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Review: Grave Digger |
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Album:
| | THE CLANS WILL RISE AGAIN, 2010, Napalm |
Stil:
Wertung:
| |  6,5 von 7 Punkten | | J.G., 01.10.2010 |
Review:
| | Auch wenn Geschichtsprofi Tomi Göttlich schon lange nicht mehr zur Band gehört, sind Grave Digger immer noch in der Lage Konzeptalben auf die Beine zu stellen um an einstige Glanzzeiten zu erinnern, wie TUNES OF WAR von 1996, KNIGHTS OF THE CROSS von 1998 und ein Jahr später EXCALIBUR. Das vorliegende Sahnestückchen THE CLANS WILL RISE AGAIN wurde im Vorfeld von der Band selbst auf recht kleiner Flamme gekocht. Als Nachfolger von TUNES OF WAR solle man es ebenso wenig verstehen, wie als wirkliches Konzeptalbum. Recht britisch diese massive Bemühung von klassischem Understatement, denn spätestens nach dem ersten Durchlauf ist klar, hier haben wir es zum 30-jährigen Bandjubiläum mit einem waschechten Nachfolger des 96er Knallers TUNES OF WAR zu tun. Und von wegen kein Konzept...
Zu einigen Line-Up-Wechseln genötigt, hat alles auch eine gute Seite, denn seitdem Axel Ritt den Sechssaiter übernommen hat, erscheinen die Mannen um Frontröhre Chris Boltendahl, wie in ihrem zweiten Frühling. Frisch, frei und druckvoll nach vorne, wie schon lange nicht mehr, mussten die Fans diesmal nur ein knappes Jahr auf Nachschub warten.
Mit stilgerechtem Intro "Days of Revenge" werden die Clans mit Dudelsäcken zum Marsch gerufen. Da kann man nur gespannt sein, ob dieses Intro nicht prima als Start der nächsten Live-Sets eingesetzt wird.
Fließender Übergang zu "Paid in Blood" schreit fast auch nach einem Live-Opener. Mit mächtig Dampf unter der Haube gibt es einen eingängigen Chorus mit entsprechender Manpower am Mikro. Die Hooks sind typisch Grave Digger treibend und gnadenlos nach vorne und dabei voll auf die 12.
Aber auch mit "Hammer of the Scots" lassen sie es mächtig krachen. Wer hier nicht aufpasst, der riskiert bei wilden Headbangen seine Nackenwirbel. Noch eine Spur kompromissloser als der Opener werden die Schlachtfelder mit tiefen Furchen durchzogen, bevor die Gitarren bei den üppigen Soli zeigen dürfen, was in ihnen steckt.
Keine Steigerung möglich? Denkste! "Highland Farewell" gehört sicherlich zu einer der gelungensten Grave Digger Songs, der ganzen Bandgeschichte. Hier stimmt alles, kraftvolle Härte gepaart mit hohem Tempo und ultraeingängigen Hooklines, garniert mit passenden Folkelementen, Schottland-Fan, was willst Du mehr? Abgesehen von meinen beiden All-Time-Favoriten "Demon's Day" und "Heart of Darkness" könnte sich "Highland Farewell" zumindest auf den 3. Platz einreihen.
Der Titelsong "The Clans will rise again" schaltet ein paar Gänge zurück und sorgt mit schleppendem, tierisch groovendem Rhythmus und einer gewissen Melancholie für ein wenig Gänsehaut. Passend dazu auch das getragene Gitarren-Solo mit nicht ganz alltäglicher Aufmachung. Im direkten Vergleich zu seinen Vorgängern fehlt allerdings etwas der rote Faden und die zwingenden Hooklines.
Bei "Rebels" gibt es dann gleich wieder druckvolle Beats in hoher Schlagzahl für alle die dachten, nach dem Titelsong könne man sich erst mal genüsslich zurück lehnen. Überraschend sicherlich der melodische Chorus mit Tempoforcierung.
