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Review: Gwyllion
 
THE EDGE OF ALL I KNOW

Album:
 THE EDGE OF ALL I KNOW, 2009, Black Bards

Stil:
 Symphonic Metal

Wertung:
 5 von 7
5 von 7 Punkten
 S.M., 17.03.2009

Review:
 Gwyllion wurden 2003 in Kortrijk, Westflandern, von Wouter Debonnet (Schlagzeug) und Sängerin Annelore Vantomme gegründet, die sich damals schon länger kannten. Wouters Brüder Martijn (Gitarre) und Joris (Keyboard) sowie Bassist Thomas Halsberghe vervollständigten das erste Line-Up. Eine Zeit lang verließ Annelore die Band, kehrte aber 2006 zurück und brachte gleich noch den zweiten Gitarristen Steve Deleu mit.
Das Debüt AWAKENING THE DREAM erschien 2007 und wurde von der Band selbst produziert. Das Zweitwerk THE EDGE OF ALL I KNOW wird von Black Bards Entertainment vertrieben und erscheint am 03.04.2009. Zum letzten Mal wird man hier Annelores Gesang hören, denn sie hat die Band inzwischen erneut verlassen und wurde von Ann Van Roy ersetzt.

Das als Intro fungierende "In Silence enclosed" zeigt gleich mal die orchestrale Seite der Belgier, bevor bei "Entwined" die Ähnlichkeiten zu Nightwish und Co. nicht geleugnet werden können. Die symphonische Untermalung ist vielleicht noch stärker und orientiert sich mehr an Bands wie Dark Moor. Der Song ist schön emotional, doch ich vermisse einen richtigen Höhepunkt.
Auch "Void" ist zweifelsohne toll instrumentiert und Annelore Vantomme drückt dem Track durch ihren ausdrucksstarken und variablen Gesang einen Stempel auf, doch gelingt es Gwyllion nicht, einen wirklichen Spannungsbogen zu erzeugen. Es fehlen letztendlich Punkte, an denen sich das Gehör festhaken kann.
Bei "Rage" sind die Assoziationen zu Dark Moor präsenter denn je, dennoch ist der Song eingängiger und kraftvoller und hat Merkmale, die sofort ins Ohr gehen. Auch der Instrumentalpart ist vom Feinsten.
Nach dieser starken Symphonic-Power-Metal-Nummer haben es folgende Stücke schwer und Gwylliion bringen als Kontrast mit der Halbballade "Beyond Goodbye" erstmal ruhigere und gefühlvollere Klänge ins Spiel. Das ist sicherlich klug. Das Stück hat einen interessanten, sich intensivierenden Aufbau, und Annelore setzt ihr Organ wieder gekonnt ein. Dennoch fehlt mir hier eine wirklich starke Grundmelodie, die dem Song das i-Tüpfelchen aufsetzen würde.
Eine folkige Akustik-Melodie eröffnet "The Night awakes". Diese wird dann auch von der geballten Instrumentenpower übernommen und entsprechend ausgereizt, was gut ankommt. Davon abgesehen ist das Stück episch-hymnisch arrangiert und setzt auf dem Album ein weiteres Markenzeichen.
Bei "Closure" ist es eine Piano-Melodie, die klasse ins Ohr geht und dann klugerweise als Hookline übernommen wird. Der Song lebt dann teilweise auch von wechselnden Intensitäten, was Gwyllion ausgezeichnet arrangiert haben. Hier fällt mir auch das Riffing sehr positiv auf.
Obwohl "A thousands Words" ähnlich konstruiert ist, kann es die Klasse nicht halten. Die Schrammel-Chords nerven bald und die unterschiedlichen Itensitäten und Elemente ergänzen sich nicht optimal. So wirkt der Track insgesamt etwas wirr.
Bei "Roots of Reality" beweist Annelore, dass sie auch sopran beherrscht. Der Song klingt insgesamt ein wenig nach Nightwish. Das Riffing gefällt mir und die verströmte Energie versteht es ganz gut, den Hörer mitzureißen.
Beim abschließenden "Angelheart" setzen die Belgier nochmal auf Gefühle. Es handelt sich diesmal um eine akustische Ballade mit ausschließlicher Piano-Instrumentierung. Die Melodie ist schön und die Performance von Annelore emotional. Ihre variable Stimme setzt sie wieder gekonnt und songdienlich ein.

Fazit: Gwyllion eifern Bands wie Nightwish und Dark Moor nach, ohne deren Klasse bislang erreichen zu können. Sie offenbaren aber schon viel Potential. Die instrumentelle Seite mit den orchestralen Einschüben kann schon einige Ausrufezeichen setzen und der Gesang von Annelore ist äußerst variabel. Beim Songwriting ist dagegen noch nicht alles Gold. Bei einigen Songs fehlen einfach noch geeignete Spannungsbögen oder mitreißende Hooklines. Ich bin mir aber sicher, dass Gwyllion hier auch noch zulegen können. Bei den genannten Anspieltipps beweisen sie ja schließlich, dass es geht. Es wird abzuwarten sein, ob Ann Van Roy die Lücke schließen kann, die Annelore Vantomme am Mikro hinterlässt. Wir müssen uns überraschen lassen.

Anspieltipps:
 "Rage", "The Night awakes", "Closure" und "Roots of Reality".

Tipp:
 THE EDGE OF ALL I KNOW ist ganz klar ein Werk, dass Anhänger von Bands wie Nightwish, Rhapsody, Dark Moor, Lunatica oder Edenbridge anspricht.

Titel-Liste:
 
  1. In Silence enclosed
  2. Entwined
  3. Void
  4. Rage
  5. Beyond Goodbye
  6. The Night awakes
  7. Closure
  8. A thousand Words
  9. Roots of Reality
  10. Angelheart

Laufzeit:
 52:10 Min.

Band-Infos:
 
  • www.gwyllion.com 

  • Probehören und Kaufen:
    Gwyllion: THE EDGE OF ALL I KNOW

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