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Review: Grand Magus |
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Album:
| | THE HUNT, 2012, Nuclear Blast |
Stil:
Wertung:
| |  6,5 von 7 Punkten | | J.G., 24.05.2012 |
Review:
| | Regelmäßig wie eine Schweizer Taschenuhr, bringen Grand Magus in den letzten Jahren alle zwei Jahre ein neues Album auf den Markt. Diesmal ist mit Ludwig Witt ein neuer Drummer an Bord, der jedoch wie sein Vorgänger einen exzellenten Job abliefert und mit dem Drumset regelrecht verwachsen zu sein scheint. Mit einem weinenden und einem lachenden Auge werden jedoch einige schon bemerkt haben, dass vom anfänglich zähflüssigen Doom kaum noch nennenswerte Spuren übrig geblieben sind. Vorbei die Zeiten der zähen Mucke auf MONUMENT und WOLF'S RETURN. Das ist auch JB und seinen Mannen klar, die dafür eine recht pragmatische Antwort parat haben: "Wer auf unseren Doom steht, der soll eben die alten Alben anhören." Dem ist nichts hinzuzufügen.
Doom bye bye, es lebe der wuchtige und melodische Heavy Metal. Und das nicht schlecht, denn HAMMER OF THE NORTH bekommt noch immer jede Menge Spielzeit in meinem Player. Es spricht für mich also nichts dagegen, wenn THE HUNT ein würdiger Nachfolger sein würde (Doppelte Verneinung heißt also: 'Ich bin dafür').
Diesmal haben die Schweden Grand Magus keine Überraschung parat, sondern verfolgen mit einem dezenten AC/DC-Intro-Tribut ihres Openers "Starlight Slaughter" konsequent den Kurs des Vorgänger-Albums. Wuchtige Arrangements, gepaart mit knackigen eingängigen Riffs, die geschwindigkeitsmäßig anspruchsvoll, jedoch nicht übertrieben schnell dahin galoppieren. Veredelt wird der Opener mit einem gelungenen Gitarren-Solo und seinem mitgröhlfähigen Refrain. Also Krüge in die Höhe und ein Prost auf Grand Magus.
"Sword of the Ocean", mehr Tempo, noch mehr Galopp, dafür einen groovigen Refrain, der etwas ruhiger dahin walzt. Ansonsten ist alles dabei, was die Band an Trade Marks so zu bieten hat. Von knallendem Metal über rotzig frechem Heavy Rock bis hin zu einer hauchzarten Doom-Attitüde im Refrain, merkt man den Jungs an, dass sie ihre flottere Schiene mit 100%igem Spaß betreiben. Und genau das ist es, was man sich als Zuhörer wünscht.
Etwas düsterer in gesundem Mid-Tempo walzt "Valhalla Rising" auf gut ausgetretenen Pfaden gnadenlos alles nieder. Stellenweise wird der Druck mit Double-Bass noch verstärkt, als ob die Bässe, die einem bei dem Mega-Groover aus den Boxen um die Ohren fliegen nicht schon genug wären. Übrigens hat sich JB's Üben ausgezahlt, denn so gut wie hier hat er seine Gitarren-Soli noch nie in Szene gesetzt.
Die Tempo-Obergrenze wird mit "Storm King" erreicht, der in einigen Riffs sogar manchen Power Metal-Songs Paroli bieten könnte. Das ist aber gar nicht die Absicht, denn wenn schon alle Schräubchen auf Anschlag gedreht sind, sei es Groove, Bass oder hymnischer Refrain, dann bleibt nur noch das Tempo-Rädchen übrig.
Auch wenn mit "Silver Moon" etwas mehr traditioneller Heavy Metal einfließt, so kann man schon jetzt einen Überblick gewinnen, was der Neuling THE HUNT zu bieten hat. Selbst auf die Gefahr hin, beim Akustik-Gitarren-Intro des Titelsongs "The Hunt" schon zu befürchten, hier mit einer Ballade "gequält" zu werden, ziehen Grand Magus die allseits übliche Karte: "Was so harmlos beginnt, endet meist härter, als man denkt". Und richtig, spätestens beim Double-Bass werden alle Balladen-Träume aus den Gehörgängen vertrieben.
Einen Song mehr Geduld muss man noch aufbringen um bei "Son of the last Breath" zumindest knappe vier Minuten folkmäßge Balladen-Klänge zu erleben. Der Rest ist jedoch genau das, was man bisher schon gehört hat, angenehm prickelnde Härte in Kombination mit wuchtig wummernden Bässen. Und das wird auch so bleiben bis zum Schluss.
Interessant ist sicherlich auch noch der Bonus-Teil, bei dem man die Demo-Versionen von "Silver Moon", "Storm King" und "Sword of the Ocean" im Vergleich zu den endgültigen Album-Versionen hören kann. Nörgler werden natürlich gleich wieder über künstliche Verlängerung der Spieldauer schimpfen, jedoch bleibt THE HUNT auch ohne Bonus in Augenhöhe mit den Vorgängern, was die Länge des Albums betrifft. Also kein Miesmacherbonus!
Fazit: Das Schweden-Trio macht immer noch mächtig gute Laune uns setzt mit THE HUNT ihren ganz eigenen Weg fort, nämlich das zu spielen, was ihnen Spaß macht. Daumen hoch dafür! Vorbei die Zeiten des Doom, es lebe der Heavy Metal und das mit Nachdruck. Denn wenn es an einem wirklich nicht fehlt, dann ist es Druck gepaart mit jeder Menge groovigen Arschtretern, die Dank melodischer Ohrwurm Riffs sofort zum mitsingen und -tanzen einladen. Nicht zu vergessen ist auch die blitzsaubere, wuchtig abgestimmte Produktion, die sogar hartgesottene CD-Player aus der Spur wirft.
Ich bin voll und ganz mit dem aktuellen Kurs der einstigen 'Die-Hard-Doomster' zufrieden und wenn ich ihn dann doch einmal vermisse, den Doom, dann höre ich einfach eine alten Scheiben - und oh Wunder, es klappt. |
Tipp:
| | Wer HAMMER OF THE NORTH bis jetzt immer noch nicht gänzlich aus dem CD-Player verbannen konnte, hat mit THE HUNT endlich einen trifftigen Grund. |
Titel-Liste:
| | - Starlight Slaughter
- Sword of the Ocean
- Valhalla Rising
- Storm King
- Silver Moon
- The Hunt
- Son of the last Breath
- Iron Hand
- Draksådd
- Silver Moon (Demo)
- Storm King (Demo)
- Sword of the Ocean (Demo)
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