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Review: Grimmark
 
GRIMMARK

Album:
 GRIMMARK, 2007, Rivel

Stil:
 Progressive Hard Rock / Progressive Melodic Metal

Wertung:
 5 von 7
5 von 7 Punkten
 S.M., 25.08.2007

Review:
 Der 29-jährige Schwede Carl Johan Grimmark ist in Metal-Kreisen kein Unbekannter. Sein Gitarrenspiel trug unter anderem schon zu den Erfolgen von Narnia, Rob Rock und Saviour Machine bei. Hier liegt nun sein Solo-Debüt vor, auf welchem er sich neben sämtlichen Gitarrenparts auch für Keyboard und Vocals veranwortlich zeichnet.
Die Lyrics des Albums haben - wie auch größtenteils bei Grimmarks oben genannter Bandengagements - einen christlichen bzw. religiösen Hintergrund.
Unterstützt wird er in seinem Werk von Jan S. Eckert (Masterplan) am Bass und dem Drummer Peter Wildoer (Darkane).

Der Opener "Pray" zeigt gleich, wo es langgeht: Progressiver Hardrock mit dominierender Rhythmusgitarre, häufigen Tempowechseln, melodieführenden Keyboards, die den Chorus markieren und dem obligatorischen Leadsolo eines Gitarreros.
Bei "How Many Times" wird diese Linie konsequent fortgeführt. Weiterhin stehen progressive Arrangements im Mittelpunkt, die Gitarre unterstützt hier jedoch die Hookline, wodurch das Stück melodischer klingt. Im Gitarrensolo dieses Tracks mischt Grimmark klassische Töne unter und erinnert mich in diesem Moment stark an Yngwie Malmsteen. Überhaupt habe ich den Eindruck, dass Carl Johan seinem bekannten Landsmann ein wenig nacheifert. Gerade die Verliebtheit ins eigene Gitarrenspiel und die Gesangsähnlichkeiten sind nicht ganz von der Hand zu weisen.
"Hiding From The Sun" beginnt rockiger und mündet dann in eine Mid-Tempo-Nummer. Die eingängige Melodie und eine vorantreibende Rhythmus-Gitarre führen den Song zu einem vocalen Höhepunkt. Hiermit wird es Zeit, auf CJ´s Gesangs-Leistung einzugehen: Ich finde, er liegt ziemlich genau im Mittelfeld. Es gibt unzählige bessere, aber ich habe auch schon viel schlechtere Shouter gehört. Seine stärken liegen eindeutig im ruhigen und gemäßigten Bereich. Wenn es richtig kraftvoll zur Sache gehen muss, zeigt er Schwächen. Ein richtig starker Sänger hätte diesem Stück noch deutlich mehr Charisma und Intensität verleihen können.
"Free" ist ungleich heavier. Ich fühle mich ein bisschen an eine härtere Dio-Nummer erinnert. Auch die melodiöse Hookline, die diesmal von Keyboard und Leadgitarre getragen wird, passen in das Bild. Ebenso der Chorus des Songs. Leider fehlt die gesangliche Extraklasse eines Ronnie James Dio.
Bei "Resurrection" steht zuerst wieder der schrammende Sound der Rhythmusgitarre im Vordergrund. Es fällt auf, wie oft sich die Eröffnung der Stücke gleicht, bevor die Songs von der Melodie bestimmt werden. Ansonsten gibt es aber an "Resurrection" nichts auszusetzen. Eine starke Hardrock-Nummer mit schöner Keyboard-Untermalung beim Chorus und einem Refrain, der ins Ohr geht. Auch diese Komposition hätte gut auf ein Dio-Album gepasst.
"Monkey Man" beginnt mit einem schönen und klaren Leadgitarren-Riff, was eine fast erholsame Abwechslung darstellt. Danach ist der Song sehr verschachtelt. Es wechseln sich ruhigere Passagen mit progressiven Rhythmus-Phasen ab, bevor der Höhepunkt eines Mitsing-Chorus im Stile eines Melodic-Metal-Stückes erreicht wird.
"Save Our Souls" wird durch ein spaciges Keyboard-Intro eingeleitet, bevor die üblichen Rhythmus-Riffe und ein ruhiger Gesang das Ruder übernehmen. Im Album-Vergleich fällt dieses Werk trotz des einprägsamen Refrains etwas ab.
Ein ungewöhnlich atmosphärisches Intro, in welchem Keyboard und Rhythm-Guitar in perfekter Harmonie zusammenspielen, initiiert das mit Abstand beste Stück des Albums: "The Kingdom" wird von einer fast symphonischen Untermalung der Mid-Tempo-Passagen, die sich mit Abschnitten ruhigeren Gesangs unter Synthesizer-Begleitung abwechseln, zu einem epischen, energiegeladenen Gesangs-Höhepunkt geleitet, um dann gleich nochmal von Vorne zu beginnen. Hier stimmt alles, sogar Carl Johans Stimme trägt das Stück bis zur letzten Sekunde.
Bei dem intrumentalen Rausschmeißer "The New Song" kann sich Grimmark zuletzt noch ordentlich an der Leadgitarre austoben. Hier kommt die kristallklare Produktion der Scheibe ganz deutlich zum Ausdruck. Mit 2:55 fällt das Stück unerwartet kurz aus, aber vielleicht liegt gerade in der Kürze die Würze, denn es ist vorbei, bevor man sich daran satt gehört hat.

