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Review: Fozzy
 
CHASING THE GRAIL

Album:
 CHASING THE GRAIL, 2010, Riot Entertainment

Stil:
 Alternative Rock, Heavy Rock

Wertung:
 6 von 7
6 von 7 Punkten
 J.G., 23.04.2010

Review:
 So mancher WWE-Star bekam die Chance neben seiner Wrestling-Laufbahn noch ein paar andere Standbeine aufzubauen. Hulk Hogan oder The Rock konnten durchaus filmische Achtungserfolge verbuchen, wobei sie besonders ihre komödiantischen Neigungen unter Beweis stellen durften. Der Schwergewichts-Champion Chris Jericho hat nebenbei so manches Geschäft laufen, u.a. auch eine Band namens Fozzy (es lebe die Muppets-Show), die wieder mit einem neuen Album CHASING THE GRAIL aufwartet. Egal ob im Ring oder auf der Bühne, technisch gesehen macht Methode Dampfhammer dem Hünen Jericho am meisten Spaß und so glänzt der Neuling besonders durch meterhohe Gitarrenwände und eine brachial operierende Rhythmusfraktion, die jedes Riff gnadenlos durch die Verstärker und Boxen prügelt. Allzu leicht vergisst man dabei, dass man eigentlich einen waschechten Alternatve Rock verbraten bekommt.

Brachial und mit vollem Tempo startet das Album mit "Under blackened Skies" und legt damit schon einmal die Latte der Erwartungshaltung recht weit nach oben. Mit Nachdruck wird hier jedes Riff einzeln in die Gehörgänge gestanzt und kaum begonnen zeichnen sichbei den Zuhörern bereits die ersten Schweißflecken unter den Achseln ab, bei all denen, die versuchen das Tempo mitzugehen.
Schwer, mit tief gestimmten Gitarren und doomhaftig walzend zeigt "Grail" und "God pounds its Nails" Fozzy von einer anderen Seite und unterstreicht das Gefühl für mitreißende Grooves und hymnenhafte Refrains.
Vermutlich würde man es dem Wrestler Chris Jericho gar nicht zutrauen, aber neben druckvollem harten Riffing steckt in ihm auch eine verspielte gefühlvolle Seite, die er mit der eingängigen Ballade "Broken Soul" eindrucksvoll präsentiert.
Bei aller Liebe zu Balladen so fühlt sich der Mastermind aber hauptsächlich in härteren und rhythmusbetonten Gefilden besonders wohl. Das zeigt der gitarrenlastige und gefällige Groover "Pray for Blood" ebenso deutlich, wie das flott und hart komponierte "Let the Madness begin".
Erster und einziger Schwachpunkt, die Halb-Ballade "New Day's Dawn", die wohl durchaus Radiotauglichkeit besitzt, aber trotz gewissem Tralala springt irgendwie der Funke bei mir nicht über. Es mag am etwas hoch gesungenen Refrain liegen oder der stellenweise wachsweichen Pop-Lastigkeit.
Zum Abschluss packt Fozzy dann noch einmal den ganz dicken mystisch verspielten Wälzer aus reizt von Retro-Hammond-Orgel bis hin zu Nu Metal-Klängen das volle Spektrum für sein "Wormwood" aus. Klar, dass bei fast 14 Minuten Spieldauer genügend Zeit für jede Menge Richtungs-, Tempo-, Themen-, Härte- und Was-weiß-ich-noch-Wechsel bleibt. Laune macht es allemal. Ich sage nur 666.

Fazit: Egal ob Ring oder Bühne, Chris Jericho macht mit CHASING THE GRAIL in jedem Fall eine gute Figur und beweist, dass nicht nur Body, sondern auch Stimme gut austrainiert sind. Der Sound bei der Produktion ist durchgehend druckvoll und qualitativ sehr gut gelungen. Lediglich an einigen Stellen ist mir die Stimmlage etwas zu sehr nach oben gerutscht. Nichtsdestotrotz macht das sehr abwechslungsreiche Album einen mehr als ordentlichen Eindruck und räumt hoffentlich wieder einen Stein aus dem Weg der Vorurteile, Wrestler seien alle nur...

Titel-Liste:
 
  1. Under blackened Skies
  2. Martyr no more
  3. Grail
  4. Broken Soul
  5. Let the Madness begin
  6. Pray for Blood
  7. New Day's Dawn
  8. God pounds its Nails
  9. Watch me shine
  10. Paraskavedekatrjaphobia (Friday the 13)
  11. Revival
  12. Wormwood

Laufzeit:
 65:07 Min.

Band-Infos:
 
  • www.fozzyrock.com 

  • Probehören und Kaufen:
    Fozzy: CHASING THE GRAIL

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