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Review: Gypsy Rose |
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Album:
| | ANOTHER WORLD, 2008, Escape |
Stil:
Wertung:
| |  6,5 von 7 Punkten | | J.G., 23.06.2008 |
Review:
| | Die Schweden Gypsy Rose sind schon etwas besonderes. Da musizieren die Nordmänner bereits seit 1981 zusammen und haben es erst 2005 geschafft ihr Debüt zu veröffentlichen. Das ist schon fast rekordverdächtig. Glücklicherweise mussten für den Nachfolger nicht wieder mehr als 20 Jahre ins Land ziehen, sondern gerade mal drei. Und dennoch gibt es nicht nur ein zweites Album, sondern auch entsprechende Neuigkeiten zu vermerken, wie beispielsweise ein neuer Sänger, nachdem Håkan Gustafsson die Band überraschenderweise verlassen hat. David Reece hat sich kurzerhand das Mikro geschnappt und für alle die sich nur noch ganz dunkel an diesen Namen erinnern, sei bemerkt, dass er damals 1989 beim Accept-Album EAT THE HEAT den Job für den ausgestiegenen Udo Dirkschneider übernommen hatte. Auch wenn es im direkten Vergleich mit seinem Vorgänger einer gewissen Eingewöhnung bedarf, so fügt sich David recht prima ins Gesamtbild ein.
Es wird auch nicht lange gefackelt, denn schon beim Opener "Final Call" bewegen sich Gypsy Rose im gefälligen Up-Tempo-Bereich. In jedem Fall die richtige Hymne, um mit melodischem Rock die Fans auf das neue Werk einzustimmen. Lediglich das Gitarrensolo hätte etwas besser ausfallen können.
Mit "Nothing really Matters" fahren sie ein weiteres Geschütz auf. Ganz klar, auch mit Mid-Tempo-Stampfer verstehen sie zu punkten. Klasse Melodielinien und eingängige Gitarrenriffs bilden den passenden Rahmen für einen überzeugenden David Reece.
Nach einem weiteren groovenden Mitnicker namens "Angels" mit dominanter Basslinie folgt zur Abwechslung die Ballade "When I call your Name". Ganz nach amerikanischem Liedermacher-Muster mit Akustikgitarre und Klavier gibt es hier die richtige Kost für's Herz jedoch ohne übertriebenem Pathos. Einmal mehr kann Reece seine gesangliche Klasse unter Beweis stellen und es verwundert immer mehr, wie ruhig es seit dem Ende der 80er um ihn geworden ist. Unterstützt wird er bei diesem Song übrigens von dem ex-At Vance-Sänger Mats Leven.
Headbanger aufgepasst, bei "Fired" ist weniger Geschwindigkeit angesagt sondern Intensität. In besser AOR-Manier wird ein melodisches Riff nach dem anderen in den Boden gestampft.
Darf's auch a bisserl Boogie sein? "A little ain't enough" weckt auf alle Fälle Lust auf mehr. Und das Mehr in Form des flott galoppierenden "All the Way to the Sun" bringt das Blut so richtig in Wallung. Der zuckersüße Ohrwurm-Refrain mit satter Chor-Unterstützung tut sein übriges, dass man den Song nicht so schnell vergisst.
Einen Tick härter und düsterer startet "A million Miles" mit einigen Synthie-Spielereien und überrascht jedoch mit einem fast etwas zu schnulzig geratenen Refrain. Da werden wieder Erinnerungen an die alten Bonfire-Zeiten wach.
Bei "Liar" darf dann erneut kräftig abgerockt werden, bevor der Titel-Song "Another World" mit bestechend stampfendem Groove bereits die Schlussrunde einläutet. Klar, dass auch hier der melodische Refrain mit fetten Chören nicht fehlen darf.
Die Wahl des True Metal-Covers von Accept kommt sicherlich nicht von ungefähr. "Hellhammer" stammt schließlich vom Album EAT THE HEAT, das David vor fast 20 Jahren eingesungen hatte. Im direkten Vergleich gebe ich allerdings immer noch dem Original den Vorzug, da mir der aktuelle Melodic Rock-Anstrich etwas weniger gut gefällt, als die damalige, deutlich gitarrenlastigere, härtere Accept-Version. Das Cover passt trotzdem recht gut ins Gesamtbild des Albums und unterstreicht, dass Gypsy Rose mit ihrem Debüt im Jahr 2005 nach 24 Jahren keine Eintagsfliege abgeliefert hatten.
Fazit: Auch bei ihrem zweiten Album zeigen die Schweden keinerlei Schwächen und können mit ihrer Art von Melodic Rock ohne weiteres den Großen des Genres die Stirn bieten. Erstaunlich in jedem Fall die Leistung des neuen "alten" Frontmanns David Reece, der wie ein Phönix aus der Asche nach seinem Engagement bei Accept hier wieder in Höchstform auferstanden ist. |
Anspieltipps:
| | "Final Call", "Nothing really Matters", "When I call your Name", "A million Miles" und "Another World". |
Tipp:
| | Melodic Hard Rock und AOR-Fans, die noch immer fest in den guten alten 80ern verwurzelt sind, sollten hier voll auf ihre Kosten kommen. |
Titel-Liste:
| | - Final Call
- Nothing really Matters
- Angels
- When I call your Name
- Don't look back
- Fired
- A little ain't enough
- All the Way to the Sun
- A million Miles
- Liar
- Another World
- Hellhammer
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Laufzeit:
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