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Review: Gotthard |
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Album:
| | FIREBIRTH, 2012, Nuclear Blast |
Stil:
Wertung:
| |  6 von 7 Punkten | | M.H., 24.06.2012 |
Review:
| | Der 5. Oktober 2010 war sicherlich ein Datum, was die Fans von Gotthard nie vergessen werden, denn da starb durch einen tragischen Motarradunfall der Ausnahmesänger der Schweizer Riffrocker – nämlich Steve Lee. Es folgte eine längere Phase der Trauer und natürlich auch die Frage, die nicht nur die Fans, sondern vor allem die Band beschäftigte: Wie geht es weiter? Geht es überhaupt weiter, war die zweite Frage, die unweigerlich auf die erste folgte. Im Februar 2011 entschied man sich tatsächlich weiterzumachen und die schwierige Suche nach einem neuen Frontmann begann. Am 20. November 2011 wurde dann den Fans der neue Sänger vorgestellt, man fand den Schweiz-Australier Nic Maeder. Und im Juni 2012 kam mit Firebirth tatsächlich ein neuer Longplayer auf den Markt, den ich hier nun besprechen will.
Eins vorweg: Nic Maeder klingt sehr ähnlich wie Steve Lee, was sicherlich auch beabsichtigt ist, um einen den Wiedererkennungswert, den sich Gotthard über die lange Bandgeschichte hin erspielt hat, nicht zu verlieren. Gleichzeitig achtet er aber auch drauf nicht wie eine billige Kopie von Steve Lee zu klingen, worauf sicherlich auch die restlichen Bandmitglieder rund um Marc Lynn und Leo Leoni aufgepasst haben, denn so hätte man es sich mit den Fans verscherzt. Gleichzeitig stellt die neue CD FIREBIRTH nicht nur einen Neuanfang dar, viel mehr will die Band zurück zu den Wurzeln ihrer Anfänge gehen und spielten die CD so ein, dass die Gitarren wieder nach vorne gemischt wurden und extrem kernig aus den Boxen schallen. Tja, und da die Keyboards fast gar nicht mehr zu hören sind, erinnern wirklich die meisten Songs an die seeligen G- und DIAL HARD-Zeiten. Mit einem feinen Unterschied: FIREBIRTH klingt dann doch nicht mehr ganz so rau und hart wie diese beiden Highlights der Diskographie von Gotthard, doch das ist kein Nachteil, im Gegenteil.
So hört man nämlich eine CD, die nicht sofort zündet, sondern ein paar Durchläufe braucht, bis sie ihr Potential voll und ganz entwickelt. Klar, es gibt klassische Gotthard-Nummern wie die vorab auf You Tube vorgestellte Halbballade "Remember it's me", die mit einem melancholischem Refrain überzeugt. Das ist auch kein Wunder, denn dieser Song erinnert natürlich an Steve Lee. Es gibt noch einen Song, nämlich "Where are you", der diesem Ausnahmesänger gewidmet ist. Was ich toll finde, dass man hier beim Text die "Lieblingsfloskeln" von Steve Lee verwendet, nämlich blue, heaven und rainbow, um noch einmal sein Talent beim Songwriting hervorzuheben. So sind es diese beide Nummern, die Gänsehaut und eine gewisse Trauer erzeugen und ich bin mir sicher, sie werden bis in aller Ewigkeit auf den zukünftigen Konzerten von Gotthard gespielt werden. So den Nummern, die sofort ins Ohr gehen gehörten für mich das groovende "Yippie aye yay", das für mich wie eine Fortsetzung des Klassikers "Like a Fist in the Face" vom Album G klingt. Außerdem erwähne ich hier noch gerne die Akkustikballade "Tell me", die ebenfalls Gänsehaut erzeugen kann und zum Glück nie ins schmalzige abdriftet. Auch das etwas langsam arrangierte ""Shine" setzt sich sofort in den Gehörgängen fest und ist wie geschaffen für die nächsten Liveauftritten der Schweizer. Die Nummern, die nicht sofort zünden müssen also etwas öfters gehört werden, bis man weiß, ob man hier weitere Highlights oder eher Füller hört. Das finde ich bei dem bluesigen "The Story is over" gar nicht mal so schlimm, denn der Song ist wirklich ein Highlight auf FIREBIRTH. Die Nummer hat übrigens nichts mit dem Tod von Ronnie James Dio zu tun, so wie es fälschlicherweise angenommen wird. Die Band hat dies selbst in einem Interview betont. Das überraschend harte "Fight" braucht ebenfalls ein paar Anläufe, bis man weiß, dass man hier ein absoluten Überflieger hört, vor allem der hymnenhafte Refrain kann mich voll und ganz überzeugen. Absolut hörenswert! Die beiden Opener "Starlight" und "Give me real" brauchen ebenfalls etwas länger bis sie sich zur Earcatchern entwickeln. Dafür überzeugen sie von Anfang an durch eine gewisse Coolness im Songwriting, vor allem die Singelauskopplung "Starlight" bietet nach und nach neben einem sehr guten Riff eine Hookline, die eben klassisch Gotthard ist. Leider können mich dann die rockigen "Right on" und "S.O.S." nicht voll in "Gefangenschaft" nehmen, wobei es genügend Hard Rock-Acts geben wird, die für solche Nummern bejubelt würden, Nur bei Gotthard bin ich halt besseres gewohnt, vor allem im Vergleich zum aktuellen Material. "Take it all back" wiederum überzeugt als Halbballade und erinnert mich immer mehr an den Klassiker von Bon Jovi namens "Wanted: Dead or Alive". Ich denke, man kann daran erkennen, welche Übernummer man hier hört. Der einzige Ausfall ist viel zu harte "I can", das für mich einfach nur nichtssagend ist und auch in der Produktion mir viel zu dumpf klingt.
Fazit: Was soll ich sagen? Gotthard beweisen, dass sie auch ohne Steve Lee eine großartige Hard Rock-Band sind und mit FIREBIRTH legen sie einen gelungenen Neustart hin. Mit den meisten Nummern bewegt man sich zurück zu den Anfängen und mit dem neuen Sänger Nic Maeder hat man nicht nur eine Kopie von Steve Lee am Start, sondern ein hoffnungsvolles Talent, dass sich – sofern es die Fans zulassen – von diesem großen Ballast befreien kann. Es kommt halt nur darauf an, wie sein Fähigkeiten als Liveact sind. |
Anspieltipps:
| | "Remember it's me", "Yippie aye yay", "Tell me", "Shine", "Where are you" |
Tipp:
| | Gotthard-Fans haben hier sicherlich schon längst zugegriffen und ansonsten kann ich diese Scheibe jedem Fan vom klassischen melodischen Riff-Rock wärmstens ans Herz legen. Für mich ein Kandidat auf die Hard Rock-CD des Jahres. |
Titel-Liste:
| | - Starlight
- Give me real
- Remember it's me
- Fight
- Yippie aye yay
- Tell me
- Shine
- The Story is over
- Right on
- S.O.S.
- Take it all back
- I can
- Where are you
- Starlight (Acoustic Version)
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