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Review: Frigoris
 
NACH DEM KRIEG...

Album:
 NACH DEM KRIEG..., 2010, Eigenvertrieb

Stil:
 Blackened Pagan Metal

Wertung:
 5 von 7
5 von 7 Punkten
 S.M., 08.06.2010

Review:
 Frigoris aus Nordrhein-Westfalen wurden erst im Sommer 2007 gegründet. Außerdem gab es 2009 während der Aufnahmen zu NACH DEM KRIEG... interne Differenzen, was zur Folge hatte, dass außer Bandleader Dominik Winter (Gesang, Gitarre) der Rest der Truppe das Handtuch warf. Mit einigen Kurzengagements von Gastmusikern wurden trotzdem Konzerte bestritten. Melanie Schmitz (Bass) blieb direkt dabei und Januar 2010 kam noch Gitarrist Yannick Trautes hinzu. Akutell sieht so die Besetzung von Frigoris aus. Ein Drummer aus Fleisch und Blut ist momentan nicht vorhanden. Das Debüt-Album NACH DEM KRIEG... wurde dennoch Anfang des Jahres fertiggestellt und geht aktuell an den Start.

Den Stil der Band kann man am ehesten als Blackened Pagan Metal (meinetwegen kann man dazu auch Pagan Black Metal sagen) klassifizieren, was in erster Linie eine Mixtur der beiden Genres bezeichnet. So gibt es reichlich druckvolle Black-Metal-Parts. Vom Pagan ist mehr das Riffing inspiriert, und auch ambiente Momente gibt es immer mal wieder, was bei dem dynamischen Sound dann eine willkommene Abwechslung darstellt.
Der Gesang von Dominik - in erster Linie Black-Metal-Screams mit gelegentlichen Wechseln zu Growls - ist ausdrucksstark und dominierend. Er macht seine Sache ausgesprochen gut. Das Gitarrenspiel ist meist vielseitig und der Bass schön präsent. Das Schlagzeugspiel ist aktuell noch ein kleiner Knackpunkt. Mit einem echten Drummer bieten sich da freilich noch ganz andere Möglichkeiten.
Das Songwriting ist solide. Es gibt keine schwachen Tracks, allerdings auch keine stark herausragenden Stücke. Am besten gefallen mir Frigoris, wenn sie innerhalb eines Songs ordentlich Abwechslung unterbringen und sich nicht zu sehr auf eine Marschrichtung versteifen.
So sind meine persönlichen Favoriten "Nach dem Krieg...", "Wenn Krähen kreisen würden", " Einsamkeit (Des Zwillings Schicksal Part I)", "Frei" und "Aus der Asche".
Die Songideen sind grundsätzlich nicht schlecht, und der technische Auftritt auch nicht. Allerdings sehe ich momentan auch noch keine Aspekte, die Frigoris deutlich über die Masse an gleichgearteten Bands heben würden. Ob sie nun eher dem Black Metal oder dem Pagan Metal entgegen streben - ein paar mehr Akzente müsste die Musik noch bieten, und so etwas wie eigene Trademarks sollten entwickelt werden.

Fazit: Unterm Strich ist NACH DEM KRIEG... ein bodenständiges Werk des Blackened Pagan Metal. Angesichts der Schwierigkeiten, mit denen die Band bislang zu kämpfen hatten, können Frigoris mit dem Geleisteten sicherlich zufrieden sein. Wer auf energiegeladene Musik an der Grenze von Black und Pagan Metal steht, kann hier ruhig ein Ohr riskieren. Ich bin aber sicher, dass Frigoris zukünftig auch noch zulegen können. Denn das Potential ist zweifellos vorhanden, muss aber auch noch gefestigt werden.
Aus meiner Sicht dürften die Pagan-Elemente gerne noch verstärkt und der Sound noch etwas vielfältiger werden. Ich habe den Eindruck, die Band hat sich in der Hinsicht aber noch nicht so ganz entschieden, wohin der Weg gehen soll. Nichtsdestotrotz gefällt mir NACH DEM KRIEG... recht gut, und unter Berücksichtigung, dass es sich um ein eigenproduziertes Debüt-Album einer Nachwuchstruppe handelt, honoriere ich die Leistung von Frigoris mit 5 von 7 Punkten.

Titel-Liste:
 
  1. Am Grabe
  2. Nach dem Krieg...
  3. Welt des Frostes (Frigoris)
  4. Schlachtenlohn
  5. Wenn Krähen Kreisen Würden
  6. Erinnerung
  7. Einsamkeit (Des Zwillings Schicksal Part I)
  8. Frei
  9. Aus der Asche
  10. Nachruf

Laufzeit:
 55:09 Min.

Band-Infos:
 
  • www.frigoris.de 


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