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Review: Gorilla Monsoon
 
EXTERMINATION HAMMER

Album:
 EXTERMINATION HAMMER, 2008, Wacken

Stil:
 Doom Metal, Stoner Rock

Wertung:
 5,5 von 7
5,5 von 7 Punkten
 J.G., 27.11.2008

Review:
 Die Open Air Metal Battles 2005 liegen schon ein paar Jährchen zurück und für die Sachsen ist sicherlich schon längst die Sieges-Euphorie verraucht, denn schließlich folgte dem Sieg zunächst das Debüt DAMAGE KING und nun der aktuelle Nachfolger EXTERMINATION HAMMER. Aus Spaß wurde Ernst und dem Sieg folgten Taten, genau so wie man es sich eigentlich wünscht. Die letzte Großtat war sicherlich die Frühlings-Tour an der Seite von Trouble und Sahg, die auch auf dem Album ihre hörbaren Spuren hinterlassen haben, was aber angesichts der für sich selbst sprechenden Namen kein Schaden sein sollte. Ob man es allerdings im zweiten Anlauf besser verstanden hat, das Hitpotenzial der Songs zu erhöhen, diese Frage gilt es nun zu klären.

Mit einem kurzen Schrei des Frontmanns wird die erste Runde eröffnet. "High on Insanity" geht gleich richtig zur Sache, sodass es für einen waschechten Stoner schon fast etwas zu flott zur Sache geht. Das tut jedoch dem Abrocken und Headbangen keinen Abbruch, sodass schon nach wenigen Minuten Gefahr für untrainierte Nackenmuskulatur besteht.
Auch Nummer Zwei, "My Way" ist nicht von schlechten Eltern und erinnert musikalisch stark an die guten alten Zeiten der britischen Schwarzmetaller von Black Sabbath. Nicht von ungefähr deshalb auch die Wahl des Künstlernamens des Sängers, der auf den Namen Jack Sabbath hört. Er hat jedoch Ozzys nölende Stimme durch Reibeisen Marke "extragrob" ersetzt. Wer bei dem Song übrigens die Stereoanlage etwas zu hart am Limit betreibt, den warne ich vor einigen knackigen Blastbeats, die besonders die Tieftöner gehörig aus dem Chassis drücken.
Für den Titelsong "Extermination's Hammer" lassen sich die Ostdeutschen nicht lumpen, wühlen etwas tiefer ihrer Riff-Kiste, stoßen dort auf einen älteren Hut und zaubern schließlich aus ihm ein ausgewachsenes Groove-Monster hervor. Als wären die bleischweren Rhythmen und tief gestimmten Gitarren noch nicht ausreichend. Zwar fehlt es etwas bis zur Klasse der Spiritual Beggars oder Grand Magus, aber man ist schon nahe dran - verdammt nahe.
Walzend und rau schleppen sich die extrem tief gestimmten Gitarren durch die stellenweise meterhohen Riff-Gebirge von "50$ Whore" und werden fast ausschließlich durch den Reibeisen-Gesang des Fronters an die Leine genommen.
Wieder ein Pfund mehr aufs Gaspedal legen die Sachsen bei ihrem so herrlich räudig klingenden "Codein Commander". Fast könnte man meinen, Jack Sabbath möchte Christoph Birx in Sachen Korngröße seines Sandpapier-Organs den Rang ablaufen.
Zum Schluss liefern die Jungs mit ihrem wummernd walzenden "Born to lose" einen traditionellen Stoner Rocker, der mit seinem leichtem Psychedelic Touch sicherlich auch den Kyuss-Recken John Garcia und Josh Homme gefallen könnte.

Fazit: Grundsolide Arbeit und wie schon beim Vorgänger, hat man sich auch bei EXTERMINATION HAMMER für eine direkte und nicht immer jugendfreie Lyric entschieden, die jedoch recht gut zum allgemein druckvollen und rauen Soundgewand passt. Für Abwechslung wurde ebenfalls gesorgt, sodass trotz stellenweise erdrückend schwerer Klanggebilde der einstündigen Doom- und Stoner-Kost keine Langeweile aufkommt.
Der Debüt-Bonus von DAMAGE KING zählt allerdings nun nicht mehr und berücksichtigt man die kleinen aber feinen Steigerungen, so bleibt unterm Strich trotzdem die gleiche Wertung. Es ist also trotz recht mutiger und tougher Umsetzung noch einige Luft in der Hose, die es zu füllen gilt, will man bei den ganz großen Jungs mitspielen. Ich erinnere nur an "Hitpotenzial".

Anspieltipps:
 "Black Angel Prophecy", "Hatebreed", "Born to lose" und "Codein Commander".

Tipp:
 Freunde tonnenschwerer Riffmonster, die Kyuss und Co. vermissen, finden in diesem Album eine interessante Alternative.

Titel-Liste:
 
  1. High on Insanity
  2. My Way
  3. Black Angel Prophecy
  4. Extermination's Hammer
  5. Hatebreed
  6. Serving Democracy
  7. 50$ Whore
  8. Codein Commander
  9. Born to lose

Laufzeit:
 60:04 Min.

Band-Infos:
 
  • www.gorilla-monsoon.de 

  • Probehören und Kaufen:
    Gorilla Monsoon: EXTERMINATION HAMMER

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