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Review: Foreigner |
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Doppelschlag:
Album:
| | CAN'T SLOW DOWN, 2010, Ear Music |
Stil:
Wertung:
| |  3 von 7 Punkten | | M.A., 04.09.2009 |
Review:
| | Hoppla, die bringen auch mal wieder was neues raus? Das war die Reaktion des Verfassers, als er die neue Foreigner in den Händen hielt. Um es gleich vorwegzunehmen: Lou Gramm ist nicht mehr dabei. Überhaupt wurden alle Positionen bis auf Mastermind Mick Jones ausgetauscht bzw. ergänzt. Die Band besteht heuer neben Mick Jones als Hauptsongwriter/Gitarrist/Keyboarder aus Sänger Kelly Hansen, Bassist Jeff Pilson (Ex-Dokken, Ex-Lynch Mob), Gitarrist Tom Gimbel, Keyboarder Michael Bluestein und Schlagzeuger Brian Tichy (der Gerüchten nach allerdings schon wieder Richtung Whitesnake abgewandert sein soll!!).
Mit dem Opener und Titelstück "Can't Slow Down" fängt es sehr vielversprechend an. Das Ding geht gut nach vorne und man freut sich auf das, was da noch kommt. Leider kommt nicht mehr allzu viel. Gleich beim nächsten Song "In Pieces" verklebt einem der Zuckerwattesound die Gehörgänge. Und so geht es weiter, mit "When it comes to Love", einem Popsong, der sicherlich gute Chancen hat im Radio gespielt zu werden, aber das ist heutzutage leider keine Auszeichnung mehr.
Dann folgt mit "Living in a Dream" wieder ein rockigerer Song, der nicht weltbewegend ist, aber in Ordnung geht. Gefolgt von einer nichtssagenden Ballade (" I can't give up") nach Schema F, einem Uptempo-Rockpop-Song ("Ready") ohne Biss und mit einem Chorus aus dem Ü-Ei (nicht dem 7., soviel steht fest) etc. Viel Schatten, kaum Licht und zu viel Zuckerkram.
Sicherlich, Foreigner hatten schon immer Balladen in ihrem Programm wie" Waiting for a Girl like you", " I want to know what Love is" etc. Aber das waren Hammer-Melodien, die man nach dem ersten Durchgang mitpfeifen konnte. Aber was einem hier geboten wird ist nicht der Rede wert. Es kommt einfach keine Stimmung auf. Die Songs sind viel zu poppig und einfallslos geraten. Es rockt einfach nicht. Der Großteil des Albums besteht aus Balladen, Halbballaden und Midtempostücken. Die Melodien bleiben nicht ansatzweise im Ohr hängen. Kurzum: Langeweile macht sich breit. Und je länger die Musik läuft, desto langweiliger wird es.
Sänger Kelly Hansen klingt wie Lou Gramm bzw. versucht, wie Gramm zu klingen und scheitert. Sicherlich hat er eine gute Stimme, aber die Power und der Soul, mit dem Lou Gramm jeden Song noch ein wenig weiter nach vorne trieb, geht Hansen vollends ab. Die Band macht ihren Job im übrigen recht ordentlich, die Produktion ist natürlich erste Sahne. Dafür, für den starken Opener und die Bonus-Live-Version von " I want to know what love is " je einen Punkt. Macht drei. Mehr ist hier bei aller Liebe nicht drin.
