht, als er dennoch einsetzt und denke, aus diesem Stück hätte man gut eine reine Instrumentalnummer machen können.
Das sieben Minuten lange Schlussstück "Abyss" fasst nochmal die Vielfältigkeit von Forcenturys Sound auf und präsentiert episch-melodische Abschnitte, druckvollere Parts, sich ändernde Intensitäten und das variable, inspirierte Gitarrenspiel.

Fazit: Forcentury sind eigentlich richtig gut - wäre da nicht der Gesang. Er zieht mitunter die Klasse der Songs etwas herunter. Und wenn ich mir auf der Myspace-Seite der Band den Sänger Johnn Thunder anschaue, der offensichtlich wesentlich älter ist, als seine Mitstreiter, habe ich da auch wenig Hoffnung auf eine gesangliche Weiterentwicklung. Entweder spielen Forcentury mit dem "Makel" weiter, oder schauen sich irgendwann nach einer Alternative um.
Herausragend finde ich das Gitarrenspiel. Was die Herren Marc Masters und JaCK an Riffs, Licks und Soli vom Stapel lassen, ist einfach klasse. Die Rhythmusarbeit ist jetzt nicht so auffällig, aber solide. Das Songwriting ist großteils in Ordnung, es schleichen sich nur wenige Schwächen ein. Die zweistimmigen Gitarrenläufe und das manchmal vorhandene unterschwellig Orientalische im Sound erinnern mich mitunter etwas zu sehr an Iron Maiden. Noch mehr Eigenständigkeit würde in dem Punkt gut tun.
VANGUARD ist insgesamt ein guter Einstieg ins Metal-Business. Doch wäre mit besserem Gesang sogar noch eine höhere Wertung drin gewesen.

Anspieltipps:
 "Land of Mirrors", "Speculator", "Bottom Line Zombies" und "The Abyss".

Tipp:
 Durch eine recht intelligente Vermischung von melodischem Heavy Metal und progressivem Power Metal sprechen Forcentury die Hörer beider Lager an.

Titel-Liste:
 
  1. Land of Mirrors
  2. Through the Eyes of Thunder
  3. Speculator
  4. Rise of the Machines
  5. Bottom Line Zombies
  6. Valhalla's Call
  7. Love and Honour
  8. Son of Poseidon
  9. The Abyss

Laufzeit:
 48:21 Min.

Band-Infos:
 
  • www.myspace.com/forcentury 

  • Probehören und Kaufen:
    Forcentury: VANGUARD

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