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Review: GrimmStine
 
GRIMMSTINE

Album:
 GRIMMSTINE, 2009, Metal Heaven

Stil:
 Heavy Metal, Hard Rock

Wertung:
 4 von 7
4 von 7 Punkten
 S.M., 30.08.2009

Review:
 Steve Grimmett kann man wirklich nicht nachsagen, dass er kein fleißiger Künstler wäre. Erst Ende 2007 brachte er mit seiner Steve Grimmett Band das Album PERSONAL CRISES heraus. Nun hat er sich in ein Projekt mit Gitarrist Steve Stine eingebracht, dass auf den passenden Namen GrimmStine hört. Den beiden Bandleadern stehen Hat (Bass) und Dave Johnson (Drums) zur Seite.
Die erste CD dieses Projekts, die im Oktober über Metal Heaven released wird, liegt uns heute zur Rezension vor. Sie ist schlicht GRIMMSTINE betitelt.

Satte 15 Tracks haben GrimmStine auf ihr Debüt gebannt. Fast 73 Minuten Spielzeit erfreuen zwar den potentiellen Käufer, sagen aber natürlich nichts über die Klasse der Scheibe aus.
Der Sound von GrimmStine ist nicht so ganz einfach zu erfassen. Fakt ist, dass eifrig zwischen traditionellem Heavy Metal und Hard Rock gewechselt wird. Dies mag daran liegen, dass sowohl Grimmetts metallische Einflüsse, als auch Stines amerikanischer Hard-Rock-Ursprung eine Rolle spielen. Allerdings hat man so ein wenig das Gefühl, als würde dem Produkt eine klare Linie fehlen.
Neben der Ausrichtung schwanken die Songs aber auch, was die Qualität angeht. Es wechseln sich schon so ein wenig Licht und Schatten ab. Der ebenso melodische wie straighte Metal-Track "To catch a Killer" ist ein Beispiel für eine durch und durch gelungene Komposition. Der rockt, hat Power und glänzt mit einem schön heraus gearbeitetem Refrain. Das soll nicht bedeuten, dass nur die kraftvolle Seite gut ist. Gerade der emotionalste Song "You'll never know" ist ein weiteres Highlight dieses Albums. Grimmett singt hier sehr ausdrucksstark in mittlerer Lage und transportiert in seinem Gesang sehr viel Gefühl.
Auch "It's over" mit der kraftvollen instrumentellen Seite und dem melodischen Höhepunkt, der fette Groover "Prisoner" sowie das vielschichtige "Straight as an Arrow" stehen auf der Seite der Lichtblicke und beweisen, das GrimmStine schon ein Händchen fürs Songwriting haben.
Dagegen zeigt das fast in AOR-Bereiche abfallende "Supernatural" eine völlige Belanglosigkeit. Auch "'Til they take my Wings" und "You give me Love", zwei Halbballaden ohne jegliche Akzente werfen eher Schatten auf den guten Eindruck, den andere Songs hinterlassen haben. Überhaupt regiert mit fortlaufender Albumdauer leider die schnulzige Seite. "Take this Air" hat gute, kräftige Ansätze, flacht dann leider aber wieder ab.
Ich finde, GrimmStine müssten mehr an einem Stil festhalten, und dies sollte meines Erachtens der Heavy Metal sein. Die Schwachpunkte häufen sich mehr beim Hard Rock und den Ausflügen in allzu kitschige AOR-Bereiche. Und obwohl ich sonst ein Fan langer LP-Spielzeiten bin, wäre in dem Fall die Klasse der Masse vorzuziehen gewesen. GrimmStine hätten das Werk auf vielleicht 50 Minuten runter streichen sollen.
Vielleicht war es aber auch die Intension des britisch-amerikanischen Vierers, möglichst viele Kompositionen auf den Silberling zu bannen, um sich anhand der Kritiken dann in Zukunft für eine Marschroute zu entscheiden. Das glaube ich zwar weniger, aber wenn dem so sein sollte, habe ich ja meine Empfehlung abgegeben.

Fazit: Von der künstlerischen Seite gibt es nichts zu bemängeln. Die Instrumentalisten beherrschen ihr Gerät und Steve Grimmett zeigt auch eine gute Gesangsleistung. Wen seine gelegentlichen Ausflüge in teilweise schrille Höhen stören, wird auch mit diesem Werk nicht warm werden.
Beim Songwriting gibt es dagegen nicht wenig Kritik. Von den 14 richtigen Tracks (wenn man das Intro abzieht) stufe ich fünf als wirklich gut, drei als ziemlich schlecht ein. Die restlichen sechs bewegen sich einfach im Mittelfeld, ohne dass sie Ausreißer noch unten oder oben unternehmen würden. Letztendlich ergibt sich daraus auch eine Wertung, die auch nur knapp über Durchschnitt rangiert.
Was Steve Grimmett anno 2007 mit seinem Solo-Projekt abgeliefert hat, war deutlich besser als GrimmStines Debüt. Ich bin mal gespannt, ob wir von diesem neuen Grimmett-Projekt noch mehr hören werden. Und falls ja, ob es dann eine klarere Linie geben wird.
Wer GRIMMSTINE verpasst, verpasst nicht wirklich allzu viel.

Titel-Liste:
 
  1. Memory
  2. 911
  3. Supernatural
  4. Got nothing but Time
  5. To catch a Killer
  6. You'll never know
  7. It's over
  8. Prisoner
  9. You give me Love
  10. Straight as an Arrow
  11. 'Til they take my Wings
  12. Take this Air
  13. Afraid of the Dark
  14. This don't look like Love to me
  15. To sing a Lullabye (Immy's Song)

Laufzeit:
 72:52 Min.

Band-Infos:
 
  • www.myspace.com/grimmstine 

  • Probehören und Kaufen:
    GRIMMSTINE
    Grimmstine

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