Fazit: Die Freude über die Rückkehr der AOR-Legende weicht ziemlich schnell der Ernüchterung. Der Musik fehlt der Biss, der vor allem die Werke aus den Siebzigern zu Klassikern machte. Zu zahnloses, einfallsloses Songwriting, zu sehr auf Pop-Format und Radio-Airplay gemünzt. Das meiste plätschert so dahin, nichts bleibt wirklich hängen. Da hat sich der geneigte Fan sicherlich mehr erhofft. |
Anspieltipps:
| | "Can't slow down", "I want to know what Love is" (Bonus-Live-Track). |
Tipp:
| | Für Foreigner-Fans der ersten Stunde wird die neue Scheibe eine Enttäuschung sein. Man hätte aus dem spielerischen Potenzial, das sicherlich vorhanden ist, sehr viel mehr machen können/müssen. Das Songwriting ist viel zu schablonenhaft ausgefallen. Mastermind Mick Jones scheint die musikalischen Entwicklungen der letzten 10 Jahre (auch im AOR-Bereich) verschlafen zu haben. Tip von mir: Holt Lou Gramm zurück, besinnt euch auf eure Wurzeln und versucht es ernsthaft, oder lasst es gleich bleiben!! |
Wertung:
| |  5,5 von 7 Punkten | | J.G., 11.02.2009 |
Review:
| | Alles hat ein Ende und so verkündet kürzlich auch die größte Rocklegende und Exportschlager The Scorpions ihr Karriereende nach nunmehr 45 Jahren Bandaktivität. Sicherlich verdient, wenn auch für viele Fans eine traurige Geschichte, heißt es doch das Ende neuer Alben nach dem Mitte März erscheinenden Album STING IN THE TAIL.
Ganz anders die Geschichte bei der amerikanische AOR-Institution Foreigner, die dieses Jahr immerhin auch schon seit 34 Jahren im Geschäft sind, aber ab 1995 kein neues Studio-Album mehr auf den Markt brachten. Sicherlich war der Gehirntumor des Frontmanns Lou Gramm, den er glücklicherweise überstanden hatte, aber auch unterschiedliche musikalische Ausrichtungen zwischen ihm und Gitarrist Mick Jones der Grund für getrennte Wege. Mick wollte jedoch Foreigner nicht zu Grabe tragen und verpflichtete mit Sänger Kelly Hansen einen durchaus würdigen Nachfolger für Lou. Auch ansonsten bekam das Line-Up eine Frischzellen-Kur. Mit dem Dokken-Bassisten Jeff Pilson, Keyboarder Michael Blaustein, Drummer Brian Tichy und Saxophonist Tom Gimbel, wurde aus Foreigner wieder eine ernst zunehmende Größe, die auch hierzulande z.B. mit ihrem Konzert im Juli 2009 in Gießen eine eindrucksvolle Rückmeldung absetzte. Die Hoffnung der Fans auf mehr wurde nicht enttäuscht und wird unter dem Titel CAN'T SLOW DOWN in Kürze über die Ladentische wandern.
15 Jahre ohne neues Studioalbum sind im Musikbusiness eine halbe Ewigkeit und deshalb wird sich so mancher fragen, ob das denn gut gehen kann? Hat es Mick Jones geschafft, den guten alten Foreigner-Spirit einerseits zu konservieren und andererseits in die Neuzeit zu retten?
Schon die ersten Höreindrücke fördern erstaunliches zu tage. Mit einem gut aufgelegten Kelly Hansen und jeder Menge frischer Songideen, die sich auch gerne mit alten Trademarks schmücken, wirken die Amerikaner frisch dynamisch und gehören mit dieser Performance noch lange nicht zum alten Eisen.
Man findet auf dem Album einen bunten Mix aus flotten Rockern, radiotauglichen Kommerzgranaten und zuckersüßen Balladen.
Es beginnt mit dem rockigen Opener "Can't slow down", der sofort für gute Laune sorgt, jede Menge Erinnerungen an die gute alte Zeit und Alben wie HEAD GAMES aufleben lässt und mit einem energischen Kelly Hansen zu überzeugen weiß. Auf ähnlichem Level und sogar mit noch ein paar alten Trademarks mehr im Gepäck, schlägt "Living in a Dream" in die gleiche Kerbe. Dezente Bläser runden den gefälligen Rocker ab. Mit "Ready" wird letztlich zum dritten Mal richtig flott abgerockt und damit auch einer meiner Kritikpunkte offensichtlich. Neben diesen drei Nummern bewegt sich der Rest aller Songs in ausschließlich ruhigen bzw. gerade noch Mid-Tempo-Gefilden.