Ganz im Wechselbad der Gefühle schlägt "Valley of Tears" wieder ein etwas gemäßigteres Tempo an. Was als reinrassige Midtempo-Walze und gleichzeitig großem Mitnick-Faktor beginnt, dümpelt etwas auf Schlangenlinien dahin, so dass es bei mir ein paar Anläufe gebraucht hat, bis ich hier Gefallen gefunden habe.
Nach Low folgt High, heißt, dass "Execution" wieder mächtig nach vorne marschiert, auch wenn der Start recht gediegen klingen mag, das dicke Power-Ende mit Headbanger-Qualitäten folgt auf dem Fuße.
Und weiter geht's im altbekannten Strickmuster. Während "Whom the Gods love die young" etwas zäh dahin fließt, wird bei "Spider" wieder mächtig Gas gegeben. Schade nur, dass man hier anstatt ein paar frischer Ideen den Refrain etwas zu häufig bemüht. Interessant das knackige Gitarren-Solo, aber irgendwie auch etwas zu abgenudelt.
Nach dem kurzen Instrumental "The Piper McLeod" folgt mit "Coming Home" wieder eines der Highlights des Albums. Man bekommt gefühlvolle hymnische Melodien gepaart mit hartem Gitarren-Riffing, veredelt mit den Pipes und einen mitgröhlfähigen Refrain, so wie es Grave Digger-Fans eben lieben.
Kurz vor dem krönenden Bonus-Ende "Watch me die", das so ganz locker noch einmal die wichtigsten Trademarks zusammen fasst, musste ich allerdings etwas kräftig schlucken. "When Rain turns to Blood", den erneuten Versuch einer Ballade hätte ich nicht gebraucht. Wäre es so diabolisch düster wie "The House" ausgefallen und das (einzige) Prachtstück "Ballad of Mary", ok, aber so... "Please press Skip".
Fazit: Wer sich nun wundert, dass es trotz der geäußerten Kritik noch zu satten Punkten gereicht hat, der darf mein hohes Anspruchsdenken als Die-Hard-Grave-Digger-Fan nicht übersehen. Mit THE CLANS WILL RISE AGAIN haben Grave Digger ein klasse Album abgeliefert, das abgesehen von 3-4 schwächeren Songs eigentlich alles bietet, was man seit TUNES OF WAR zu schätzen gelernt hatte. Einzig und alleine muss man jedoch an einer Stelle auch Abstriche hinnehmen. Was den Komponisten klar sein sollte, entgeht womöglich dem Zuhörer. Will sagen, die geschichtliche Aufarbeitung zu den Hintergründen der Songs sind leider nicht nachzulesen. Hier fehlt dann wohl doch der Geschichtslehrer im Team, der den Songs noch den historischen Rahmen hätte verpassen können. Denn dann hätte ich vielleicht auch "Spider", der auf einer Legende um Robert the Bruce basiert, verstanden.
Schade, dass man sich auch nicht mehr an die einstigen cleanen Heroic Vocals erinnert hat, die für etwas mehr Abwechslung hätten sorgen können.
Ach was soll's. Man muss ein klasse Album nicht künstlich schlechtreden. Deshalb stellt euch ein britisches Dunkles kühl und riecht bei Durchhören an einem guten Whisky (ohne "e", wir sind schließlich in Schottland) - und gut ist! |
Anspieltipps:
| | "Paid in Blood", "Hammer of the Scots", "Highland Farewell" und "Execution". |
Tipp:
| | Für Grave Digger Fans ein klares "Must Have", aber auch für alle Neulinge, die einen Erstkontakt suchen, ist das Album prima geeignet. |
Titel-Liste:
| | - Days of Revenge
- Paid in Blood
- Hammer of the Scots
- Highland Farewell
- The Clans will rise again
- Rebels
- Valley of Tears
- Execution
- Whom the Gods love die young
- Spider
- The Piper McLeod
- Coming Home
- When Rain turns to Blood
- - - Bonus Track - - -
- Watch me die
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Laufzeit:
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