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Review: Halford |
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Album:
| | CRUCIBLE, 2002/2010, Warner |
Stil:
Wertung:
| |  6,5 von 7 Punkten | | V.R., 10.01.2012 |
Review:
| | 2002 war kein besonders gutes Jahr für Judas Priest-Fans. Ein Jahr zuvor meldete sich die Band zwar mal wieder mit einem Album, welches den Namen DEMOLITION trug, zurück, welches sich aber als Enttäuschung herausstellte, da viele der Songs als bestenfalls mittelmäßig einzustufen waren und das Ganze, wie schon beim immerhin deutlich besseren Vorgänger JUGULATOR, nicht so recht nach Judas Priest klingen mochte. Zum Glück gab es aber ja auch noch Halford, die Band des (aus damaliger Sicht) Ex-Sängers Rob Halford, die im Jahr 2000 mit RESURRECTION ein geniales Album veröffentlichte, welches sich viel besser als Painkiller-Nachfolger geeignet hätte als JUGULATOR. Und dann, 2002, sorgten Halford mit CRUCIBLE endlich für Nachschub, welcher sich allerdings als kleine Enttäuschung herausstellte, da viele Songs der Scheibe eine ganze Ecke moderner ausgefallen waren als die Titel auf RESURRECTION, manches erinnerte sogar an Mr. Halfords Ex-Band Fight. Glücklicherweise waren auf dem Album aber immer noch genügend klassische Lieder, die an Judas Priests beste Zeiten erinnerten. Im Gesamtergebnis kam damals eine weit überdurchschnittliche Platte heraus, die man aus heutiger Sicht wohl nur im Direktvergleich mit dem Vorgängeralbum als Enttäuschung bezeichnen kann, denn auch die moderner gehaltenen, nur anfangs gewöhnungsbedürftigen Titel wuchsen mit der Zeit.
So viel zur damaligen Geschichte. Dann, acht Jahre später, im Jahr 2010, kam die Platte erneut in die Läden. Das Album wurde allerdings nicht einfach in gewohnter Form neu aufgelegt, sondern kräftig überarbeitet. Alle Titel wurden neu gemixt und remastered, so dass die etwas drucklose Produktion der Ursprungsfassung endlich der Vergangenheit angehörte. Außerdem wurde das überflüssige Instrumental-Intro des Albums ersatzlos gestrichen, stattdessen wurden die beiden Bonus Tracks der limitierten Sonderedition sowie auch beide Bonussongs der japanischen Fassung der Platte der Tracklist zugeführt. Darüber hinaus wurde auch noch die Songreihenfolge geändert, welche nun etwas schlüssiger erscheint als in der ursprünglichen 2002er-Fassung. Damit bietet die Neuauflage genügend Gründe, ihr eine Chance zu geben und aus diesem Grund werfen wir nun auch mal einen Blick darauf.
Nach wie vor treffen hier klassische Priest-lastige Songs wie das speedige, an die Painkiller-Phase erinnernde "Betrayal", der abwechslungsreiche Heavy Metal-Kracher "One Will" oder das knüppelharte "Wrath of God" auf Lieder mit modernerem Anstrich wie beispielsweise das schleppende, eher düster anmutende "Crystal" oder der hochmelodische halbballadeske Abschluss-Song "Trail of Tears". Ein wirklicher Schwachpunkt will sich unter den von damals schon bekannten Liedern jedenfalls nicht herauskristallisieren, da auch die modernen, weniger eingängigen Songs mit der Zeit im Ohr hängen bleiben. Diese Titel repräsentieren eben schlicht und einfach eine etwas andere Seite von Halford, sind aber, mit etwas Abstand betrachtet, keinesfalls schlechter als die eher klassischen Titel, sondern einfach etwas ungewöhnlicher.
Einen etwas detaillierteren Blick wollen wir nun noch auf die vier Titel werfen, welche damals den Käufern der Standardversion vorenthalten blieben. Da wäre zuerst Song Nummer sieben mit dem Namen "Fugitive", welcher damals als Bonus Track auf der limitierten Sonderedition enthalten war. Als Bonussong geht der Titel auch in Ordnung, aber in der normalen Tracklist stellt er sich leider als Störfaktor heraus, da er auch nach mehrfachem Hören unzugänglich bleibt.
Die kurze, gut zweiminütige Ballade "In the Morning" war nur auf der japanischen Edition des Albums enthalten und stellt sich eindeutig als Gewinn für die Platte heraus, da sie ein wenig Abwechslung ins Spiel bringt und außerdem sehr gefühlvoll ausgefallen ist, ohne dabei kitschig anzumuten.
"Rock the World forever" stammt ursprünglich ebenfalls von der japanischen Fassung und bietet typischen wie harten Halford-Sound im Mid-Tempo-Bereich. Auch dieser Titel integriert sich sehr gut in die Tracklist und animiert schon nach kurzer Zeit zum Mitbangen.
Zu guter Letzt wäre da dann noch "She", ein weiterer Bonus-Track der limitierten Edition, der wieder die balladeske Seite Halfords repräsentiert und sehr ergreifend und gefühlvoll anmutet. Somit stellen sich drei der vier ‚neuen’ Songs auf dem Album als aufwertend heraus.
Fazit: Was damals den einen oder anderen noch schockiert haben mag, weiß heute zu begeistern! Aus heutiger Sicht ist CRUCIBLE ein sehr gutes Halford-Album, das man nur eben etwas häufiger hören muss als das eingängigere RESURRECTION. Dann aber weiß es mindestens genauso zu begeistern. In der überarbeiteten 2010er-Fassung hat die Scheibe dann auch noch ganz schön dazugewonnen, da die Produktion deutlich druckvoller geworden ist und die neue Songreihenfolge mehr zu überzeugen weiß als die ursprüngliche. Zudem integrieren sich drei der vier hinzugekommenen Titel geradezu perfekt in die überarbeitete Tracklist. Lediglich einer der ‚neuen’ Titel ist mehr Störfaktor als Gewinn, was den Gesamteindruck aber kaum unten zieht. Wäre das Album damals in der heute vorliegenden 2010er-Form erschienen, wären die Kritiken damals vermutlich auch eine ganze Ecke besser ausgefallen. Besitzer der 2002er-Fassung müssen nun selbst entscheiden, ob sich die Neuauflage für sie lohnt, doch im Prinzip sprechen eigentlich genügend Gründe für die Anschaffung. |
Anspieltipps:
| | Nahezu das komplette Album ist hochwertig, somit fällt es schwer, hier Anspieltipps zu nennen. |
Titel-Liste:
| | - Betrayal
- One Will
- Hearts of Darkness
- Golgotha
- Handing out Bullets
- Crystal
- Fugitive
- Wrath of God
- In the Morning
- Rock the World forever
- Crucible
- Heretic
- She
- Weaving Sorrow
- Sun
- Trail of Tears
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Laufzeit:
Band-Infos:
| | www.robhalford.com  |
Probehören und Kaufen:
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