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Review: Gloria Morti
 
ANTHEMS OF ANNIHILATION

Album:
 ANTHEMS OF ANNIHILATION, 2010, Cyclone Empire

Stil:
 Black Metal, Death Metal

Wertung:
 5,5 von 7
5,5 von 7 Punkten
 M.U., 30.06.2010

Review:
 1999 ist das Jahr, in dem sich Gloria Morti in Heinola (andere Quellen sagen Jyväskylä), Finnland gründen. Die anfängliche Stilrichtung ist Thrash Metal. Im Laufe der Zeit ändert sich das Line-Up gravierend, so wie auch die Stilrichtung. Von der ursprünglichen Besetzung bleiben nur zwei Mitglieder übrig. Von der ursprünglichen Stilrichtung wechselt man zu Melodic Extrem Metal und sitzt zwischen den beiden Stühlen Death und Black Metal. Es erscheinen diverse Demos und Promo-CDs, die letztendlich dazu führen, dass man mit dem japanischen World Chaos Label in Kontakt tritt. Unter deren Führung erscheint das Debütalbum LIFESTREAM CORROSION, welche allerseits einen großen Erfolg verbuchen kann. 2007 geht man ins Studio von Juho Räihä, um das zweite Album ERYX einzuspielen. Auch dieses Album bekommt nach seinem Erscheinen 2008 sehr gute Kritiken. Zwei Jahre später (2010) erscheint das dritte und wohl das beste Album ANTHEMS OF ANNIHILATION. Die gesamte Metallwelt ist hin und weg.

Fangen wir mit "Prelude" an. Klingt ein bisschen nach Intro, ist es aber nicht. Schon alleine die Länge mit knapp drei Minuten spricht dagegen. Stiefel und Marschklänge. So fängt es also an. Schon recht militärisch angehaucht. Doch dem Treiben macht man schnell ein Ende. Denn ziemlich schnell setzt eine brutal klingende Gitarre ein, deren Tonlagen schon fast basslastig erscheint. Auch der Gesang hat eine ähnlich tiefe stimmliche Lage. Also Opener schon relativ gut gelungen.
Mit "Solution called War" geht es weiter. Der Song erinnert wenigstens zu Beginn eher an ein Mischung aus Thrash und Speed Metal, denn an Black oder Death Metal. Dennoch ist das ein echt geniales Teil. Schnell, hart, düster und beeindruckend. Gerade in Hinsicht der Geschwindigkeit, in der man spielt. So hätte ich früher auch gerne mal Schlagzeug gespielt.
Stille. Wasserrauschen. Dann die einsetzende Gitarre in voller Fahrt. So gibt sich "Awakening of a Discordant Machine". Wie schon der Vorgänger in gleicher Machart. Der Song hat allerdings ein paar melancholischere Einlagen.
Stimmen wie aus einem alten Radio erwarten den geneigten Hörer. Doch das ist nur der Anfang. "Infiltration" nimmt sofort Speed auf und der Gesang endet teilweise in brutaler Brüllerei. So was von aggressiv ist beeindruckend. Da bekommt man schon fast Angst, den Song zu hören. Der geht echt an die Nieren.
Holzknistern? Lagerfeuer? So irgendwie sind die ersten Eindrücke von "Swallowed by Defeat". Der Song ist total anders. Es ist eher eine Rockballade. Sehr ruhig, sehr einfühlsam. Wenig von der brutalen Schiene zu spüren. Ansonsten eher ein Kandidat für weitere Diskussionen über "Sein oder Nicht Sein".
"Obey" ist so ein Typ, der ein bisschen Zeit braucht, um in Fahrt zu kommen. Anfangs lahmarschig, dann doch aufdrehend. Ein Song von Typ "Weder Fisch noch Fleisch". Entweder sehr zurückhaltend oder gnadenlos heftig. Ein Fall für den Hörer. Der sollte hier entscheiden, ob er ihn mag oder nicht. Ich bleibe neutral.
"Cut from Gaia" führt uns endlich wieder auf den rechten Pfad zurück. Ein typischer Song. Schnell gespielt, hart gesungen und in der ganzen Aufmachung schon recht heftig ausgelegt. Ein klasse Werk!
"The final Framework" beginnt düster. Mönchsgesang zu Beginn. Doch die armen Mönche werden recht schnell von der Bildfläche verbannt. Der schwerfällige Sound mit einer recht trägen Gitarre und einem tiefen Gesang übernehmen nun das Zepter. Bezüglich der Geschwindigkeit de Spielweise geht ebenfalls bergauf.
Hilfe! Fliegeralarm! Rettet Euch! So beginnt wenigstens der vorletzte Song "Redemption". Und wieder zeigen Gloria Morti was in ihnen steckt. Einer der besten Songs auf diesem Album. Der ist wirklich Spitze!
Aus einer eher düsteren Stimmung heraus entwickelt sich der letzte Song "Chaos Archetype". Mit "Chaos" hat der allerdings nicht viel zu tun. Es ist einfach nur gelungener Abschluss eines wirklich gelungenes Albums.

Fazit: Ein sehr gute und facettenreiches Album. Man hämmert nicht ständig auf dem Mythos Death und Black Metal herum, sondern man mischt immer wieder Elemente anderer Stilrichtungen mit ein. Und da macht das Album abwechslungsreich und auf seine Art auch faszinierend. Selber sagt man von sich, dass "dieses Album ein Konzeptalbum über die Menschheit ist, die einen nicht wieder rückgängigen Fehler begannen hat. Man bezieht sich auf aktuelle Probleme und ist eine Erinnerung an die offensichtliche Dummheit der Menschen". Gut, so sieht die Band es, ich sehe es ehe als normales Black Metal Album mit vielen Einflüssen. Hörenswert ist es allemal. Übrigens das Thema "Annihilation" wird stimmungsvoll auf dem Cover umgesetzt. Einfach mal anschauen.

Anspieltipps:
 "Solution called War", "Awakening of a Discordant Machine", "Infiltration", "Cut from Gaia", "The final Framework" und "Redemption".

Titel-Liste:
 
  1. Prelude
  2. Solution called War
  3. Awakening of a Discordant Machine
  4. Infiltration
  5. Swallowed by Defeat
  6. Obey
  7. Cut from Gaia
  8. The final Framework
  9. Redemption
  10. Chaos Archetype

Laufzeit:
 40:14 Min.

Band-Infos:
 
  • www.gloriamorti.com 

  • Probehören und Kaufen:
    Gloria Morti: ANTHEMS OF ANNIHILATION

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