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Review: Forever Slave
 
TALES FOR BAD GIRLS

Album:
 TALES FOR BAD GIRLS, 2008, Wacken Records

Stil:
 Gothic Metal

Wertung:
 5 von 7
5 von 7 Punkten
 M.W., 30.04.2008

Review:
 Gegründet hat sich Forever Slave 2000 in Spanien. Im Frühjahr 2005 errang die Gruppe einen internationalen Vertrag mit Armageddon Music. Seitdem geht es stetig bergauf. Mit ihrem Debüt waren sie die Nummer 1 im spanischen Metalhammer und seitdem auch für einen Auftritt auf dem Wacken Open Airs hierzulande oder auch dem Rock Stars Festival in ihrem Heimatland gebucht.

Der erste Song des Silberlings nennt sich "Dickhead!" und geht in die vollen. Kräftiges Schlagzeug wird nach dem Intro von Synthesizern und einer gefühlvollen Frauenstimme abgelöst. Einige Sekunden später wird dieses Arrangement von fülligem Drumming und druckvollen Gitarrenriffs unterstützt. Die Einleitung von TALES FOR BAD GIRLS geht sofort ins Blut über, ist eingängig und besonders der hohe und feinfühlige Gesang kreieren einen hohen Identifikationswert. Allerdings ist der Track mit knapp fünf Minuten Spiellänge relativ lang.
Weiter geht es mit "Say Good-Bye". Auch hier wieder Synthesizer vom Keyboard und leises Schlagzeug. Recht simpler Songaufbau, der eine gute Struktur schafft. Besonders die Vocals wissen wieder zu gefallen und auch die Redeparts sorgen für Abwechslung. Erinnert an Within Temptation. Ein nicht zu knappes Gitarrensolo ist ebenfalls vorhanden.
"GothiX Girls" ist industrieller und druckvoller aufgebaut. Sowohl die Gitarren als auch das Drumming preschen in den Vordergrund. Dagegen wirkt der Gesang von Frontfrau Lady Angellyca richtig zerbrechlich. Die Klaviermelodien sorgen für eine gute Untermalung und stechen aus dem sonst gitarrenlastigen Song hervor. Schöner Break bei etwa 2:30 Minuten. Empfehlenswert!
Bei "Pulse" hatte ich eigentlich getreu dem Klischee des Titels einen Pulsschlag erwartet, aber nichts dergleichen geschieht. Fließende Keyboardmelodien harmonieren mit abgehackten Riffs und dominantem Drumming. Bis zum ersten gesungenen Wort muss sich der geneigte Leser fast 50 Sekunden gedulden. Der Aufbau des Tracks ist denen seiner Vorgänger ähnlich. Ich vermisse die Abwechslung im Gesangs- und Gitarrenpart. Lediglich Sprech- und kräftige Gesangslinien vermischen sich teilweise. Die fast fünf Minuten ziehen sich ganz schön in die Länge.
Es schließt sich nun "Afterlife" an. Mit balladenartigen Intervallen und recht wenig Gitarren und Schlagzeug in den Strophen kann dieser Song neue Fassaden der Spanier aufdecken. Auch die Frontfrau von Forever Slave zeigt, wie viele Oktaven sie umgreift mit ihrem Gesang, der sich zu nahezu 100% dem Gothic-Genre verschrieben hat. Ein Hinhörer!
"Our Story" eröffnet die zweite Hälfte des Albums. Nur zögerlich und mit leisen Tönen kommt dieser Beitrag ins laufen. Der Gesang ist sehr gefühlvoll, wird aber auch nach wenigen Sekunden von einer groovigen Gitarre und abgehacktem Drumming unterstützt. Die Vocals sind sehr hoch und fügen sich mit den Synthesizern zu einem wunderbaren Klagbild zusammen, auch wenn die Stimme sich ziemlich poppig anhört, weil man von der Höhe nicht nur Vergleiche mit Within Temptation, sondern ohne die Instrumente auch mit Maria Carey ziehen könnte. Auch hier gibt es zur Erfrischung mal wieder ein Gitarrensolo auf die Ohren.
"Mar, no te vayas" ist der erste Song in der Heimatsprache der spanischen Truppe und wirkt gleich pompös mit den Streichern, die dem Song viel Volumen verschaffen. Gesanglich und melodiös herrscht hier eine starke Kongruenz zu Within Temptation. Einfach mal zurücklehnen und auf sich einwirken lassen.
Kommen wir nun zu "The Lovers", eingeleitet von einer ruhigen Klaviermelodie. Das bleibt auch so. Gesang, Klavier und Streicher präsentieren eine Ballade allererster Sahne. Da gibt's auch nicht viel tot zu reden, das ist einfach genial und sorgt für eine Überraschung auf der CD.
Auch "Larmes et Roses" weicht von der englischen Sprache ab und schaltet von seinem Vorgänger aus gesehen gleich fünf Gänge auf einmal hoch. Wieder kräftiges Drumming und Synthesizern. Der Gesang bringt keine Überraschungen mit sich. Das Gerede im Hintergrund ist allerdings sehr interessant. Guter Song, der eindeutig im oberen Bewertungsbereich der Scheibe liegt.
"My Girl (She loves her)" fängt weniger gothic-like an in den ersten Sekunden. Auch die Melodien sind eher dem Industrial-Bereich zuzuordnen. Erst als der Klimax sich steigert, wird's wieder eindeutig Gothic. Die Grundstimmung ist aber recht positiv und verbreitet gute Atmosphäre. Ein weiteres Schmankerl zum Ende von TALES FOR BAD GIRLS. Der männliche Gesang kommt überraschend, setzt aber durch die Härte einen guten Gegenakzent zum zerbrechlichen Gesang der spanischen Frontfrau.
"Gasoline" ist der letzte Song, der direkt zu Anfang verdeutlicht, dass nicht am Tempo gespart wird. Der Gesang ist abwechslungsreich und nicht mehr so hoch wie sonst. Insgesamt liegt hinter "Gasoline" nicht ganz so viel Druck wie hinter den anderen, auf Grund eingängiger Gesangs- und Instrumentallinien ist der letzte Song ein echter Ohrwurm.


Fazit: Forever Slave verkörpern mit TALES FOR BAD GIRLS den typischen Gothic-Sound wie wir ihn auch von Within Temptation gewohnt sind - viele Streicher, Synthesizer, hoher weiblicher Gesang und kräftige Gitarren sowie druckvolles Drumming kombiniert mit einigen Balladenparts. An der Variabilität von Gesang und Gitarren könnte noch ein wenig gearbeitet werden. Außerdem könnten Gitarre und Schlagzeug ab und an weniger dominant auftreten.
Alles in allem aber ein rundum gelungenes Werk der Spanier!

Anspieltipps:
 "GothiX Girls", "Afterlife", "Our Story", "The Lovers" und "Gasoline".

Titel-Liste:
 
  1. Dickhead!
  2. Say Good-Bye
  3. GothiX Girls
  4. Pulse
  5. Kristin A.I.D.S.
  6. Afterlife
  7. Our Story
  8. Mar, no te vayas
  9. The Lovers
  10. Larmes et Roses
  11. My Girl (She loves her)
  12. Gasoline

Laufzeit:
 48:25 Min.

Band-Infos:
 
  • www.foreverslave.com 

  • Probehören und Kaufen:
    Forever Slave: TALES FOR BAD GIRLS

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