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Review: Graveyard |
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Album:
| | GRAVEYARD, 2007, Record Heaven |
Stil:
| | Psychedelic Rock, Hard Rock |
Wertung:
| |  5 von 7 Punkten | | J.G., 06.01.2008 |
Review:
| | Egal ob man das Cover-Artwork betrachtet oder die Jungs aus den Schwedischen Wäldern selbst, es deutet alles darauf hin, dass man den guten alten 70ern Tribut zollt. Damals eben, wo Ponchos, lange Zottelfrisuren, wallende Körperbehaarung, Blitzer und Sackratten noch gesellschaftsfähig waren.
Vernimmt man dann noch die ersten Klänge des selbst betitelten Debüts GRAVEYARD, so fragt man sich schon, ob es sich auch um ein Scheibchen von anno 2007 handelt. Bis auf die letzte Verzerrung und den etwas dumpfen Klang blieb man hier hautnah an dieser über 30 Jahre vergangenen Epoche kleben.
Die Herren Joakim Nilsson, Jonatan Ramm, Rikard Edlund und Axel Sjöberg haben also schon einmal ganze Arbeit geleistet um die richtigen Rahmenbedingungen für ihr unzweifelhaftes Retrowerk zu schaffen. Nicht zu vergessen ist auch der Mitbegründer Truls Mörck, der einige Tracks eingesungen hatte und Orgel spielte, später aber durch Jonatan ersetzt wurde.
Es fällt schwer hier einzelne Songs wirklich hervorzuheben und fein säuberlich zu zerlegen. Dazu sind sie einfach trotz großartiger Grooves teilweise einfacher Riffs zu komplex instrumentalisiert. Typisch für diese Zeit ist auch die oftmals verschwommene Songstruktur, die schon bei Desert-Rock-Größen wie Kyuss eine Herausforderung darstellte. Anders wie die amerikanischen Kollegen gelingt es den Schweden einen roten faden eisern durch jeden ihrer Songs zu ziehen und egal wie weit die Ausflüge des Sängers, der progressiven Gitarren-Soli und der Orgel-Attacken auch sein mögen, der Groove und Rhythmus halten das Gerüst aufrecht.
Ein gutes Beispiel dafür ist z.B. "Thin Line" (wie passend), das sein anfängliches Riff (Black Sabbath lässt grüßen) immer wieder aufleben lässt, egal wie weit sich die Lead-Gitarre nach den Breaks bei ihren Soli entfernen mag, überlebt es auch einen kurzen Zwischenspurt.
Selbst wenn die Rhythmus-Fraktion auch einmal davon stürmen möchte, wie bei "Lost in Confusion", so verhindern die honigartige Gesangslinie und die zähflüssig agierenden Gitarren übermäßig forciertes Tempo.
Deutlich feinfühliger gibt man sich bei "Blue Soul", das sich erst beim Gitarren-Solo zu einem richtigen Soundmonster aufbäumt.
Mit dem vielschichtigen "Satan's Finest" lässt man das Album stilecht ausklingen. Noch einmal nutzt man die fünfeinhalb Minuten für intensive, zähflüssige Riffs und schreckt auch vor okkulten Themen nicht zurück. Warum auch, erwarb doch damals in den 70ern der Led Zeppelin-Gitarrengott Jimmy Page die schottische Villa des Okkultmeisters Aleister Crowley. Okkult war also "in".
Und dann ist das psychedelische Treiben nach nicht einmal 40 Minuten schon wieder zu Ende. Eigentlich schade, dass nicht 1-3 Songs mehr drin gewesen sind.
Fazit: Und was haben wir gehört? Nun in jedem Fall war es ein interessanter Ritt quer durch die Musiklandschaft der damaligen Zeit. Hoch zu Ross ritt man an Größen wie The Doors, Black Sabbath, Cream und Blue Cheer vorbei, aber auch aktuelle Vertreter, wie Black Widow ließen sich nicht ganz verleugnen.
Man kann sicherlich streiten, ob es wirklich notwendig war, so detailverliebt dieser musikalischen Epoche zu frönen. In jedem Fall ist das Unternehmen gelungen und besonders musikalische gibt es, bis auf den Mangel an Innovation, nichts zu meckern. Ohne große Kompromisse zu machen, haben die Schweden gnadenlos ihr Ding durchgezogen und sind niemals vom rechten Weg abgekommen. Hut ab vor dieser gelungenen Arbeit - und wo ist denn eigentlich mein Poncho geblieben? |
Tipp:
| | Alle die den Psychedelic- und Blues-Rock der 70er Jahre immer noch zum Feiern und Abhängen nutzen, finden in den Schweden eine wahre Schatztruhe. Alle Freunde moderner Klänge laufen jedoch Gefahr an den Folgen eines Kulturschocks dauerhaften Schaden zu nehmen. |
Titel-Liste:
| | - Evil Ways
- Thin Line
- Lost in Confusion
- Don't take us for Fools
- Blue Soul
- Submarine Blues
- As the Years pass by, the Hours bend
- Right is wrong
- Satan's Finest
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Laufzeit:
Band-Infos:
| | www.myspace.com/graveyardsongs  |
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