Das muss nicht bedeuten, dass der Rest abgehakt werden kann, ganz im Gegenteil. Wer jedoch auf nur wenige Balladen gehofft hat, ist hier einfach nicht beim richtigen Stoff gelandet.
Mit gemächlichem Tempo und leicht melancholischem Einschlag stimmt "In Pieces" schon zu Beginn die Kuschelfans stimmungsvoll ein. Die sphärische, transparente Instrumentierung tut ihr Übriges, Traumliebhaber in ihren Bann zu ziehen. Gegen die Überballade "When it comes to Love" hat der Song jedoch keine Chance, denn hier wird tief in alten Gewässern gefischt und an balladeske Hochzeiten der AOR-Legenden angeknüpft. Auch "I can't give up" ist nicht von schlechten Eltern, startet es doch klassisch mit Piano und wird spätestens beim gefühlvollen Gitarren-Solo so manchem ein Tränchen abringen. Ein Schuss Blues und Soul gefällig? Dann ist man bei "Give me a Sign" gut aufgehoben, dass keinen Geschwindigkeitsrausch erzeugt, jedoch durchaus, besonders mit druckvollen Bläsern für Stimmung sorgt.
Wohlfühlen ist dann wieder bei der schmachtenden Ballade "I'll be home Tonight" Programm, die besonders von der einfühlsamen Gesangsarbeit des Frontmanns profitiert.
"Too late" ist als einziges schon seit der THE VERY BEST OF FOREIGNER von 2008 bekannt, fügt sich jedoch harmonisch in das Gesamtwerk ein.
Was waren das für Zeiten? Ich meine die Zeiten des Debüts mit Hits wie "Cold as Ice", die noch heute in so mancher Radiosendung nicht fehlen dürfen. Genau hier setzt "Too late" an und versprüht schon nach wenigen Augenblicken das gewisse Retro-Feeling. Foreigner, wie man sie kennt und liebt.
Der Rest gestaltet sich bis hin zu "Fool for you anyway" ruhig und teilweise auch etwas besinnlich, sodass der Neuling mit einem Hauch Motown-Feeling einen würdigen Abschluss findet. Nicht unbedingt 100% Foreigner, aber zumindest die Bläser sind Markenzeichen genug.
Fazit: Die AOR-Legende meldet sich nach ausgiebiger Pause zurück und man kann nur bescheinigen, dass das Experiment, der Wiedereinstieg in die Oberliga nach 15 Jahren, geglückt ist. Mick Jones hat es geschafft, Foreigner neu zu besetzen, auf die Moderne auszurichten und trotzdem die gewohnten und liebgewonnenen Attribute beizubehalten. Kelly Hansen macht dabei eine echt gute Figur, wird wohl Lou Gramm niemals ersetzen können, begeht aber auch nicht den Fehler ihn 100%ig kopieren zu wollen. Er verleiht der neuen Scheibe an einigen Stellen seinen eigenen Charakter, was sich durchaus angenehm gestaltet. Einzig und alleine hätte ich mir den großen Kick oder einen wirklichen Überflieger gewünscht, nicht nur Solides von der Stange, aber vielleicht beim nächsten Mal. Jetzt bleibt nur zu hoffen, dass es nicht wieder 15 Jahre braucht, bis der nächste Studio-Silberling das Licht der Ladentheke erblickt, denn dann könnte es für so einige Beteiligten langsam an die Substanz gehen. |
Tipp:
| | Auch nach 15 Jahren Studio-Album-Pause sind Foreigner noch eine Größe, die so manchen Fan schwärmen lassen wird. |
Titel-Liste:
| | - Can't slow down
- In Pieces
- When it comes to Love
- Living in a Dream
- I can't give up
- Ready
- Give me a Sign
- I'll be home Tonight
- Too late
- Lonely
- As long as I live
- Angel Tonight
- Fool for you anyway
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