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Enjoy it! |
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Review: Gun Barrel |
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Album:
| | BRACE FOR IMPACT, 2012, Massacre |
Stil:
Wertung:
| |  5 von 7 Punkten | | J.G., 03.06.2012 |
Review:
| | Einige Änderungen standen dem Power-Quartett aus Köln in den vergangenen Monaten ins Haus. Da hat man sich beispielsweise vom belgischen Sänger Silver getrennt und ihn durch einen Jungspunt namens Patrick Sühl ersetzt. Außerdem ist es der Truppe um Mastermind und Gitarrist Rolf Tanzius gelungen beim renommierten Label Massacre einen Vertrag zu ergattern. Somit war alles in trockenen Tüchern, um nach vier Jahren endlich wieder ein neues Studio-Album auf den Weg zu bringen gefüllt mit Dirty Metal Rock'n'Roll, wie sie ihren Stil selbst bezeichnen.
Wie immer haben Gun Barrel mit "No Survival on Arrival" ein weiteres skurriles Intro ersonnen, das nahtlos in dem Titeltrack "Brace for Impact" mündet. Der entpuppt sich schnell als wirkliches Highlight und trieft aus jeder Strophe nach Kölsch. Trotz neuem Frontmann unverkennbar ein Gun Barrel-Song, der sich gewaschen hat. Takt, Refrain, Solo und ein vollfett treibender Groove, was will man mehr?
Und weiter geht's auf dem Wellenkamm, denn "Dancing on Torpedoes" bietet einen kräftigen Nachschlag an hammermäßigen Gitarren-Riffs. Aber hallo, was ist denn das für ein Refrain? Recht schnell fällt die haushohe Welle in sich zusammen und rollt recht konturlos richtig Strand, bis sie schließlich mit einer dünnen Schaumlinie im Sand versinkt. Da kann auch Rolfs engagiertes Gitarren-Solo und Tomcats genialer Bass nicht alles retten.
Der Up-Tempo-Rocker "Books of Live" versucht mit dem Titel-Song gleichzuziehen, kann jedoch nur mit gewissen Einschränkungen überzeugen, ebenso wie der tempogedrosselte Groover "Start a Riot" mit den etwas zu gefälligen Chören oder "Stand your Ground", wo ich bis jetzt nicht weiß, wo man damit hin wollte. Recht toughe Riffs stehen einem viel zu melodischen Refrain mit Teenie-Chören gegenüber. Ja was jetzt? Gun Barrel oder Kissin' Dynamite?
Erst das astreine "Diamond Bullets" mir seinem variablen Bass-Spiel und treibendem Drumming kann wieder voll überzeugen. Genau so mag man Gun Barrel, treibend, dirty, frech. Hier treffen Leder auf Whiskey, Zigaretten und Achselschweiß. Raise your Fist!
Yeah, es wirkt, denn wenn es auch etwas dauert, bis "With Might & Main" in Fahrt kommt und man stellenweise schon befürchten muss, eine Ballade um die Ohren gehaut zu bekommen, so kann der kraftvolle Rock letztlich voll überzeugen. Genau so ausgewogen hätte ich mir bisher alle Songs gewünscht.
Und noch einmal versucht es ein Song, dem Opener Paroli zu bieten. Doch auch "The wild Hunt" hat es nicht geschafft, die Balance zwischen Härte (Gitarre) und Melodic (Refrain) zu finden. Da nützen auch die schönsten Breaks, Sirenen und das variable Drumming wenig.
Schon lieber ist mir dann, wenn es gleich konsequent ruhiger zugeht, wie kurz vor der Schlussrunde mit "Turbölence & Decadence". Immerhin kann Patrick auch hier gesanglich überzeugen und dem Song seinen Stempel aufdrücken.
Auch der Schlusspunkt "Big Taboo" hat mehr Charakter eines Ausrufezeichens, als manche seiner Vorgänger. Gerade noch die Kurve bekommen, würde ich sagen und damit ist Gun Barrel ein versöhnlicher Ausstieg gelungen, der zumindest zu einer Wiederholungsrunde animiert.
Fazit: Wer jetzt die Hände über dem Kopf zusammen schlägt und denkt, wie grässlich, dann will ich das doch relativieren. Nennen wir es 'jammern auf hohem Niveau', denn wer die Jungs seit Anbeginn kennt, weiß, was in ihnen steckt. Und da ist man dann eben schnell enttäuscht, wenn nicht alles 100%ig so ausfällt, wie man es sich vorgestellt hat. Auch BRACE FOR IMPACT bietet noch deutlich mehr erstklassige Party-Mucke, als so manche Möchtegern-Rock-Scheibe.
In jedem Fall hat sich die Verjüngungskur der Kölner Truppe mit ihrem neuen Frontmann durchaus positiv bezahlt gemacht. Sein variabler Gesangsstil und die quirlige Agilität, sich quer durch die Strophen zu hangeln, haben scheinbar auch den Alt-Recken Rolf Tanzius zu neuen Höhenflügen angestachelt, denn selten war sein Gitarrenspiel so treibend und mitreißend. Aber wo man hohe Gebäude baut, die im grellen Sonnenlicht stehen, muss man mit Schatten rechnen. Einmal mehr ist es nicht wirklich gelungen, einen Ohrwurm, wie z.B. "Bombard your Soul" zu komponieren. Lediglich der Titeltrack kann größtenteils mithalten. Ein um das andere Mal hat man den Eindruck, es hätte nur noch ein zwei Noten bedurft, um dem Song genügend Klebkraft zu verleihen. Was bleibt, ist ein Album mit 50% durchaus überzeugenden Nummern und der Rest ist...
...zu simpel gestrickt, zu oft gehört, zu kurzweilig oder noch schlimmer, zu weichgespült. Schade, aber selbst nach einem Dutzend Durchläufen hat sich meine Meinung leider noch nicht geändert.
Immerhin hat man mit Patrick Sühl wirklich ein Schnäppchen ergattert und für ein Live-Set sollte es auf fünf Alben mehr als genug Material geben. Ich hege die Offnung, dass der freundliche Vierer noch lange nicht das letzte Wort gesprochen hat. Und vielleicht beginnt mit Patrick der zweite Frühling, wer weiß? Rolf hat den Schritt schon vollzogen. |
Anspieltipps:
| | "Brace for Impact", "Diamond Bullets", "With Might and Main", das ruhige "Turbölence & Decadence" und "Big Taboo". |
Tipp:
| | OUTLAW INVASION - die Fortsetzung oder besser Weiterentwicklung. Wer also damals freudestrahlend dem Vorgänger CD-Spielzeit eingeräumt hatte, der kann auch hier Gefallen finden. |
Titel-Liste:
| | - No Survival on Arrival
- Brace for Impact
- Dancing on Torpedoes
- Books of Live
- Start a Riot
- Stand your Ground
- Diamond Bullets
- With Might and Main
- The wild Hunt
- Turbölence & Decadence
- Big Taboo
- - - Digipak Bonus - - - - My Last QORN (live)
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