Fazit: Für dieses Album ein Resümee zu ziehen, ist gar nicht einfach. Beim ersten Hören meinte ich, ein wahres Schätzchen des progressiven melodischen Hardrock vor mir zu haben. Klangvolle Höhepunkte und Refrains setzten sich gleich im Ohr fest. Doch bei Durchlauf zwei, drei und vier offenbarten sich so nach und nach einige Schwächen. So beginnen viele Tracks mit fast identischen Rhythmus-Gitarren-Einleitungen. Außerdem wird jedes Stück mit einem obligatorischen Lead-Solo kredenzt, was in manche Songs passt, bei anderen aber stört. Selbstverständlich will so ein Saitenkünstler wie Carl Johan Grimmark Akzente setzen und mit seinem Gitarrenspiel glänzen, doch wäre hier vielleicht etwas weniger mehr gewesen. Die Gesangsleistung ist für einen eigentlichen "Nicht-Vocalisten" passabel, doch um vielleicht in einem möglichen zweiten Solo-Werk noch mehr aus der Masse unzähliger ambitionierter Nachwuchs-Bands herauszuragen, sollte Grimmark über die Verpflichtung eines ausdrucksstarken, stimmkräftigeren Sängers nachdenken. Und mit knapp 40 Minuten ist die Scheibe für eine Produktion des Jahres 2007 ungewöhnlich kurz - zu kurz für meinen Geschmack. Dennoch ist es ein beachtliches Debut und ich hoffe noch mehr von CJ auf Solo-Pfaden zu hören. Bodenständige 5 von 7 möglichen Punkten hat er sich verdient.
Anspieltipp: "Ressurection" mit Ohrwurm-Refrain und "The Kingdom", das mit seiner energiegeladenen Atmosphäre deutlich über den anderen Songs thront.

Tipp:
 Kaufempfehlung für Anhänger des Progressive Hardrock und des Melodic Progressive Metal. Alle Anderen: Im Plattenladen eurer Wahl unbedingt erst mal reinhören!!

Titel-Liste:
 
  1. Pray
  2. How Many Times
  3. Hiding from the Sun
  4. Free
  5. Resurrection
  6. Monkey Man
  7. Save our Souls
  8. The Kingdom
  9. The New

Laufzeit:
 39:41 Min.

Band-Infos:
 
  • www.grimmark.com 


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