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Review: Godiva
 
DESTRUCTION

Album:
 DESTRUCTION, 2007, Mausoleum

Stil:
 Power Metal, True Metal

Wertung:
 5,5 von 7
5,5 von 7 Punkten
 S.M., 28.10.2007

Review:
 In Sachen "Hardware" ist die Schweiz vor allen Dingen durch ihre Hardrock-Exporte Krokus, Gotthard oder Shakra bekannt. Doch es gibt in unserem südlichen Nachbarländle auch wahre Power Metal-Truppen.
Eine davon nennt sich Godiva und die wirft dieser Tage ihr Drittwerk DESTRUCTION auf den Metal-Markt. Die Band wurde 2001 von Bassist Mitch Koontz, Drummer Peter Gander, Gitarrist Sammy Lasagni und Sänger Anthony de Angelis gegründet. 2003 erschien das selbst betitelte Debüt und zwei Jahre später die vielversprechende Scheibe CALL ME UNDER 666. De Angelis war zwischenzeitlich ausgestiegen und durch Fernando Garcia (Ex-Victory) ersetzt worden. Auch Moses B. Fernandez, der als zweiter Gitarrist zur Band gestoßen war, wurde vor der Produktion von DESTRUCTION durch Steve Papacharitos ersetzt. Desweiteren erfolgte für das neue Album ein Labelwechsel von Limb zu Mausoleum und das nun vorliegende Ergebnis wurde von Dennis Ward produziert.

DESTRUCTION startet mit dem mystisch-dramatischen Keyboard-Intro "Illuminatio", dass zum Ende von einer Spieluhr begleitet wird, doch gleich bei "Crawl in the Night" zeigen die fünf Eidgenossen, wie der Hase läuft: kompromisslos und kraftvoll. Hier wird der Power Metal durch die Double Bass vorangedrescht, sodass er seinem Namen auch gerecht wird. Passende Gitarrenlicks, ein astreines Lead-Solo und ein Mitsingrefrain tragen ihren Teil zur Klasse des Songs ebenfalls bei. SO muss ein Album beginnen.
Der Titeltrack "Destruction" macht auf der gleichen Linie weiter. Waschechter Heavy-Groove, bei dem aber auch die Melodie nicht zu kurz kommt. Allerdings erreicht Garcia hier im Refrain Höhen, die bei mir hart an der Schmerzgrenze sind. Auch dieser Song wird durch ein starkes Solo abgerundet.
Fernando Garcia klingt so ein bisschen wie eine Mischung aus altem Rob Halford und Udo Dirkschneider. Bei "Pedal to the Metal" fällt dies stark auf. Auch die Ausrichtung des Songs liegt irgendwo zwischen Judas und Accept/U.D.O..
Durch melodische Riffs wird "After the War" eingeleitet. Der Song wird dann sehr gelungen aufgebaut, sodass der Refrain als richtiggehender Höhepunkt thront. Lediglich einige übertrieben hohe Kreischattacken hätten erneut nicht sein müssen. Das obligatorische Solo lockert den strengen Aufbau ein wenig auf.
Mit "Inside Hell" wird wieder die Turbo-Geschwindigkeit ausgepackt. Leider auch ein Schrei-Refrain, der leichte Punktabzüge nach sich zieht. Überzeugend ist dafür die Gitarrenarbeit. Die Licks bleiben nachdrücklich im Ohr.
Mit einem hundertmal-gehört-Riff beginnt "Vicious Blade", doch der restliche Song ist dann deutlich innovativer. Auch hier wird der Groove durch die Rhythmustruppe kontinuirlich aufgebaut, um zum gesanglichen Höhepunkt zu gelangen. Mir gefällt, dass Garcias Stimme diesmal im gemäßigten Bereich bleibt.
"Bloody Sky" klingt mir zu arg nach U.D.O., sodass ich dem Track nur wenig abgewinnen kann. In den Refrain bringt die Lead-Gitarre eine leicht orientalische Untermalung, was dann wenigstens noch einen Hauch Eigenständigkeit einfließen lässt.
Mit "Running from the Past" folgt der Album-Hammer. Ein Song, bei dem alles zusammenpasst. Das beginnt schon mit dem auffälligen Lead-Intro, dann treibt die Rhythmusfraktion den Beat voran, bevor nach einem Break ein sehr melodischer Aufbau beginnt und in einen genialen Refrain mit Ohrwurmchorus mündet. Ein länger instrumentaler Zwischenpart schafft ein wenig Ruhe, damit der Höhepunkt zum Ende nochmal im Rampenlicht stehen kann.
Die Power Metal-Keule wird bei "Hells on Fire" wieder geschwungen. Ähnlichkeiten zu früheren Rage-Alben kommen mir in den Sinn, was sicherlich nicht der schlechteste Vergleich ist. Auch hier ist der Höhepunkt wieder gelungen und wird mit außergewöhnlichen Gitarrenlicks verfeinert. Das Lead-Solo ist ebenfalls allererste Sahne.
Ein Mid-Tempo-Stampfer ist "United we stand". Bei diesem Track testet Garcia wieder, welche Stimmhöhen ein menschliches Gehör verkraften kann, und der Chorus, der wohl einen Hymnen-Character präsentieren soll, ist definitiv zu kitschig. Hier versuchen die Schweizer zu sehr Judas Priests "United" nachzueifern. Dies ist ihnen nicht ganz gelungen. Live könnte diese Nummer durch die vollkommen andere Atmosphäre aber möglicherweise fruchten, besonders als Zugaben-Rausschmeißer.
Deutlich mehr Hymnen-Feeling bekommt der Hörer stattdessen beim Refrain zu "Revelation". Stilistisch erinnert das Stück ein wenig an US-Metal, wie zum Beispiel neuere Stücke von Lizzy Borden oder Iced Earth. Es sorgt trotz einiger spaciger Begleittöne, die man sich hätte sparen können, für einen zufriedenstellenden Abschluss.

Fazit: Godiva liefern auf DESTRUCTION eingängige Headbanger-Ware ab. Einen Ausfall gibt es nicht, lediglich vereinzelte kleine Schwachpunkte. Fernando Garcia kann im gemäßigten Stimmbereich mit einem leicht rauhen Unterton richtig stark singen, sodass die vermeidbaren Kreisch-Attacken in meiner Ansicht geringfügige Punktabzüge nach sich ziehen. Diese werden aber dadurch egalisiert, dass Godiva auf die sonst fast obligatorische(n) Ballade(n) verzichtet haben.

Anspieltipp:
 Besonders hervorstechend sind "Crawl in the Night", "Running from the Past" und "Hells on Fire".

Tipp:
 Metal-Fans, die Judas, Accept, U.D.O., Rage und Primal Fear zu ihren Favoriten zählen, können bei DESTRUCTION ruhig mal ein Ohr oder zwei riskieren.

Titel-Liste:
 
  1. Illuminatio
  2. Crawl in the Night
  3. Destruction
  4. Pedal to the Medal
  5. After the War
  6. Inside Hell
  7. Vicious Blade
  8. Bloody Sky
  9. Running from the past
  10. Hells on Fire
  11. United we stand
  12. Revelation

Laufzeit:
 43:30 Min.


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